Merck beschleunigt sein Umsatzwachstum

Darmstadt (ots) -

  • Neun Monate 1999: Umsatz +20 Prozent, EBIT (bereinigt) +8,6 Prozent
  • Starke Investitionen in Zukunftssicherung und weiteres Wachstum
  • Umsatzanteil in Deutschland noch 14 Prozent - Expansion in den USA

Die Unternehmen der Merck-Gruppe haben in den ersten neun Monaten 1999 ihren Umsatz um +19,9 Prozent auf 7.314 Millionen DM gesteigert. Dabei ist das Unternehmen organisch um +7,9 Prozent gewachsen; die weitere Umsatzsteigerung ist auf Währungseinflüsse (-0,6 Prozent) sowie auf Veränderungen im Konsolidierungskreis (+12,7 Prozent) zurückzuführen. Das organische Umsatzwachstum hat sich dabei vom ersten Quartal (+5 Prozent) über das zweite Quartal (+9 Prozent) bis zum dritten Quartal (+10 Prozent) kontinuierlich beschleunigt. Nominal stieg der Umsatz im dritten Quartal um +41 Prozent. Den stärksten Beitrag lieferte hier das von Merck erworbene Labordistributionsunternehmen VWR Scientific Products Corp., das seit August vollständig in die Berichterstattung der Gruppe einbezogen wird. "Merck gehört heute im internationalen Vergleich zu den überdurchschnittlich wachsenden Industrieunternehmen und wird seinen dynamischen Expansionskurs kontinuierlich weiterverfolgen", sagt Professor Dr. Hans Joachim Langmann, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Merck KGaA.

In den ersten neun Monaten 1999 hat die Merck-Gruppe ein Operatives Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 805 Millionen DM erzielt. Dies entspricht einem Zuwachs von +8,6 Prozent, wenn man den hohen Sonderertrag von 144 Millionen DM aus dem Joint-Venture mit der Biomet Inc. im EBIT des Vorjahreszeitraums unberücksichtigt lässt. Vergleicht man den EBIT vor Abzug der Forschungskosten, die in den ersten neun Monaten um +22,4 Prozent auf 748,4 Millionen DM gestiegen sind, beträgt der Zuwachs sogar +14,8 Prozent. Ohne Berücksichtigung solcher Komponenten hat sich der EBIT nominal um -9 Prozent auf 805 Millionen DM reduziert.

Entsprechende Betrachtungen gelten auch für den Gewinn vor Steuern, der in den ersten neun Monaten 608 Millionen DM beträgt. Vor Abzug der Forschungskosten entspricht dies einem Zuwachs von +11 Prozent, wenn man den erwähnten Sonderertrag unberücksichtigt lässt. Nominal ist der Gewinn vor Steuern um -19,4 Prozent zurückgegangen. Der Gewinn nach Steuern reduzierte sich im gleichen Zeitraum um -32,7 Prozent auf 368,3 Millionen DM. Kennzeichnend für die gute Ertragslage ist der Zuwachs beim Cash-Flow, der um +7,4 Prozent auf 841 Millionen DM anstieg.

Mit dem deutlichen Zuwachs bei den Forschungsaufwendungen, den ebenfalls stark gestiegenen Investitionen in Sachanlagen (+12,5 Prozent auf 482 Millionen DM) sowie Akquisitionen in der Größenordnung von rund 1,3 Milliarden DM hat die Merck-Gruppe in den ersten neun Monaten 1999 wiederum nachhaltig in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens investiert. Die Gesamtaufwendungen werden für das gesamte Jahr 1999 ein Rekordniveau von mehr als 3,4 Milliarden DM erreichen.

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Der Unternehmensbereich Pharma (Umsatzanteil: 56 Prozent, Ergebnisanteil: 76 Prozent, Umsatzredite: 17 Prozent) hat seinen Umsatz in den ersten neun Monaten 1999 um +16,5 Prozent auf 4.104 Millionen DM gesteigert. Deutlich höhere Forschungsaufwendungen (+25 Prozent auf 615 Millonen Mark) kommen vor allem den Onkologie-Projekten zugute. Das Umsatzwachstum wurde von allen vier Geschäftsfeldern getragen: Originalpräparate (+5,7 Prozent auf 2.347 Millionen DM) und Selbstmedikation (+16 Prozent auf 377 Millionen DM) wuchsen dabei im wesentlichen organisch, während der starke Zuwachs bei Generika (+40,8 Prozent auf 891 Millionen DM) und Kontrastmitteln (+41 Prozent auf 489 Millionen DM) auch auf die erstmalige Berücksichtigung von Akquisitionen und Beteiligungen zurückzuführen ist.

Bei den Originalpräparaten profitiert Merck weiterhin von Glucophage(r), dem weltweit führenden Präparat zur Therapie des Altersdiabetes (Typ II), dessen Umsätze in den ersten neun Monaten 1999 weltweit erstmals die Grenze von einer Milliarde USD übertroffen haben. In den USA haben neu eingeführte Wettbewerbspräparate die Position dieses Diabetes-Basistherarapeutikums sogar noch weiter verstärkt, weil bei ihrem Einsatz vielfach eine Kombination mit Glucophage(r) empfohlen wird. Merck hat zum weiteren Ausbau und zur Koordination aller Pharmaaktivitäten in den USA die EMD Pharmaceuticals Inc. in Durham/North Carolina gegründet, die als künftige Drehscheibe für Forschung, Entwicklung, Marketing und Vetrieb im weltweit wichtigsten Pharmamarkt dienen wird.

Mit der Übernahme der VWR Scientific Products Corp. (West Chester/USA), die im Juli 1999 abgeschlossen wurde, hat der Unternehmensbereich Labor (Umsatzanteil: 27 Prozent, Ergebnisbeitrag:
13 Prozent, Umsatzredite: 6 Prozent) seinen Umsatz in den ersten neun Monaten um +39,2 Prozent auf 1.951 Millionen DM gesteigert. Damit ist Merck zum Weltmarktführer im Laborgeschäft geworden.

Der Teilbereich Laborprodukte hat seinen Umsatz in den ersten neun Monaten um +11 Prozent auf 710 Millionen DM gesteigert. Die Umsatzrendite dieses Segments wuchs von 6,7 Prozent im Schnitt des Vorjahres auf 8,6 Prozent in den ersten neun Monaten. Bei der Sparte Laborreagenzien stiegen die Umsätze um +7,4 Prozent auf 397 Millionen DM. Auch die Sparte Wissenschaftliche Laborprodukte entwickelte sich positiv und steigerte ihren Umsatz um +16 Prozent auf 313 Millionen DM, wozu vor allem die erstmalig konsolidierte CN Biosciences (San Diego/USA) beitrug. In diesem Jahr wurden hier bereits mehr als 700 neue Produkte eingeführt.

Der Teilbereich Labordistribution hat seinen Umsatz durch die erstmalige Einbeziehung der Verkäufe von VWR in den ersten neun Monaten um +53 Prozent auf 1.449 Millionen DM gesteigert. Die Umsatzrendite beträgt hier 4,2 Prozent. Die Labordistribution bietet das im Branchenvergleich umfangreichste Spektrum an Produkten und Leistungen rund um das Labor aus einer Hand ("one-stop-shopping") und nutzt mit Nachdruck die Chancen des elektronischen Handels im Internet ("e-commerce"). Auch wenn die Geschäftstätigkeit dort noch keine nennenswerten Größenordnung erreicht, erwartet die Gruppe aufgrund des beobachteten schnellen Umsatzanstieges wichtige Wachstumsimpulse auf dieser neuen technischen Plattform.

Der Unternehmensbereich Spezialchemie (Umsatzanteil: 17 Prozent, Ergebnisbeitrag: 11 Prozent, Umsatzrendite: 8,5 Prozent) hat in den ersten neun Monaten seinem Umsatz um +7,4 Prozent auf 1.223 Millionen DM gesteigert. Nach der moderaten Entwicklung in den ersten Monaten hat sich der Geschäftsverlauf - insbesondere in den asiatischen Märkten - kontinuierlich verbessert. Die Umsatzrendite ist in den neun Monaten auf 8,5 Prozent gegenüber 6,9 Prozent im gesamten Vorjahr gestiegen. Motor der Umsatzentwicklung ist weiterhin die Sparte Flüssigkristalle, die ihre Umsätze fast ausschließlich in Japan, Südkorea, Taiwan und Hongkong erzielt.

Uneinheitliche regionale Entwicklung

Europa bleibt trotz eines um vier Prozentpunkte auf 50 Prozent gesunkenen Umsatzanteils der wichtigste Markt der Merck-Gruppe. Der Umsatz wurde hier vor allem durch Pharma um +8,5 Prozent auf 3.682 Millionen DM gesteigert. Dagegen hat der Umsatz in Deutschland lediglich um +2,1 Prozent zugenommen, so dass der Anteil der Umsätze in Deutschland um 2,5 Prozentpunkte auf inzwischen nur noch 14 Prozent zurückgegangen ist. In Nordamerika war mit einem Anstieg von fast 68 Prozent auf 1.883 Mio DM wieder eine sehr gute Entwicklung zu verzeichnen. Ein starker Anteil dieses Zuwachses ist auf die erstmalige Konsolidierung von VWR und CN Biosciences zurückzuführen. Aus diesem Grunde ergaben sich bei Pharma und Labor hohe Zuwachsraten, während die Spezialchemie stagnierte. Der Anteil Nordamerikas am Gesamtumsatz der Gruppe ist auf fast 26 Prozent gestiegen. Die Umsätze in Lateinamerika stiegen zwar in Landeswährungen, gingen aber aufgrund des schlechten Wechselkursverhältnisses der lokalen Währungen gegenüber USD und DM um -10,6 Prozent auf 451 Millionen DM zurück. In Asien trugen alle Geschäftsbereiche zu einem Wachstum von +22 Prozent auf 921 Millionen DM bei.

Mitarbeiter

Am 30.09.1999 waren in der Merck-Gruppe 32.645 Personen beschäftigt, dies sind 3.619 Personen oder +12,5 Prozent mehr als zum gleichen Stichtag des Vorjahres. Dies ist im wesentlichen auf die Akquisition von VWR SP zurückzuführen. Bei Merck Darmstadt ist die Zahl der Mitarbeiter um +0,7 Prozent auf 8.290 Personen gestiegen.

Ausblick

Merck rechnet für die kommenden Monate mit einer positiven Entwicklung aller drei Unternehmensbereiche. Pharma wird vor allem im amerikanischen Markt weiterhin von der guten Geschäftsentwicklung bei Glucophage(r) und Concor(r) (Ziac(r)) profitieren. Im Unternehmensbereich Labor wird sich die erfolgreiche Neustrukturierung von Merck Eurolab sowie die Integration von VWR und CN Biosciences in entsprechenden Umsatzzahlen niederschlagen. Die Sparten der Spezialchemie entwickeln sich von Monat zu Monat besser, wobei die Flüssigkristalle überdurchschnittlich stark wachsen. Dieser Trend sollte sich fortsetzen. Auf vergleichbarer Basis rechnet Merck mit einem gegenüber dem Vorjahr verbesserten Ergebnis.

Zahlen zur Geschäftsentwicklung Q1-3/1999

Merck-Gruppe (in Mio. DM) Q1-3/99 Q1-3/98 Veränd. in % Umsatz 7.314 6.103 +19,9 Betriebsergebnis der
Unternehmensbereiche 918 839 +9,3
Operatives
Betriebsergebnis (EBIT) 805 886 -9,1
EBIT vor Sonderertrag
(Biomet-Joint-Venture) 805 742 +8,6
EBIT vor Sonderertrag
und F&E-Kosten 1554 1353 +14,8
Gewinn vor Steuern 608 754 -19,4
Gewinn vor Steuern,
Sonderertrag und F&E-Koste 1356 1221 +11,0 Jahresüberschuss 368 548 -32,7 Cash-Flow 841 783 +7,4 Investitionen in Sachanlagen 482 429 +12,5 Forschungs- und
Entwicklungsaufwand 748 611 +22,4 Personalaufwand 1.962 1.790 +9,6 Mitarbeiter (Stand: 30.09.) 32.645 29.026 +12,5

Umsatz nach Regionen (in Mio. DM)
Umsatz Q1-3/99 Umsatzanteil % Europa 3.682 (+8,5%) 50,3 (-5,3%) davon Deutschland 1.032 (+2,1%) 14,1 (-2,5%) Nordamerika 1.883 (+67,8%) 25,7 (+7,3%) Lateinamerika 451 (-10,6%) 6,2 (-2,1%) Asien 921 (+21,6%) 12,6 (-0,2%) Afrika/Australien/Andere 377 (+16,4%) 5,2 (-0,1%)

Akquisitionen (in Mio. DM)
VWR Group (verbleibende 51 Prozent) 1.057
übrige 234
Summe 1.291

Die Merck KGaA ist ein Verbund innovativer Unternehmen, die mit ihren Produkten in den Märkten Pharma, Labor und Spezialchemie entscheidende Beiträge zu mehr Gesundheit und Lebensqualität leisten. Das Unternehmen mit Sitz in Darmstadt ist mit 33.000 Mitarbeitern in 120 Ländern vertreten und erzielt einen Umsatz von rund zehn Milliarden DM. Merck betrachtet die Förderung der Eigeninitiative und Selbstverantwortung der Mitarbeiter, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie strikte Kundenorientierung in den Märkten als Schlüssel zum langfristigen Unternehmenserfolg.

ots Originaltext: Merck KGaA
Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de

Kontakt
Dr. Hartmut Vennen
Tel. +49 61 51 72 2386
Fax +49 61 51 72 7707
E-mail hartmut.vennen@merck.de
Internet http://www.merck.de

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EUN/OTS