Faymann: "Kurzsichtiger ÖVP-Vorschlag auf Rücken der Bewohner"

Gemeindebauten sind kein "unproduktives Kapitalvermögen", sondern sozialpolitische Juwele der Stadt.

Wien, (OTS) Scharf zurückgewiesen hat heute, Freitag, Wiens Wohnbaustadtrat Werner Faymann den "intelligenten Geldbeschaffungsvorschlag" der Wiener Volkspartei, die Gemeindewohnungen der Stadt zu verkaufen. "Die Mieten im Gemeindebau", so der Wiener Wohnbaustadtrat, "- 80 Prozent der Gemeindemieter zahlen unter ÖS 30/m² Mietzins - sind derart knapp kalkuliert, dass damit im wesentlichen die Erhaltung des Hauses sichergestellt ist." Es sei daher mieterfeindlich und absurd,
einem Bewohner um eine ¾ Mio ÖS bis 1 Mio ÖS seine Wohnung zu verkaufen, der dann die selbe Miete weiterbezahlen muss, da das
Haus ja auch in Zukunft erhalten werden muss.

"Städtisches Vermögen und den Schutz der Mieter zu verkaufen ist nicht als intelligent, sondern als kurzsichtig zu bezeichnen", so der Wiener Wohnbaustadtrat. "Denn die Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien sind in der Regel sehr große Wohnhausanlagen. Beim Abverkauf einzelner Wohnungen würden fast unverwaltbare riesige Mischhäuser mit Mietern, Wohnungseigentümern und Untermietern entstehen. Vor allem durch unbeeinflussbare Untervermietungen könnten in den Wohnhäusern der Stadt Wien herbergsähnliche Zustände erzeugt werden.

Darüberhinaus hat der Gemeindebau eine wichtige soziale Aufgabe in der Stadt. Rund 10.000 Wohnungen werden jährlich nach genau festgelegten sozialen Kriterien auch in enger Zusammenarbeit mit Sozialvereinen und Wohnungskommissionen vergeben. Die Stadt
ist daher in der Lage, in persönlichen Krisenfällen sehr schnell und effizient Hilfestellungen anzubieten. Um diesen sozialen
Auftrag auch in Zukunft nachkommen zu können, ist ein Verkauf von Gemeindewohnungen strikt abzulehen", stellte Faymann fest.

"Die ÖVP hat eigentlich nur einen 10 Jahre alten Vorschlag ihrer Kollegen in Graz aufgegriffen, der dort in der Zwischenzeit kläglich gescheitert ist. Denn seit Beginn der 90er Jahre bis
heute haben dort von 5.700 Gemeindewohnungen nur rund 80 einen Käufer gefunden. Das sind in 10 Jahren rund 1,5 Prozent", schloss der Wiener Wohnbaustadtrat. (Schluss) wj

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