Dita Indah Sari: Internationale Solidarität lohnt sich

Indonesische Gewerkschafterin beim Zukunftssymposion und im ÖGB

Wien (ÖGB). Dita Indah Sari, indonesische Gewerkschafterin, war drei Jahre lang auf Grund ihres gewerkschaftlichen Engagements in Haft. Es folgten internationale Proteste und Aktionen zahlreicher Gewerkschafts- und Menschenrechtsorganisationen. Die ÖGB-Frauen starteten die Hilfsaktion ”Hände weg von Dita Indah Sari” und konnten auf diese Weise Tausende Händeabdrucke sammeln und dem indonesischen Botschafter in Wien übergeben. Der internationale Druck wurde stärker, und unter dem neuen indonesischen Regierungsregime wurde Dita Sari freigelassen. Gestern war sie Gast im ÖGB und Referentin beim internationalen ORF-Symposion ”Zukunft der Solidarität”. ++++

Dita Sari betonte bei ihrem Besuch im ÖGB und ihrem Zusammentreffen mit dem Leitenden Sekretär Karl Drochter sowie beim Zukunftssymposion, dass sie während ihrer Haft sehr überrascht war, so viele Briefe aus Österreich zu erhalten, sie rechnete nicht damit, dass ihr Fall um die Welt geht und dass ihr Schicksal so viele Menschenrechts- und Gewerkschaftsaktivisten bewegen würde, zu ihren Gunsten Druck auszuüben. Sari: ”Dieses Engagement war praktisch gelebte Solidarität, die viel Positives bewirkt hat.”

Saris Aufenthalt hinter Gittern war zermürbend: kein Zugang zu Informationen, totale Isolation. Erst das letzte Jahr ihrer Haft wurde besser. Durch das Engagement vieler Menschen wurde sie motiviert, gestärkt und ermutigt. Sari: ”Ich habe auch indonesische ArbeiterInnen überzeugt, dass sich internationale Solidarität lohnt.” Sari ist überzeugt, dass es unter dem neuen Regime in Indonesien mehr Chancen für Menschen- und Gewerkschaftsrechte geben werde. Zum ersten Mal konnten nun unabhängige Gewerkschaften entstehen. Die Regierung sei auch bemüht, die Rolle der Militärs im gesellschaftlichen Bereich zurückzudrängen.

Notwendig sei es, so Sari, dass sich Gewerkschaften nicht nur für bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern einsetzen, sondern dass sie auch Entwicklungen der Globalisierung rascher entgegentreten. Dazu sei ein internationales Networking notwendig.

Leitender Sekretär Karl Drochter betonte, dass es gerade in Zeiten der Globalisierung und deren weltweiten Folgen spürbare Solidarität geben müsse. Es sei notwendig, mehr Kapazitäten für internationale Information und Organisation freizugeben. Gleichzeitig sei es notwendig, Demokratien weltweit zum Durchbruch zu verhelfen, dies müsse ein ständiges Bemühen aller Gewerkschaften sein. Österreich werde sich mit aller Kraft auch bei internationalen Organisationen, besonders im Internationalen Bund Freier Gewerkschaften (IBFG) dafür einsetzen, diesen Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen. (bfm)

ÖGB, 10. November 1999 Nr. 536

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