Interessensvertretung der Wirtschaft nirgends so teuer wie in Österreich

Wien, am 12.11.1999. (OTS) -

  • Die Diskussion um eine Reform der Wirtschaftskammer droht zur reinen Personaldebatte zu werden.
  • Kaum ein Unternehmen kennt seinen Kammerbeitrag
  • Initiative Modernes Österreich besteht auf der Formel 3x15%, auf transparenter Direkteinhebung und direkte Leistungsverrechnung.

Eine Vergleichsrechnung der "Initiative
Modernes Österreich" zeigt, dass Österreich in Europa einsamer Spitzenreiter bei den Kammerbeiträgen ist. Nirgends sonst in Europa bezahlen Unternehmer auch nur annähernd soviel für ihre Interessenvertretung. Die "Initiative Modernes Österreich" fordert daher eine massive Senkung der Beitragssätze, eine transparente Berechnung durch die direkte Einhebung der Kammerbeiträge und die Einführung des Prinzips der direkten Leistungsverrechnung . Die Finanzierungsbasis der Kammer soll durch die Abkehr vom ausschließlichen Umlageverfahren den Marktbedingungen angepasst werden.

Kammerbeiträge im internationalen Vergleich

Dr Peter Strahammer, Gründungsmitglied der Initiative Modernes Österreich: "Die eben begonnene und sehr wünschenswerte öffentliche Diskussion um eine Reform der Wirtschaftskammer droht derzeit zu einer reinen Personaldebatte zu verkommen. Dabei ist die Situation in Österreich im internationalen Vergleich wirklich alarmierend". Am Beispiel ihrer drei Gründungsmitglieder, der VOEST Alpine Stahl AG, der W. Hamburger AG und der Böhler-Uddeholm AG, hat die "Initiative Modernes Österreich" errechnet, wieviel diese Firmen in Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden an Beiträgen für ihre Interessensvertretung bezahlen müssten (vgl. APA OTS Grafik Nr. 0210-9911-IMOe). Demnach bezahlte die VOEST 1998 in Österreich ATS 62,9 Mio. an Kammerbeiträgen. In Frankreich hätte sie ATS 45,3 Mio. für ihre Interessensvertretung bezahlt, in Deutschland S 2,8 Mio. und in Italien lediglich ATS 256.558,-.

Der enorme Unterschied zwischen Österreich und den anderen Ländern überrascht selbst Böhler-Uddeholm Vorstand Claus Raidl: "Die Unterschiede in den Beitragssätzen sind horrend. Selbst in Frankreich, dem Land mit der zweitteuersten Pflichtmitgliedschaft, würde die Böhler-Uddeholm AG nur die Hälfte ihres österreichischen Kammerbeitrages bezahlen. Deutschland dagegen wäre eine echte Okkasion für uns. Dort würden wir lediglich etwas mehr als 7% unserer österreichischen Kammerumlage von ATS 16,5 Mio zahlen. Wir sind sicherlich gerne bereit, vernünftige Beiträge zu bezahlen. Davon kann im Moment aber keine Rede sein."
Die "Initiative Modernes Österreich" bleibt daher bei ihrer Forderung nach massiver Beitragssenkung. Claus Raidl: "Die Kammerbeiträge müssen über 3 Jahre hinweg jeweils um 15% gesenkt werden. Die enormen Summen, die wir jetzt bezahlen, sind durch nichts zu rechtfertigen."

Informationsdefizit beseitigen
Zusätzliche Brisanz erhält die Vergleichsrechnung durch das Ergebnis einer Umfrage, die das Institut SORA im Auftrag der "Initiative Modernes Österreich" im September unter Unternehmern durchgeführt hat. Demzufolge wissen 2/3 (68%) der befragten Unternehmer nicht, wie ihr Kammerbeitrag berechnet wird und wie hoch ihre Kammerbeiträge tatsächlich sind. Dazu Peter Strahammer, Vorstands-Vorsitzender der VOEST Alpine Stahl AG: "Kaum ein Unternehmer ist sich bewusst, dass er neben der Grundumlage auch noch 0,39% des gesamten Vorsteuervolumens als Kammerumlage I abführt und zwischen 0,45 und 0,48% der Bruttojahreslohn- und Gehaltssumme als Kammerumlage II über das Finanzamt bezahlt. Viele Kammermitglieder würden staunen, wie hoch ihre Beiträge wirklich sind. Das System ist jedoch so ausgelegt, daß niemand wirklich genau weiß, wieviel er zahlt."

Direkteinhebung und weitestgehende direkte Leistungsverrechnung

Neben einer massiven Beitragsreduktion ist für Strahammer daher eine transparente Direkteinhebung der gesamten Kammerumlage durch die Wirtschaftskammer unabdingbar. Denn: "Jeder Unternehmer hat ein Recht darauf, zu wissen, wieviel er an die Kammer bezahlt und was mit seinen Beiträgen geschieht. Das Preis-Leistungsverhältnis muss jedem klar werden."

Den Weg zur Kostenreduktion sieht die Initiative Modernes Österreich neben einer tiefgreifenden Strukturreform der Kammer auch in weitestgehender direkter Leistungsverrechnung. Dazu der Mitbegründer der Initiative Modernes Österreich, Thomas Prinzhorn: "Viele Serviceangebote der Wirtschaftskammer, z. B. die Außenhandelsorganisation, werden nur von einigen Firmen genutzt. Es kann nicht angehen, dass einige wenige auf Kosten aller konsumieren. Wer bestimmte Serviceleistungen der Wirtschaftskammer in Anspruch nimmt, soll dafür auch bezahlen. Schließlich ist die Kammer eine Interessensvertretung und keine Umverteilungsorganisation."

Ab 15. November im Internet unter www.imoe.at
Die "Initiative Modernes Österreich" wird sich als überparteiliche Reformplattform auch weiterhin aktiv für einen zukunftsorientierten wirtschaftspolitischen Diskurs in Österreich einsetzen. Ab Montag, den 15. November wird die Initiative unter der Adresse www.imoe.at ihre Anliegen auch im Internet zur Diskussion stellen. Dort können interessierte Unternehmen unter anderem das Berechnungsmodell zur Berechnung ihres Kammerbeitrages abrufen.

Die internationale Vergleichsrechnung finden Sie als Grafik Nr. 0210-9911-IMOe in APA OTS und auf der Homepage der "Initiative Modernes Österreich" unter www.imoe.at/umlage/
Die detailierten Ergebnisse der SORA Umfrage finden Sie unter www.imoe.at/umfrage/

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Initiative Modernes Österreich, Martin Pfundner, Geschäftsführer, Tel. ++43-699 104 44 701

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