Österreich braucht jährlich 100 Mio t mineralische Rohstoffe

Fachverband der Stein- und keramischen Industrie veranstaltet Symposium über Rohstoffgewinnung und Umweltschutz

pwk - Österreich braucht jährlich 100 Mio t mineralische Rohstoffe. Wie diese abgebaut und verwendet werden, stand im Mittelpunkt eines internationalen Symposiums des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie, das am Mittwoch im Schloss Schönbrunn stattfand. Anerkannte Experten aus dem In- und Ausland referierten über Perspektiven der Rohstoffgewinnung im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen. Unter dem Motto "Rohstoffe braucht das Land" zeigte die Veranstaltung Wege und Lösungen auf, die sowohl einer bedarfsgerechten Rohstoffversorgung als auch den Ansprüchen des Landschafts- und Umweltschutzes gerecht werden. In Österreich beträgt der jährliche Rohstoffbedarf 100 Millionen Tonnen. ****

Ernst Ulrich von Weizsäcker, Biologe, Physiker und Präsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie, erläuterte die ökologischen Gesichtspunkte einer durch langlebige Nutzungsformen und durch Wiederverwertung erzielbaren Rohstoffeffizienz. Mit einem Faktor 4 will Weizsäcker den Widerspruch zwischen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit auflösen. Rohstoffe sollen mindestens viermal besser genutzt werden, um den Wohlstand zu verdoppeln. Revolutionär ist, dass Weizsäcker nicht am Ende der Produktion, sondern am Beginn ansetzt: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mit möglichst wenig Material- und Energieeinsatz Produkte und Dienstleistungen erstellt werden können. Durch Energie- und Materialeinsparungen um einen Faktor 4 ersparen sich die Unternehmen Ausgaben für Energie und Rohstoffe; gleichzeitig fallen bedeutend weniger Abfälle, Abgase und Abwässer an, was zu einer zusätzlichen Kostenentlastung führt. Der Bau- und Rohstoffwirtschaft empfiehlt Weizsäcker, sich stärker auf Null- und Niedrigenergiehäuser zu konzentrieren. Hier lässt sich unter Verwendung geeigneter Baustoffe eine durchgreifende Verbesssserung der Energieeffizienz erreichen. Weiters sollte das Recycling von Baustoffen systematischer als bisher betrieben werden. Dies sei letzlich auch eine Frage der Baustoffauswahl und der Logistik.

Über die Bedeutung und Vielfalt von industriell genutzten Mineralien referierte der Präsident der Industrial Minerals Association, Brüssel, Gisbert Majewski. Der Generaldirektor des Baustoffherstellers Wienerberger, Erhard Schaschl, erläuterte in seinem Vortrag den unter den restriktiven gesetzlichen Rahmenbedingungen anspruchsvollen Versorgungsauftrag der Rohstoffindustrie. Schließlich benötigt jeder Österreicher, vom Kleinkind bis zum Greis, jährlich 12 Tonnen mineralischer Rohstoffe. Heftig kritisierte Schaschl das Mineralrohstoffgesetz (MinRoG), mit dem einerseits der Zugang zu den verfügbaren Bodenschätzen weiter erschwert wird. Anderseits sorge die geänderte Behördenorganisation für anhaltende Verunsicherungen bei Unternehmern und Beamten. "Es stehen zwar noch nicht die Räder, weitgehend aber die Verfahren still", so Schaschl. Auf Dauer wäre bei gegenwärtigen Bedingungen die rasche Versorgung aus regionalen Vorkommen nicht mehr gewährleistet. Schaschl plädierte daher für einen permanenten Dialog "mit all jenen Kräften, die an der Erhaltung unserer Umwelt interessiert sind und gleichzeitig Verständnis dafür haben, dass Sand, Kies, Naturstein, Lehm und Ton als Grundbaustoffe unserer Wirtschaft nicht zu ersetzen sind".

Die Umweltsprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, präsentierte das Schutzgebietssystem Natura 2000, und vom Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung berichtete Walter Hüttler über die Perspektiven einer nachhaltigen Entwicklung für den Einsatz von mineralischen Rohstoffen.

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