Rieder appelliert an Wiener: "Jetzt Grippe-impfen"

Echte Grippe wird oft unterschätzt; Infos zu Impfmöglichkeiten am Gesundheitstelefon unter 533 28 28

Wien, (OTS) "Im ersten Monat der Impfaktion der Stadt Wien haben sich in den Impfstellen der MA 15 insgesamt 28.686 Personen gegen die echte Grippe impfen lassen. Das sind um 6 Prozent mehr
als im Vorjahr", erklärte Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp
Rieder im Rahmen eines Mediengespräches am Donnerstag. "Langjährige Erfahrungen zeigen, dass das rund ein Drittel aller Geimpften ist. Auch wenn das eine erfreuliche Steigerung ist,
liegen wir im internationalen Vergleich schlecht. Damit ist die Gefahr gegeben, dass es wie in den letzten Jahren zu einer Grippewelle mit beträchtlichem volkswirtschaftlichen Schaden kommt", betonte Rieder: "Unser Appell, sich gegen die echte Grippe impfen zu lassen, bleibt daher weiterhin aufrecht." An dem Mediengespräch nahmen auch Prof. Dr. Michael Kunze, Vorstand des Institutes für Sozialmedizin der Universität Wien, und Dr. Gabriele Schabl, Leiterin des Grippeinfosystems der MA 15 -Gesundheitswesen, teil.

MA 15-Service für Senioren: Impfen auf der Wiener Senioren- Messe

Die Möglichkeit, sich gegen Influenza impfen zu lassen, besteht bei niedergelassenen Ärzten sowie in den Impfstellen der
MA 15. Als spezielles Service für die besonders gefährdeten älteren Menschen bietet die MA 15 - Gesundheitswesen im Rahmen der Wiener Herbst-Senioren-Messe (18.-21. November, Messegelände) die Influenzaimpfung gegen einen Unkostenbeitrag von 70 Schilling an. Informationen über Impfmöglichkeiten gibt es am Gesundheitstelefon der Stadt Wien unter Tel. 533 28 28 (Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr).****

Impfung nicht nur Selbstschutz, sondern auch Schutz vor Übertragung auf andere

Rieder weiter: "Vor allem dort, wo es um Kontakte zu ungeimpften Personen geht, wie im Krankenhaus, aber auch in
Familien mit Kleinkindern oder älteren Menschen ist die Impfung
als Selbstschutz und zum Schutz vor der Übertragung der Erkrankung empfehlenswert. Denn Menschen, die geimpft sind, können das Virus nicht auf andere Menschen übertragen." Um dieses Übertragungsrisiko möglichst gering zu halten, werden die 32.000 MitarbeiterInnen in den Wiener Spitälern in einer
Schwerpunktaktion zur Grippeimpfung motiviert.

Die "echte Grippe" wird oft unterschätzt

Die "echte Grippe" ist eine Viruserkrankung der Atemwege, die mit hohem Fieber, Kreislaufbeschwerden und schwerem allgemeinen Krankheitsgefühl einhergeht. Influenza kann zu schweren Komplikationen wie Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung, Mittelohrentzündung aber auch Nerven- und Gehirnhautentzündung führen. In seltenen Fällen kann die Krankheit tödlich enden. Experten rechnen dabei mit 2 bis 50 Grippeopfern pro 100.000 Einwohnern.

Nicht zu verwechseln ist "echte Grippe" mit grippalen
Infekten, die ebenfalls durch Viren ausgelöst werden und Symptome wie Fieber, Kopfschmerz und Husten - jedoch in schwächerer Form -hervorrufen, und nicht zu so schweren Komplikationen führen können.

Bester Schutz: Impfen - Weniger gefährliche Erkältung trotzdem möglich

Den einzigen Schutz gegen Influenza bietet die Impfung. Da
sich die Viren jedoch laufend verändern, muss die Impfung jedes Jahr mit dem jeweils aktuellen Impfstoff wiederholt werden. Die Impfung schützt vor dem gefährlichen Influenzavirus, kann jedoch nicht verhindern, dass man sich trotzdem erkältet.

Besonders empfehlenswert ist die Influenzaimpfung für
Personen ab dem 60. Lebensjahr, Personen mit Herz- und Kreislauferkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, chronischen Nierenerkrankungen und Diabetiker. Ebenso sollten sich Menschen,
die einer erhöhten Ansteckungsgefahr/Übertragungsgefahr ausgesetzt sind, impfen lassen: Dazu zählen Personen, die in engem Kontakt
mit chronisch Kranken und alten Menschen stehen, sowie
medizinisches Personal, Lehrpersonal und alle Menschen, die in Kontakt zu vielen Menschen stehen.

Wien: Jährlich rund 150.000 Grippekranke

Auch wenn in diesem Herbst in Europa bisher nur vereinzelt Fälle von echter Virusgrippe nachgewiesen wurden, gehen die Experten der WHO jedoch davon aus, dass, wie in den letzten
Jahren, mit einer Grippewelle zu rechnen ist. In Wien erkrankten dabei in den letzten beiden Jahren jährlich rund 150.000 Menschen. (Grippesaison 97/98: 145.000 Kranke, Grippesaison 98/99: 180.000 Kranke)

Die Durchimpfungsrate lag im letzten Jahr in Wien bei über 15-jährigen bei 14 Prozent. Im Österreichschnitt waren nur 11 Prozent der über 15-jährigen geimpft.

Neuer Grippevirus möglich: Wien erarbeitet Influenza- Notfallplan

Gegen die momentan immer wieder auftretenden Grippeviren
stehen weltweit Impfstoffe zur Verfügung. Experten halten die Entstehung eines völlig neuen Influenzairus und damit einer so genannten Influenza-Pandemie (weltweite Grippewelle) in den nächsten Jahren für wahrscheinlich. Da in so einem Fall nicht genügend Impfstoff zu Verfügung stehen könnte, erarbeitet Prof. Dr. Michael Kunze im Auftrag des Obersten Sanitätsrates einen Grippe-Notfall-Plan, an dem auch Experten der MA 15 mitwirken werden.

Krankenstandstage – volkswirtschaftlicher Schaden

Da pro Jahr rund 150.000 Menschen in Wien an echter Grippe erkranken, ist der volkswirtschaftliche Schaden, der durch diese Erkrankung entsteht, nicht zu unterschätzen. Abzulesen ist dies auch an den Krankenstandstagen. In Wien wurden im Jahr 1998 insgesamt 8.708.113 Krankenstandstage in Anspruch genommen. Der größte Teil davon entfiel mit 2.285.407 Tagen (26,2 Prozent) auf "Erkrankungen der Luftwege und Atmungsorgane". Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil dieser Krankenstände wegen Influenza genommen wurde.

Dort kann man sich impfen lassen – Impfaktion der Stadt Wien - Infos am Gesundheitstelefon unter Tel: 533 28 28

Die Influenzaimpfung wird von niedergelassenen Ärzten durchgeführt. Der Impfstoff dafür ist in allen Apotheken erhältlich. Die Kosten dafür betragen 100 Schilling für den Impfstoff zuzüglich dem Honorar für den Arzt.

In den Impfstellen der Stadt Wien ist im Rahmen der
Impfaktion (1. Oktober bis 31. Dezember 1999) die Impfung gegen einen Unkostenbeitrag von 70 Schilling (Impfstoff und Impfung) in folgenden Einrichtungen möglich: In allen 19 Bezirksgesundheitsämtern (Adressen am Gesundheitstelefon unter
Tel. 533 28 28 erhältlich) Dienstag und Freitag von 8 bis 10 Uhr.

Zusätzlich stehen folgende Impfstellen der MA 15 zur Verfügung:

o 1., Schottenring 24, 2. Stock, Zimmer 216: Donnerstag 15 -

17 Uhr
o 8., Schlesingerplatz 2, Paterre: Montag 10 - 12.30 Uhr
o 10., Gellertgasse 42-48, Erdgeschoß: Dienstag 17 - 19 Uhr
o 21., Franz Jonas Platz 3, 2. Stiege, 5. Stock: Montag 17 -

19 Uhr

Impfungen während der Seniorenmesse

Als spezielles Service für älter Menschen besteht während der Wiener Herbst-Senioren-Messe die Möglichkeit, sich am Stand der MA 15 (Halle 22/Stand 2267) vom 18.11. bis 21.11., von 09 bis 17 Uhr, gegen einen Unkostenbeitrag von 70 Schilling gegen Influenza
impfen zu lassen.

Wiener Grippemeldesystem

Die Stadt Wien besitzt seit 1970 ein Grippemeldesystem, das eine genaue Beobachtung der Entwicklung während einer
Grippeperiode erlaubt. Ebenso kann der Beginn einer Grippewelle
auf Grund der rasch ansteigenden Grippeerkrankungen kurzfristig erfasst werden. In dieses System sind rund 30 niedergelassene Allgemeinmediziner und Kinderfachärzte eingebunden, die wöchentlich die Zahl der Neuerkrankungen an Influenza und
grippalen Infekten an die Zentrale in der MA 15 melden. In Österreich verfügt nur Graz als zweite Stadt über ein solches System. (Schluss) mmr

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