GLAWISCHNIG FORDERT NEUBEWERTUNG VON BOHUNICE-AKW DURCH EU Grüne erhalten auf Anforderung Prammers "Geheimbericht"

Wien (OTS) "Angesichts der Tatsache, daß die Bohunice-Reaktoren offenbar keine Betriebegenehmigung bis 2006 bzw. 2008 haben, wie Global 2000 heute aufgedeckt hat, wird Prammers Geheimbericht noch brisanter", kommentiert die Umweltsprecherin der Grünen, Eva Glawischnig. Dieser etwa 200 Seiten starke Geheimbericht, der weder der EU-Kommission noch der österreichischen Öffentlichkeit bisher bekannt gewesen sei, wurde den Grünen auf ihre Anforderung hin zugestellt.

Nach einer ersten kurzen Bewertung erscheint der englisch geschriebene Bericht ausgezeichnet verfaßt zu sein und gibt ein erschütterndes Bild vom aktuellen Sicherheitsstatus von Bohunice. So steht darin etwa zu lesen, daß wesentliche Sicherheitsverbesserungen, die 1999 hätten fertig sein sollen, bisher nicht umgesetzt worden sind. Das Problem der fehlenden Ummantelung etwa, das wesentlich dazu beitragen sollte, einen Austritt von Radioaktivieät zu verhindern, wurde bisher nicht gelöst, obwohl die Slowakei dies wiederholt versprochen hatte. Nicht gelöst wurde auch die Berstgefahr für die Reaktordruckbehälter. "Nach diesem Bericht ist Bohunice offensichtlich in einem katastrophalen Zustand und müßte daher sofort abgeschaltet werden, denn de facto wurde seit 1993 trotz wiederholter Beteuerungen nichts getan", so Glawischnig.

Die Grünen werden diesen Bericht und die Fakten über die fehlende Betriebsgenehmigung über ihre Europaparlamentarier jedenfalls unverzüglich Kommissar Verheugen übermitteln. "Nach wie vor unverständlich ist für die Grünen, warum Prammer diesen Bericht als so irrelevant angesehen hat, daß sie ihn nicht einmal der EU-Kommsission übermittelt hat. Von Prammer ist hier dringend Aufklärung gefordert", so Glawischnig. Die Grünen werden jedenfalls die Zusammenfassung von etwa 8 Seiten noch heute über Internet zur Verfügung stellen (http://www.gruene.at/).

Von EU-Kommissar Verheugen ist nun Krisenmanagement gefragt, denn wenn all diese Fakten der EU-Kommission nicht bekannt waren, dann ist eine Neubewertung von Bohunice unabdingbar. "Sollten diese Fakten bekannt gewesen sein, dann ist die Zustimmung zur späten Bohunice-Schließung ein politischer Skandal und Verheugen hat massiven Erklärungsbedarf", so Glawischnig.

Sichergestellt ist nun, daß es den von den Grünen geforderten Hautpausschuß zu Bohunice geben wird. Ein Dringliche Anfrage bleibt weiterhin in Erwägung, schließt Glawischnig.

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