Präsident Gumpinger: Eine neue Bundesregierung muß dringend die Familien stärken

Wien (OTS) - Die Familienpolitik muß ein vorrangiges Anliegen
einer neuen Bundesregierung sein fordert LAbg. Mag. Otto Gumpinger in einem offenen Brief die Vorsitzenden der vier Parlamentsparteien als Präsident des Österr. Familienbundes auf. Gleichzeitig wird Bundespräsident Dr. Thomas Klestil gebeten wesentliche Fortschritte in diesem Bereich zu einem Erfordernis für die Regierungsbildung zu machen.

Angesichts des katastrophalen Geburtenrückganges hat eine neue Bundesregierung sich mit den gravierenden Auswirkungen der demographischen Entwicklung intensiv zu befassen und Maßnahmen zu ergreifen um diese enorme Gefährdung der Zukunft unseres Landes zu stoppen.

Der Österreichische Familienbund sieht den zentralen familienpolitischen Ansatz bei einem Maßnahmenpaket zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und einer gesellschaftlich ausreichenden Anerkennung und vollen sozialen Absicherung jener Personen, die Betreuungs- und Erziehungsarbeit leisten.

In einem ersten Schritt ist das Karenzgeld für alle Eltern einzuführen. Jene ca. 10% der Mütter und Väter, die heute noch davon ausgeschlossen sind, benötigen es dringend

In einem zweiten Schritt müssen Kindererziehungszeiten (4 Jahre pro Kinde unabhängig vom Geburtsabstand pensionsbegründend angerechnet werden.

Dann sollte die Karenzzeit wieder auf tatsächliche zwei Jahre angehoben werden mit der längerfristigen Zielsetzung einer Ausdehnung bis zum Kindergartenalter (3 Jahre Karenz).

Mehr Teilezeitarbeitsplätze schaffen

Eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung soll durch eine höhere Anzahl von Teilzeitarbeitsplätzen erreicht werden.

Die Betriebe könnten durch steuerliche oder abgabenrechtliche Anreize dazu motiviert werden bzw. der öffentliche Dienst vorbildhaft vorangehen.

Kinderbetreuungskosten (Kindergarten, Krabbelstube, Hort, innerhäusliche Kinderbetreuung, Tagesmutter) müssen als Werbungskosten steuerlich absetzbar werden, allerdings nur für jenen Kostenanteil, der nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert wird.

Eine laufende Valorisierung der Familienbeihilfe nach der Inflationsrate ist dringend erforderlich, gleiches gilt auch für das Karenzgeld und ähnliche Leistungen.

Internatsschüler und Lehrlinge an lehrgangsmäßigen Berufsschulen erhalten im Gegensatz zu den Tagesschülern keine Schülerfreifahrt. Jene, die weniger Kosten verursachen und selbst stärker durch Internatskosten belastet sind fallen durch den Rost. Diese Ungerechtigkeit ist sofort zu beseitigen

Flächendeckende Mediation

Im Bereich des Familienrechtes soll ein flächendeckendes Angebot an qualifizierter Mediation im Rahmen der Familienberatung aufgebaut werden, um vor allem im Interesse der betroffenen Kinder zu lebbaren Scheidungsvergleichen zu kommen. Probleme bei der Ausübung des Besuchsrechtes für nicht obsorgeberechtigte Elternteile können durch das Angebot der Besuchsbegleitung gemildert werden.

Eine bundesweite Koordination der schulautonomen Tage ist im Interesse der Familien mit mehreren Kindern an verschiedenen Schulen dringend erforderlich. Dem Ausbau der Qualitätssicherung an den Schulen und der Eindämmung des Nachhilfe(un)wesens sollten hohe Priorität eingeräumt werden.

Die Zertifizierung familienfreundlicher Betriebe, wie sie beispielsweise jetzt durch das Familienaudit und Maßnahmen der Länder erfolgt ist massiv zu forcieren, faßt der Österr. Familienbund wesentlich Zielsetzungen für eine neue Familienpolitik zusammen.

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