Maria Enzersdorf:

Weigel-Stipendien 1999 für Harald Friedl und Gabriele Petricek

St.Pölten (NLK) - Das Arbeitszimmer des 1991 verstorbenen Schriftstellers Hans Weigel in Maria Enzersdorf ist, wie bereits im Vorjahr, auch heuer Schauplatz der Überreichung der Weigel-Stipendien. Die beiden mit je 90.000 Schilling dotierten Förderungsstipendien gehen heuer an Harald Friedl und Gabriele Petricek. Die Überreichung wird, wie schon in den Jahren zuvor, Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop im Beisein der langjährigen Lebensgefährtin Weigels, Prof. Elfriede Ott, vornehmen, und zwar am Donnerstag, 25. November, um 17 Uhr.

Der gebürtige Steyrer Harald Friedl, Jahrgang 1958, Studium in Salzburg und Lektorrattätigkeit in Großbritannien, wohnt seit 1986 als freiberuflicher Autor, Filmemacher und Musiker im niederösterreichischen Mitterretzbach. Er arbeitet mit Hilfe des Weigel-Stipendiums am Roman "Der Fensterputzer". Dieses Werk erzählt von einem gelungenen Ausbruchsversuch aus Wiederholungszwängen und Vorurteilen und davon, daß ein Mensch nicht an seinen Herausforderungen scheitert, sondern an seinen Projektionen. Der Held des Romans zieht sich in ein erst kürzlich renoviertes Schloß zurück, versucht sein Leben neu zu ordnen und beschäftigt sich mit seinen Erinnerungen. Zerstreuung sucht er durch das Putzen der vielen Fenster im Schloß. Das Eindringen einer realen Person in seine Phantasiewelt bringt ihn wieder zurück ins Leben.

Gabriele Petricek wurde 1957 in Krems geboren und arbeitet als Modeentwerferin, freie Journalistin und Kulturpublizistin sowie seit 1995 als Schriftstellerin. Mit Hilfe des Weigel-Stipendiums schreibt sie einen Roman, der von einer Zugreise von Wien über Florenz nach Rom handelt. Im rhythmischen Wechsel werden die Geschehnisse des Tages dargelegt. An jedem Schauplatz steht eine Frau im Zentrum der Handlung. Die Hauptfigur ist jeweils das Bindeglied zu den anderen Handlungssträngen. Florenz ist der Zielpunkt, Rom der Fluchtpunkt der Erzählung. Es geht um die Heimatlosigkeit der Frauen und um die Verschiebung ihrer Identitäten.

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