OeNB - Auswirkungen des Euro auf die Stabilität der österreichischen Banken

in der Publikationsreihe "Berichte und Studien",

Wien (OTS) - Heft 3/1999, erschienen=

In einem sich immer schneller verändernden
Umfeld für die Banken wirkt die Währungsunion als Katalysator
für den Wandel und wird die bereits vorherrschenden Trends im europäischen Bankwesen verstärken. Die Euroeinführung bedeutet für die Banken Umstellungskosten und den Wegfall einiger profitabler Geschäftsfelder, wie z. B. den Devisen- und Valutenhandel zwischen WWU-Währungen. Auch die Schutzfunktion
der nationalen Währungen geht verloren. Andererseits bieten
sich durch die Bearbeitung neuer Geschäftsfelder sowie die Schaffung innovativer Produkte Chancen, verstärkt im
europäischen Ausland Fuß zu fassen.

Mit der Euroeinführung haben sich Art und Ausmaß der
Risiken, denen österreichische Banken ausgesetzt sind,
geändert. Welchen Einfluss einzelne Risiken haben, hängt unter anderem von der Fähigkeit der Banken ab, sich auf neue Märkte
und veränderte Gegebenheiten auf den bestehenden Märkten einzustellen. Die Analyse der durch den Euro induzierten Veränderungen wird für die Banken immer wichtiger, um
geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit setzen zu können.

In dieser Studie werden wesentliche - durch die
Euroeinführung hervorgerufene -bankenrelevante Entwicklungen dargestellt und mögliche Risikobereiche bzw. Gefährdungen von Ertragspotenzialen für die österreichischen Banken aufgezeigt.
Die dargestellten Entwicklungen lassen darauf schließen, dass
die Euroeinführung zwar unterschiedlich starke Einflüsse auf einzelne Risikokategorien haben wird, aber der hohe
Stellenwert eines umfassenden Risikomanagements in den Banken
noch stärker an Bedeutung gewinnen wird.

In vielen EU-Bankensystemen gibt es deutliche Zeichen von Überkapazitäten. Die hohe Bankstellendichte wird auch in Österreich strukturelle Anpassungsmaßnahmen erfordern. Eine strategisch günstige Positionierung und ausreichende
Flexibilität werden für die österreichischen Kreditinstitute
eine zunehmende Bedeutung erlangen, um die Risiken des Anpassungsprozesses bewältigen zu können und sich im stärkeren Wettbewerb im Euroraum behaupten zu können. Zu den
strategischen Optionen gehören Rationalisierungsmaßnahmen
durch Bankstellenabbau und Kostensenkungen, um die Effizienz
und Profitabilität zu steigern.

Der Euro wird zu einer höheren Markttransparenz und damit
zu einer verbesserten Vergleichbarkeit von Finanzdienst-
leistungen führen. Das bedeutet einen zunehmenden Druck auf
die Preise und die Qualität der Dienstleistungen der österreichischen Banken. Es ist auch ein wachsender Druck der Aktionäre auf die Banken zu erwarten, damit diese den
"shareholder value" erhöhen.

Eine ausreichende Risikotragungsfähigkeit der
österreichischen Banken ist notwendig; neben der ohnehin guten Eigenkapitalausstattung bedarf es einer angemessenen Ertragssituation, die es den Banken ermöglicht, auftretende Risiken in erforderlichem Ausmaß begrenzen zu können. Seitens
der österreichischen Banken sind weitere Maßnahmen zur Ertragsverbesserung notwendig.

Wegen des vergleichsweise niedrigen Konzentrationsgrads im österreichischen Bankensystem ist mit weiteren Fusionen zu
rechnen. Die wachsenden Verflechtungen durch Bankenzusammen-schlüsse mit zusätzlichen Risikopotenzialen bedeuten auch steigende Anforderungen an das Bankmanagement, und vor allem
die systemrelevanten Banken erlangen eine wachsende
Mitverantwortung für die Stabilität des gesamten
Finanzmarktes. Auch die OeNB hat ein großes Interesse an einem sicheren und wettbewerbsfähigen österreichischen Finanzmarkt.
Die intensive Beschäftigung mit der Stabilität des nationalen Bankensystems wird daher weiterhin eine wichtige Aufgabe
sowohl für die Banken als auch für die OeNB bleiben.

Nähere Details können dem gleichnamigen Beitrag, veröffentlicht in "Berichte und Studien", Heft 3/1999,
entnommen werden.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Oesterreichische Nationalbnak
Sekretar des Direktoriums
/Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 01/404 20 DW 6666
http://www.oenb.co.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ONB/OTS