Stummvoll zu E-Commerce: Haben die 24-Stunden-Wirtschaft erreicht

Revolution der digitalisierten Wirtschaft bietet neue Chancen für kleinere Betriebe - lebenslanges Lernen wird zum Muss

pwk - Die Weltwirtschaft werde jetzt zur Jahrtausendwende von vier Megatrends geprägt, erläuterte Donnerstag abends der Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Günter Stummvoll. Beim 5. Internationalen Finanz- und Wirtschaftsforum in Wien nannte er: **** 1. die politische Neugestaltung Europas (wobei Österreich als früheres Grenzland mit dem Rücken zum Eisernen Vorhang wieder in die Mitte Europas zurückkehre);
2. die Liberalisierung aller Märke vom Finanz- bis zum Telekombereich;
3. die grenzenlose Mobilität des investiven Kapitals und
4. das bisher unerreichte Tempo des technischen Fortschritts.

Da die digitale Technologie immer mehr Einfluss auf alle Märkte ausübe, komme es derzeit zu einer Neuorientierung von Produktion, Kapitalflüssen und Logistik und damit zu einem verstärkten Wettbewerb der Standorte - von einzelnen Regionen bis hin zu den Kontinenten. Stummvoll: "Welcher Standort die Nase vorn hat, wird über Qualität, Flexibilität, Innovation und Kosten entschieden. Außerdem gilt immer mehr der Grundsatz, dass es heute viel zu riskant ist, nichts zu riskieren. Wer wohl überlegt riskiert und investiert, geht ein kalkulierbares Riskos ein. Wer nichts riskiert, bleibt stehen und gefährdet das Erreichte."

Besonders der E-Commerce sei derzeit die revolutionärste Entwicklung in der Wirtschaftswelt, wies Stummvoll auf eine neue Studie von Andersen-Consulting hin, die belege, dass seit einem Jahr Europa gegenüber den führenden USA beim E-Commerce massiv aufhole. Immer größere Teile der Geschäftstätigkeit würden von den Firmen digital abgewickelt. Software, Musik, Video, Finanzprodukte und standardisierte Waren wie Bücher oder Qualitätsweine würden rund um die Uhr im Internet gehandelt. Stummvoll: "Wir haben bereits die 24-Stunden-Wirtschaft erreicht und werden in zehn Jahren - wenn sich weite Bereiche des Handels über einen 24-stündigen E-Commerce abspielen - vermutlich über die jetzige Ladenöffnungsdiskussion lächeln. Zugleich ist die grenzüberschreitende 24-Stunden-Wirtschaft auch eine neue Chance für Klein- und Mittelbetriebe, da sie damit den selben Zugang zu Informationen haben wie Großbetriebe."

Konsequenzen habe der Wirtschaftswandel aber auch für die Beschäftigten. Der Umgang mit den neuen Technologien werde "zu einer vierten Kulturtechnik, der wir uns alle anpassen müssen und die ein lebenslanges Lernen verlangt. Alle technologischen Veränderungen müssen durch konsequente Weiterbildung rasch bewältigt werden."

Der wirtschaftliche Wandel habe aber auch Auswirkungen auf die Sozialpartnerschaft in Österreich. Wenn es stimme, dass im Arbeitsmarkt der Zukunft ein Drittel der Beschäftigten stabile Arbeitsverhältnisse haben werde, ein Drittel sehr flexibel (Teilzeit etc.) arbeiten werde und beim restlichen Drittel die Grenze zwischen selbständig und unselbständig verschwinde, dann müssten rasch neue, flexible Antworten auf diese künftigen Herausforderungen gefunden werden. Hier gehe es dann nicht mehr um eine althergebrachte Sozial-und Beschäftigungspolitik, sondern darum, wie die hohe Qualität des Wirtschaftsstandortes Österreich auch im 21. Jahrhundert erhalten, ein bestimmtes Maß an sozialer Sicherung finanziert und gesichert und die Qualifizierung aller Erwerbstätigen sowie die Innovationskraft verbessert werden können.
(Schluß) RH

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