ÖGB Steiermark: Regierungsbildung nicht auf dem Rücken von Beschäftigten!

Kanzler um jeden Preis?

Graz (ÖGB). Die gestern von SPÖ Parteigeschäftsführer Rudas getätigten Aussagen in Richtung Liberalisierung der Öffnungszeiten im Handel, stoßen innerhalb des ÖGB Steiermark auf breite Ablehnung. Der steirische ÖGB und GPA Vorsitzende Walter Pöschl sieht in den Vorstößen des Kanzlergehilfen einen ”Verrat” an den rund dreihunderttausend Handelsangestellten.++++
Die erweiterten Öffnungszeiten und die damit einher gehende Flexibilisierung bringen die ArbeitnehmerInnen bereits heute in große Schwierigkeiten. Teilzeitmodelle nehmen Überhand. Immer weniger Handelsangestellte bekommen einen Job als Vollzeitbeschäftigte. Die Beschäftigten, überwiegend Frauen, sind gezwungen mehrere Jobs anzunehmen um zu überleben. Und dazu kommt, dass die Unternehmer bei Kollektivvertragsverhandlungen seit Jahren Verschlechterungsprogramme auf den Tisch legen, die nur darauf abzielen, die Situation weiter zu verschlimmern - z.B. die Diskussion um die Sonntagsöffnung! Diese negative Entwicklung dürfte Rudas anscheinend entgangen sein, so Pöschl.

”Auf den Kanzler kommt es an”!
Pöschl vermutet, dass angesichts der Sondierungsgespräche innerhalb der SPÖ eine Hysterie ausbricht, unter deren Druck man bereit ist Grundsätze über Bord zu werfen.
Doch der Preis ist zu hoch: Eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten bedeutet wesentliche Verschlechterungen für die Handelsangestellten. Liberalisierungspolitik über die Köpfe der ArbeitnehmerInnen hinweg zu betreiben und sich zugleich als ArbeitnehmerInnenpartei zu deklarieren, kommt einem Verrat nahe. Wenn dieser Kurs innerhalb der SPÖ weiter betrieben wird, werden der FPÖ auf Sicht gesehen die Wähler in Scharen zulaufen, befürchtet Walter Pöschl.
ÖGB, 12. November 1999 Nr. 547

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Marcel Pollauf

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