HAIDER (2): FPÖ ist glaubwürdige Alternative geworden

FPÖ ist zur stärksten Arbeiterpartei geworden

Wien, 1999-11-12 (fpd) - Durch den Aufstieg der FPÖ seit 1986 sei den beiden Machtblöcken plötzlich eine unerwartete Konkurrenz erwachsen, erklärte FPÖ-Bundesparteiobmann Dr. Jörg Haider im weiteren Verlauf seines heutigen Grundsatzreferates. ****

Gleichzeitig sei alles versucht worden, um den Aufstieg der Freiheitlichen zu stoppen, und zwar durch Ausgrenzung, Diffamierung, Nestbeschmutzung, strafrechtliche Verfolgung und persönliche Nachteile. Jeder Wahlerfolg erschrecke und verunsichere die politischen Gegner derart, daß sie vor Panik und aus Mangel an sachlichen Argumenten in das Instrument der Verleumdung und Dämonisierung flüchten würden.

Durch den Erfolg der FPÖ sei die österreichische Demokratie wirklich funktionsfähig geworden. Denn erstmals gebe es eine erfolgreiche und schlagkräftige Opposition, betonte Haider. Rot und Schwarz hätten sich Staat, Land und Menschen aufgeteilt, als ob es sich um ihr persönliches Eigentum handle. "Wir wollen Machtbesessenheit verhindern und die Macht dem Bürger zurückgeben. Die Chancen dafür stehen sehr gut, denn wir sind zu einer glaubwürdigen Alternative geworden", betonte Haider.

"Unsere Gegner hoffen, daß es sich beim Wahlergebnis um einen einmaligen Irrtum der Wähler handle", sagte Haider. "Nichts dergleichen stimmt." Viele kritische Bürger hätten im Laufe der Jahre Vertrauen zur FPÖ entwickelt. Die FPÖ hätte den Bürgern den Rücken gestärkt. Die Politik der FPÖ sei als populistisch denunziert worden. "Populismus ist eine dem Volk verbundene Politik und das Gegenteil von der Politik der Herrschenden, die in ihrem Elfenbeinturm immer 'von den Menschen da draußen' sprechen", betonte Haider. Bei der herrschenden Klasse habe man oft das Gefühl, daß den Mächtigen das eigene Volk lästig sei und im Wege stehe. Auch in der ehemaligen DDR hätten die Bürger letztlich in wöchentlichen großen Kundgebungen skandiert: "Wir sind das Volk!" Damit sei ein grundsätzliches Umdenken eingeleitet worden.

Wenn Funktionäre den Willen des Volkes auf Dauer ignorierten oder dieses sogar für zu dumm hielten, um wichtige Entscheidungen zu treffen, dann sei nicht das Volk, sondern diese Funktionäre demokratieuntauglich und müßten sich ändern, betonte Haider. Die FPÖ sei zum Anwalt für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung geworden. Sie sei nicht nur zur zweitstärksten Kraft aufgestiegen, sondern sogar zur stärksten Kraft unter den jungen Wählern geworden. Die Jungen würden in der FPÖ eine offene und ehrliche Kraft sehen, der man sinnvolle Veränderungen zutraue. Sie würden sich von den ideologischen Hetz- und Angstparolen der herrschenden wenig beeindruckt zeigen.

Die FPÖ sei auch zur stärksten Arbeiterpartei geworden. Niemand habe Verständnis für das linke pseudointellektuelle Geschwafel von Ausländerfeindlichkeit, wenn der Arbeiter konkret im Verdrängungswettbewerb mit Billigarbeitskräften stehe. Haider sprach hier von einem aufgezwungenen Austromasochismus. Es sei keine Schande, wenn man zuerst für die eigenen Leute Verantwortung tragen wolle. Die Arbeiterschaft habe aber auch kein Verständnis dafür, durch Sparpakete einer leistungsfeindlichen Besteuerung unterworfen zu werden, während Millionäre durch großzügige Verlustbeteiligungsmodelle Steuervorteile von hundert bis zweihundert Prozent lukrieren. "Der Krug geht bekanntlich solange zum Brunnen, bis er bricht", sagte Haider. "Und dieser Krug ist am 3. Oktober gebrochen."

Als neue Partei der arbeitenden Menschen würden sich die Interessen der FPÖ auch mit jenen des gewerblichen Mittelstandes treffen. "Auch dessen Vertreter zählen immer mehr zu unserer Wählerschaft." Die Säulen der sozialen und wirtschaftlichen Stabilität hätten sich in einem politischen Bündnis zusammengefunden, das den alten Widerspruch zwischen Arbeitern und Unternehmen aufhebe, da sie durch Fleiß, Risikobereitschaft, Bescheidenheit und Verantwortungsbewußtsein geeint worden seien, sagte Haider.

Der Wechsel der Arbeiter ins freiheitliche Lager hätte aber auch zu einer massiven Wählerbeschimpfung geführt. Die bislang guten und anständigen roten Arbeiterwähler seien plötzlich zu kurzsichtigen Modernisierungsverlierern geworden. Der linke ORF-Mann Paul Lendvai hätte sich sogar zur These verstiegen, die FPÖ vertrete ab sofort nur mehr das sogenannte "Lumpenproletariat". Offenbar sei die Kluft zwischen Nadelstreifsozialisten mit regelmäßigen Kuraufenthalten in den Gärten der Toskana und den kleinen Leuten in Österreich unüberbrückbar geworden. "Ich frage mich nur, wie es die Moral der Linken so lange ertragen konnte, sich von diesem Lumpenproletariat wählen zu lassen", bemerkte Haider. Am 3. Oktober hätte es auch einen massiven Einbruch in das sogenannte Bildungsbürgertum gegeben. (Forts.)

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