Effiziente Klimaschutzpolitik auf dem Prüfstand

Voraussetzungen für freiwillige Energieeffizienz-Vereinbarung nicht gegeben - Industrie prüft branchenmäßige CO2-Trends

PWK - "Die österreichische Industrie gibt grundsätzlich freiwilligen Vereinbarungen als intelligente Alternative den Vorzug gegenüber herkömmlicher "Command-and-Control"-Politik. Wir sehen derzeit aber leider die Voraussetzungen nicht gegeben, solche Vereinbarungen im Bereich der Energieeffizienzsteigerung einzugehen und somit überproportional zur Erreichung des Kyoto-Klimaschutz-Zieles beizutragen. Wir prüfen jedoch im Rahmen einer vom Institut für industrielle Ökologie durchgeführten Studie erstmals die branchenmäßige Entwicklung der CO2-Emissionen in der Industrie, um mit Hilfe exakter Daten zu realistischen Entscheidungen über weitere Schritte einer effizienten Klimaschutzpolitik zu kommen", sagte Oliver Dworak, Umweltreferent der Bundessektion Industrie der Wirtschaftskammer Österreich, bei der EU-SAVE-Konferenz "For an energy efficient millenium" am Dienstag in Graz. ****

Österreich, das an den globalen CO2-Emissionen nur mit 0,26 Prozent beteiligt ist, hat sich im Vorjahr bei der EU-internen Lastenaufteilung zur Erreichung des Kyoto-Zieles von Minus 8 Prozent bis 2008/2012 bekanntlich zu einer überdurchschnittlich hohen Treibhausgas-Reduktion (minus 13 Prozent) verpflichtet. "Wir haben schon früher darauf hingewiesen, dass dieses Ziel überaus ambitioniert ist. Es zeigt sich bereits jetzt, dass es sehr großer Anstrengungen bedürfen wird, um auch nur in die Nähe dieses Wertes zu kommen. Grund dafür sind einerseits die im internationalen Vergleich niedrigen spezifischen CO2-Emissionen Österreichs, was zusätzliche Reduktionen extrem verteuert, andererseits die stark zunehmenden Anteile aus dem Verkehr und dem privaten Sektor. Es wäre ein Irrtum, zu glauben, dass die Industrie alleine die Kastanien aus dem Feuer holen kann", führte Dworak aus.

Die heimische Industrie habe es in beeindruckender Weise geschafft, Produktionswachstum und Energieeinsatz bzw. CO2-Intensität zu entkoppeln. Viele Unternehmen haben durch Energieträgerumstellungen bzw. die Ausweitung des Einsatzes von Ersatzbrennstoffen, durch die verstärkte Nutzung von sekundären Rohstoffen, den Einsatz neuer Technologien sowie durch verstärkte Abwärmenutzung die vorhandenen Spielräume unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen weitgehend ausgeschöpft. Wo es möglich ist, bemühten sich die Betriebe um weitere Verbesserungen der Energieeffizienz.

Die Bundessektion Industrie prüft derzeit die Entwicklung der CO2-Emissionen in den einzelnen Industriebranchen. Dabei werden Ursachen für einzelne Tendenzen analysiert und Zusammenhänge mit anderen Entwicklungen durchleuchtet. Szenarien für die Trends bis 2010 sollen das Bild vervollständigen. Diese Daten werden dann eine seriöse Abschätzung allfälliger Potentiale erlauben.

Freiwillige Vereinbarungen oder "Long term agreements" (LTAs) haben zwar aus Sicht der Industrie gegenüber gesetzlichen Vorschriften eine Reihe von Vorteilen, wie zB eigenständige Zielfestsetzung und Verantwortung, Flexibilität, Konkurrenzfähigkeit und Kosteneffizienz. "Wesentliche Voraussetzungen für ökologisch erfolgreiche und ökonomisch verträgliche LTAs sind jedoch vor allem auch politisch langfristig verlässliche Kooperationspartner und das Einfrieren bzw. Zurücknehmen gesetzlicher oder steuerlicher Regulative. Diese Voraussetzungen sehen wir in der gegenwärtigen Situation leider nicht in ausreichendem Maß gegeben", betonte Dworak.

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