20 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs in Wien

Wien, (OTS) "Moderne Gesundheitspolitik muss frei sein von jeglicher Bevormundung des Patienten", erklärte am Freitag Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder im Rahmen der Präsentation eines Festprogrammes zum 20-jährigen Bestehen der
Frauenselbsthilfe nach Krebs – Landesverein Wien, das am Montag, dem 15. November, im Wappensaal des Wiener Rathauses stattfinden wird.

An der Präsentation nahmen auch die Wiener Vorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs, Susanna Büchler, deren Stellvertreterin, Gertrude Buchmann, sowie die Leiterin des Instituts für Radioonkologie im Kaiser Franz Josef-Spital, Prim. Univ.Doz. Dr. Annemarie Schratter-Sehn, teil.

"Die Ansprüche der Patientinnen und Patienten in Sachen Mitbestimmung haben sich grundlegend geändert", erläuterte Rieder weiter. "Bestes Beispiel dafür ist die auch in Europa mittlerweile obligate Teilnahme von Selbsthilfeorganisationen an großen medizinischen Kongressen."

Wien habe schon vor langer Zeit dieser Entwicklung mit der Schaffung von Patientenrechten, der Errichtung der Patientenanwaltschaft und nicht zuletzt durch die Unterstützung
der Selbsthilfegruppen selbst Rechnung getragen. So habe sich beispielsweise der "Beirat der medizinischen Selbsthilfegruppen" nicht nur zu einer Plattform für Meinungsaustausch entwickelt, sondern konnte konkrete Verbesserungen durch Verhandlungen mit Organisationen wie Gebietskrankenkasse, Ärztekammer etc. erzielen.

Die Frauenselbsthilfe nach Krebs habe, so Rieder, immer eine Wegbereiterrolle für Patientenrechte innegehabt. "Zu einer Zeit in der PatientInnen und deren Angehörige bestenfalls Zaungäste des medizinischen Routinebetriebes waren, propagierte die Frauenselbsthilfe nach Krebs engagiert die Hinwendung des Gesundheitswesens zu den Bedürfnissen der PatientInnen und deren Familien", betonte Rieder.

Gründung durch Martha Frühwirt

Der Landesverein Wien der Frauenselbsthilfe nach Krebs wurde
im Juni 1979 von Reg.Rat Martha Frühwirt gegründet. Ein erster Höhepunkt der Selbsthilfegruppe war die Eröffnung des Medizinischen Selbsthilfezentrums Wien in der Oberen
Augartenstrasse 26-28, für das die Stadt Wien 1986 ein Gebäude zur Verfügung stellte. Seit September 1998 trägt das Zentrum den Namen "Martha Frühwirt-Zentrum für Medizinische Selbsthilfegruppen" nach der im März 1998 verstorbenen Gründerin. Das Haus beherbergt heute 26 Selbsthilfegruppen.

Die Leistungen der Frauenselbsthilfe nach Krebs

o Betreuung:

Aussprache und Beratung durch selbst von dieser
Krankheit betroffene Frauen einzeln und in Gruppen, über Wunsch schon vor der Operation und auch im Krankenhaus. Beratung von Angehörigen.
Selbstbetroffene, die mit optimistischer Lebenseinstellung ihre Probleme überwunden haben, können mit ihrer Lebenserfahrung und durch ihr Beispiel der frisch operierten Patientin Mut machen
und Kraft vermitteln und ihr helfen, Ängste und Depressionen abzubauen.
o Psychische Betreuung:

Betreuung durch Psychotherapeuten einzeln oder in Gruppen,
Umgang mit Nervosität und Stress, mehrwöchige Kursreihen. Leben lernen mit der Krankheit und deren Folgen. Das richtige Selbstwertgefühl steigert Ihre Lebensqualität.
o Veranstaltungen und Kurse

Wirbelsäulengymnastik speziell für Brustoperierte, Gymnastikgruppe, Kurse "Autogenes Training" und "Die eigenen Kraftquellen entdecken", Entspannungsübungen, Gesunde Ernährung, Yoga, Ismakogie, Tai-Chi, Schwimmnachmittage, Bastelrunden und Kreativgruppen für Hinterglas-, Aquarell- und Seidenmalerei. Oster-, Herbst-, Weihnachts- und Flohmärkte.
o Gesellige Veranstaltungen:

Geburtstagsjausen, Faschingsfeste, Weihnachtsfeiern, Theaterbesuche, Ausflüge, Exkursionen, Ausstellungen etc.
Alle Veranstaltungen sollen Motivation sein, am
gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und aus der Isolation, in die sich Krebskranke manchmal gedrängt fühlen, auszubrechen.
o Vorträge und Informationen:

Fachvorträge mit anschließender Diskussion und Aussprachemöglichkeit mit Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten, Ernährungsfachleuten, Vertretern der Sozialversicherung, Lebensberatung, Gesprächsrunden mit Erfahrungsaustausch und speziell "Lymphödem – was tun?", Fachbücherei, Produktvorführungen von Prothetik, Perücken und Bademoden, Seminare und Tagungen, Jour-fixe in Krankenanstalten.

Schriftliche Informationen:
o "Wie soll es weitergehen?"
o "Du und die Strahlentherapie"
o "Chemotherapie" – Kurzinformation
o "Merkblatt zur Hand- und Armpflege"
o "Du und die Mammographie"
o "Du und Dein Umgang mit Krebskranken"
o "Du und die Ernährung"
o "Selbstuntersuchung der weiblichen Brust"

Diese Informationen können kostenlos angefordert werden. Regelmäßige Aussendungen von Veranstaltungsprogrammen und Informationen an unsere Mitglieder.

o Rehabilitation:

Wirbelsäulengymnastik für brustoperierte Frauen, Heilmassage, Heilgymnastik, manuelle Lymphdrainage (Physiotherapeutin), Beratung und Betreuung bei Lymphödem (Ärztin)
o Schulung der Mitarbeiterinnen:

Jährlich mehrere 3-4tägige Seminare zur Fortbildung, Supervision, Teilnahme an Tagungen, Seminaren und
internationalen Kongressen.

Service:

o Festveranstaltung 20 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs –

Landesverein Wien, Montag, 15. November, 10 bis 19 Uhr,
Wappensaal des Wiener Rathauses, Eingang Lichtenfelsgasse, Feststiege 2
o Frauenselbsthilfe nach Krebs, Landesverein Wien, Martha

Frühwirt-Zentrum, 1020 Wien, Obere Augartenstraße 26-28, Tel. 01-332 23 48, Fax 01-334 65 50, www.medhost.at,
Bürozeiten: Mo., Mi., Do., 9-13 Uhr, Di. 9-17 Uhr
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