AKNÖ und ÖGB-NÖ: Offene Provokation der NÖ-ArbeitnehmerInnen durch WK-NÖ

Staudinger und Posset weisen abstruse Forderung Trnkas scharf zurück

Wien (ÖGB-NÖ). Die vom Obmann der Sektion Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung in der NÖ-Wirtschaftskammer, Kurt Trnka, erhobene Forderung, sämtliche Angestellten auf die rechtlich schlechtere Basis der ArbeiterInnen zurückzustufen und damit Gerechtigkeit und Gleichheit unter den ArbeitnehmerInnen Niederösterreichs herzustellen, ist abstrus und wird von uns in aller Schärfe als offene Provokation aller Beschäftigten zurückgewiesen, stellten Donnerstag der Präsident der AK-NÖ, Josef Staudinger, und der Landessekretär des ÖGB-NÖ, KR Gerhard Posset, zu den jüngsten "Ausritten" Trnkas in seinem Gastkommentar in der aktuellen Ausgabe der NÖN klar.++++

"Die steigenden Insolvenzzahlen im Gewerbe und Handwerk mit den Rechten der ArbeitnehmerInnen zu begründen und die einzige Rettung in einer Zertrümmerung des Sozial- und Arbeitsrechtes zu suchen, ist eine unternehmerische Bankrotterklärung des Sektionsobmannes und stellt zudem eine nicht zu entschuldigende Beleidigung von Niederösterreichs Gewerbetreibenden und Handwerkern dar", betonte Staudinger.

Es wirft auch ein bezeichnendes Licht auf die Haltung des Sektionsobmannes, wenn er geltendes Recht als Missstand anprangert und die Urlaubsansprüche der Angestellten als Unkorrektheit wegverhandeln will, unterstrich ÖGB-Landessekretär Posset. Darüber hinaus scheint Trnka jedweder Einblick in die Sozialpartnerschaft zu fehlen, wenn er verlangt, dass nicht nur ÖGB Forderungen, sondern auch jene der Wirtschaft verhandelt werden sollen. "Denn üblicherweise legen beide Seiten ihre Vorstellungen als Forderung auf den Tisch, über die dann verhandelt wird. Dieser Mechanismus hat Österreich reich, sozial stabil und sicher gemacht, beruht aber darauf, dass mit Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein vorgegangen wird - in beiden Bereichen zeigt der Sektionsobmann schwere Defizite", hob Posset hervor.

Im Zuge der "Aktion Fairness" haben AK und ÖGB bundesweit flankierende Maßnahmen vorgeschlagen, die zu einer finanziellen Entlastung der Unternehmen bei gleichzeitiger arbeitsrechtlicher Gleichstellung der nach wie vor vollkommen unbegründet benachteiligten ArbeiterInnen führen würden, erinnerte der ÖGB-Landessekretär.

Statt den mehr als 1,3 Millionen benachteiligten ArbeiterInnen endlich die gleichen Rechte zu gewähren wie den Angestellten, und stattdessen die rund 2 Millionen Angestellten Österreichs massivst schlechter zu stellen, ist eine Absurdität, mit der man sich nicht ernsthaft auseinander setzen muss, schloss Posset. (ew)

ÖGB, 18. November 1999 Nr. 561

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