Das Wirtschaftsblatt berichtet in seiner morgigen Ausgabe: EU-Klage gegen Darbo wegen "naturrein"-Etikett Der Verein gegen Unwesen in Handel und Gewerbe Köln hält das Etikett

Luxemburg/Wien (OTS) - "naturrein" für Darbo-Erdbeerkonfitüre für Irreführung. Jetzt sind die EU-Richter am Wort =

Nächsten Mittwoch ist der Europäische
Gerichtshof (EuGh) abermals mit einem österreichischen Fall betraut:
Der Tiroler Konfitüren- Honig-, und Sirup-Erzeuger Darbo muss sich wegen des "naturrein"-Etiketts für seine Gartenerdbeer-Marmelade vor dem EU-Kadi verantworten. Geklagt wurde Darbo vom Verein gegen Unwesen in Handel und Gewerbe Köln. Dahinter verbergen sich Unternehmen aus Gewerbe, Handwerk, Industrie und Produktion, die sich die Einhaltung des lauteren Wettbewerbs auf die Fahnen geheftet haben. "In der Darbo-Erdbeermarmelade befinden sich Rückstände wie Pektin so wie Pestizide. Die Behauptung, die Marmelade sei naturrein, ist deshalb nicht gerechtfertigt", sagt der Geschäftsführer des Vereins, Jürgen Löhr. Deutsche Gerichte hätten bereits mehrmals entschieden, dass natürliche oder naturreine Produkte tatsächlich vollkommen rein sein müssten.

Zweifel an "naturrein"

Nachdem sich der Verein gegen Unwesen in Handel und Gewerbe und Darbo aussergerichtlich nicht über eine Änderung des Etiketts einigen konntem, reichte der Verein beim Oberlandesgericht Köln Klage ein. "Wir haben den Fall an den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg weiter geleitet", informiert dort einer der für den Fall zuständigen Berichterstatter. Die europäischen Richter sollen prüfen, ob Darbo Irreführung betreibt und gegen die Etikettierrichtlinie der EU verstösst, "wenn die unter der Angabe 'naturrein' vertriebene Konfitüre als Gerliermittel Pektin und <0,01 mg/kg Blei, 0,008 mg/kg Cadmium sowie Pestizide (...) aufweist?" (siehe Faximile).

Darbo: No comment

Vorstandsvorsitzender Klaus Darbo will zur Causa nicht Stellung beziehen: "Es handelt sich um kleine Differenzen. Ansonsten sage ich dazu nichts." "Gibt uns der EuGh recht, muss Darbo künftig auf sein naturrein-Etikett verzichten - nicht nur in Deutschland sondern in der ganzen EU", frohlockt Löhr. Das wäre ein schwerer Schlag für Darbo. Das Unternehmen hat im Vorjahr einen Umsatz von knapp 752 Millionen Schilling erwirtschaftet, Deutschland ist mit rund 40 Millionen der wichtigste Auslandsmarkt. So weit ist es aber noch nicht: Nächsten Mittwoch können Kläger und Beklagter in einer mündlichen Verhandlung in Luxemburg ihrer Argumente vorbringen, erklärt eine EuGh-Beamtin die weitere Vorgehensweise. In etwa einem halben Jahr dürfte das endgültige Urteil fallen.

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