Sallmutter: "Es geht um mehr als um die Abgrenzung zur FPÖ"

GPA-Vorsitzender richtete Grußbotschaft an Kundgebung "Gegen eine Koalition mit dem "Rassismus"

Wien (GPA/ÖGB). Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten übermittelt den TeilnehmerInnen der Kundgebung "Gegen eine Koalition mit dem Rassismus" die folgende Grußbotschaft:
"Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen haben ein Klima in Österreich geschaffen, in dem sich ausländische MitbürgerInnen sowie Angehörige verschiedenster Minderheiten zunehmend verunsichert, verängstigt und eingeschüchtert fühlen. Gegen diese Menschen gerichtete Beschimpfungen scheinen salonfähig zu werden, immer öfter sind sie mit Bedrohungen und auch tätlichen Übergriffen konfrontiert. In diesem Klima wurde auch eine Asylpoltik Praxis, die es ermöglicht, Kinder in Schubhaft zu nehmen, Familien zu trennen, Schutzsuchende zu kriminalisieren und Menschen den Mund zu verkleben. Ebenfalls in diesem Klima führte die jetzt zweitstärkste Partei Österreichs einen Wahlkampf, der sich absolut inakzeptabler Methoden bediente, Ausgrenzung betrieb und Feindseligkeit schürte.
Für mich ist die am 12. November stattfindende Demonstration eine Solidaritätsbekundung mit all jenen, die die Folgen dieser Entwicklungen zu spüren bekommen und ein Signal derer, die sich mit den Veränderungen in unserem Land nicht einfach abfinden wollen. Es ist mir aus diesem Grund ein besonderes Anliegen, den TeilnehmerInnen der Kundgebung "Gegen eine Koalition mit dem Rassismus” auf diesem Weg meine Grüße zu übermitteln und meine Verbundenheit mit ihren Anliegen auszudrücken.
Es stimmt - wir sind jetzt gefordert. Wir müssen uns jeglicher Ausprägung von Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entschieden entgegenstellen und auch ebenso konsequent die Basis einer menschenwürdigen Politik und Gesellschaft ausbauen und festigen.
Die Ursachen der aktuellen Probleme vornehmlich auf das Agieren einer Partei bzw. einer Person zu reduzieren, unterschätzt nach meiner Sicht den Handlungsbedarf und erschwert letztendlich einen notwendigen Dialog mit über einer Million WählerInnen. Es geht aber, wie ich meine, gerade darum, diesen WählerInnen nachvollziehbare Alternativen, politische Inhalte, Visionen und Ziele zu bieten und diese auch mit Leben zu erfüllen. Populismen, die auf niedrigste Ressentiments abzielen, würden sich dann leichter von selbst entlarven".

ÖGB, 12. November 1999 Nr. 548

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