Görg: Bau des Lainzer Tunnels ist anrainer- und umweltfreundlich

Wien, (OTS) Bei einer Pressefahrt am Donnerstag mit einem Sonderzug der ÖBB entlang der Aushubmaterial-Verladestrecke des Lainzer-Tunnels freuten sich Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg und der von der Stadt Wien als Koordinator eingesetzte Baudirektor Gerhard Weber, dass sichergestellt sei, dass der Bau des Lainzer Tunnels sowohl anrainer- als auch umweltfreundlich verlaufe.

"Ich bin stolz darauf, dass wir hier mit Nachdruck bewirkt haben, dass ein Großteil des anfallenden Aushubmaterials auf der Schiene abtransportiert wird," sagte Vizebürgermeister Görg. "Ich glaube auch, dass die Einigung mit der HL-AG, generell die Transportlogistik - darunter fallen auch z.B. LKW-Routen für den Abtransport von Aushubmaterial - mit unserem Baudirektor zu akkordieren, sehr vernünftig und im Sinne der vom Tunnelbau betroffenen Anrainer ist."****

Details zum derzeitigen Stand der Bauabwicklung

Bis 2006 soll der Lainzer Tunnel, die Verbindung zwischen West-Bahn, Süd-Bahn und Donaulände-Bahn, errichtet werden. Der Baubeginn des zweifellos ehrgeizigsten Verkehrsbauwerkes im
Bereich der Bundeshauptstadt erfolgte bereits im Februar 1999. Die Hauptbautätigkeit findet derzeit in den Bereichen Wiental und Hetzendorf statt. Der eigentliche Kern - das Tunnelbauwerk - wird zur Gänze im Untertagevortrieb nach der neuen österreichischen Tunnelbaumethode hergestellt, dabei gilt es gewaltige Aushub- und Baumaterialmengen zu bewältigen. Im Zuge der Arbeiten werden fast vier Millionen Tonnen Tunnelaushub und einige hunderttausend
Tonnen Baustellenabfälle, Baurestmassen und kontaminierte Böden anfallen.

Für den Bau und Betrieb des Lainzer Tunnels gilt der Grundsatz, die Beeinträchtigungen für Menschen und Ökosystem mit einem vertretbaren Kostenaufwand so gering wie möglich zu halten. Daher wird - so der Kern der jüngst abgeschlossenen Vereinbarung zwischen Bauherr HL-AG und Stadt Wien - mehr als die Hälfte des Aushubmaterials umweltfreundlich auf der Schiene abtransportiert, auch in den Fällen, wo der LKW geringfügigen Kostenvorteil bietet. Soweit wie möglich wird stoffliche Wiederverwertung der
Deponierung vorgezogen. Kann das gewonnene Bodenmaterial bei
anderen Baustellen in Wien verwendet werden, wird - quasi als positiver Nebeneffekt des Lainzer Tunnels - Zulieferverkehr aus
dem Umland reduziert. Den 12., 13. und 14. Wiener Gemeindebezirken werden dadurch in den nächsten vier Jahren gut 250.000 LKW-Fahrten beziehungsweise die Emission von zirka 90 Tonnen Stickoxid, 20 Tonnen Kohlenwasserstoffen und 30 Tonnen Kohlenmonoxid erspart bleiben. Nach Baustelleneinrichtung und Vorarbeiten, stehen Ende November erstmals relevante Aushubmengen zum Abtransport an. In Analogie zur Verfuhr der Baulose 22 und 25 soll auch beim Baulos
41 zumindest 60 Prozent der (bei diesem Baulos marginalen) Aushubmenge von 18.000m³ auf der Schiene abtransportiert. Für die weiteren demnächst anstehenden Baulose 22 und 23 ist ausschreibungsgemäß der Bahntransport vorgesehen. Dabei gilt es 700.000m³ bzw. 1.250.000 Tonnen abzutransportieren. Mangels entsprechender Schienenabfuhrmöglichkeiten wird bei den Baulosen
24 und 25 der LKW zum Zug kommen. Allerdings, so die Auflage der Wiener Stadtverwaltung, darf die Abfuhr nicht durch Wien erfolgen. Soferne im Bereich der Bundeshauptstadt keine stoffliche Wiederverwertung möglich ist, muss dieser Aushub westlich von Wien disponiert werden. Als ökologisch sinnvolle Möglichkeit bietet sich die Verfüllung von Schottergruben im Tullner Feld oder Steinbrüchen im Bereich des Wiener Waldes an.

Die Transportlogistik der weiteren Baulose befindet sich derzeit noch im Planungsstadium, doch auch hier gilt: Mindestens
50 Prozent des Volumens muss auf der Schiene transportiert werden. Kommt der LKW zum Zug, ist der Bauherr verpflichtet die Abfuhrstrecken gemeinsam mit der Wiener Stadtregierung festzulegen und die Art der Entsorgung beziehungsweise Wiederverwertung nachzuweisen.

Mit der Abfuhr des Aushubmaterials vom Baulos 41 wurde die
neu gegründete ÖBB-Tochtergesellschaft ELA Entsorgungslogistik Austria GmbH beauftragt. Sie stellt die jüngste Erweiterung des Speziallogistikangebotes der Österreichischen Bundesbahnen dar. Zielgruppe der neuen Gesellschaft ist die Abfall- und Entsorgungswirtschaft, ihre Transportbedürfnisse unterscheiden
sich stark von anderen Branchen. Die Nachfrage ist charakterisiert durch kurze Entfernungen und bedarfsorientiertes Aufkommen. Häufig fehlen bei Sender und Empfänger auch Bahnanschluss oder geeignete Verladeeinrichtungen, so daß die Branche bisher zu den Domänen des Straßengüterverkehrs zählt.

Schwerpunkt des Logistikangebotes der ELA ist der kombinierte Verkehr und die Bereitstellung für Straßen- und Schienenverkehr geeigneter Transportbehälter beziehungsweise Fahrzeuge und Wagons. Bedarfsorientiert - und dadurch kostengünstig - mietet ELA das notwendige Rollmaterial von der ÖBB sowie anderen europäischen Eisenbahnunternehmen und privaten Einstellern an. Durch einfache Verlademöglichkeit soll der im LKW geführte Ziel- und Quellverkehr umweltfreundlich auf der Schiene gebündelt werden.

Das "Private Public Partnership" ELA Entsorgungslogistik Austria GmbH verfügt derzeit über ein Stammkapital von 1 Mio. Schilling, 50 Prozent werden von der U.E.G. Umwelt- und Entsorgungstechnik AG, einem der führenden österreichischen Entsorgungs- und Recyclingunternehmen, gehalten. Firmenbuchmäßig wurde die Gesellschaft am 5. Mai 1999 gegründet, die operative Tätigkeit wird Ende des Monats mit dem Abtransport von Aushub des Lainzer Tunnels aufgenommen. Da die Gesellschaft auch auf die Personalressourcen der Eigentümer zurückgreifen kann, werden nur drei Mitarbeiter beschäftigt. Diese sollen, so der Businessplan,
im Rumpfjahr 1999 rund ATS 12 Mio. Umsatz, im Jahr 2000 aber
bereits ATS 60 Mio. erzielen. (Schluss) lei

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