Presseinformation: KMU als Stiefkinder der Stromliberalisierung

Wien,10.11.1999 (OTS) - Umfrage unter 1.000 Klein- und Mittelbetrieben=

Kleine und mittlere Unternehmen in
Österreich fühlen sich von der Stromliberalisierung stiefmütterlich behandelt. Sie wollen so rasch wie möglich den freien Marktzugang. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle SORA-Studie, die im Auftrag von EnBW Austria im Oktober 1999 unter rund 1.000 österreichischen Klein- und Mittelbetrieben durchgeführt wurde. EnBW Austria ist für eine 100%ige Marktöffnung.

Die mehr als 220.000 kleinen und mittleren Gewerbe- und Industriebetriebe - das viel-gepriesene Rückgrat der österreichischen Wirtschaft - sind per Gesetz nach wie vor von der Liberalisierung ausgeschlossen. EnBW Austria, die Österreich-Tochter der Energie Baden-Württemberg, hat die aktuelle Stimmungslage bei Klein- und Mittelbetrieben zum Thema Stromliberalisierung erhoben. Das Institute for Social Research and Analysis (SORA) befragte 1.007 Klein- und Mittelbetriebe aus energieintensiven Branchen mit mehr als 50 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 30 Millionen Schilling.

Vorteile durch Stromliberalisierung erwartet
Eine überwiegende Mehrheit von 70 Prozent der Befragten ist laut SORA-Umfrage davon überzeugt, von einer Stromliberalisierung zu profitieren und erwartet, daß sich der heimische Energiemarkt schneller und umfassender als erwartet öffnen wird. Je höher die Stromkosten und der Stromverbrauch in einem Unternehmen, desto überzeugter sind die Befragten, daß der freie Strommarkt ihrem Unternehmen etwas bringen wird.

Geringes Wissen über Stromkosten und Stromverbrauch
Die Unwissenheit bezüglich Stromkosten und Stromverbrauch des eigenen Unternehmens ist relativ hoch: Ein Drittel der Befragten kann die jährlichen Stromkosten des Betriebes nicht angeben. Noch größer ist die Unwissenheit beim Stromverbrauch: Zwei Drittel der Befragten können den Stromverbrauch des eigenen Unternehmens nicht nennen.

Liberalisierung ist bekannt
Fast allen Befragten - nämlich 91 Prozent - ist die Liberalisierung des Strommarktes in Österreich bekannt. Als Informationsquellen werden am häufigsten Zeitungen genannt, gefolgt vom Fernsehen.

Kritikpunkte am derzeitigen Stromversorger
Die Hälfte der Befragten übt Kritik am derzeitigen Stromversorger. Der häufigste Kritik-punkt ist der hohe Preis - er wird von etwa einem Drittel (34 Prozent) der Befragten genannt. Als störend wird von zehn Prozent der Befragten auch die Monopolstellung des derzeitigen Stromanbieters, die fehlende Wahlmöglichkeit und die damit verbundene Abhängigkeit empfunden. Sieben Prozent stellen Mängel an Kundenorientierung, Beratung, Information, Betreuung und Service fest. Sechs Prozent nehmen ihren Stromversorger als unflexibel und bürokratisch wahr. Weitere mehrmals genannte Kritikpunkte sind schließlich Stromausfälle und Stromschwankungen und eine untransparente oder komplizierte Abrechnung.

Versorgungssicherheit ist wichtigstes Entscheidungskriterium
Als wichtigste Entscheidungskriterien für die Wahl eines neuen Stromanbieters geben die befragten Unternehmen die Versorgungssicherheit, eine übersichtliche, transparente Abrechung, einen niedrigen Festpreis und flexible Tarife an. Mehr als zwei Drittel aller Unternehmer wünschen sich zusätzliche Beratung, mehr Kundenservice und maßgeschneiderte Energie-Konzepte.

EnBW Austria forciert 100%ige Stromliberalisierung
"Es ist nicht einzusehen, warum kleine und mittlere Betriebe und auch alle Haushalte ihren Stromlieferanten noch nicht frei wählen können", sagte Christian Call, Leiter Marketing & Kommunikation von EnBW Austria, bei der Präsentation der KMU-Studie am Dienstag in Wien. Gleichzeitig forderte er eine Novellierung des österreichischen E-Wirtschaftsgesetzes (ElWOG) und eine rasche 100%ige Öffnung des Energiemarktes.

30.000 neue Arbeitsplätze
Call nahm auch zum Vorwurf alteingessener Energieversorger Stellung, daß durch die Liberalisierung massiv Arbeitsplätze abgebaut würden. Im Gegensatz dazu belegen internationale Studien, daß eine frühzeitige, rasche und weitgehende Liberalisierung der Märkte die Schaffung neuer Arbeitsplätze begünstigt und die Transformation traditioneller Berufsbilder unterstützt (Quelle: Arthur D Little).

Gab es im Jahr 1990 noch 30.412 Beschäftigte in der E-Wirtschaft, so werden es bis Ende 1999 laut Prognose des Verbands der Elektrizitätswerke Österreichs (VEÖ) noch ca. 24.000 sein. Eine Halbierung der traditionellen Arbeitsplätze - wie es derzeit auch auf Großbritannien und Skandinavien zutrifft - werde zwar erwartet. Dafür entstehen aber im Bereich "neue und erneuerbare Energie" in den nächsten Jahren rund 30.000 neue Arbeitsplätze. Dabei sei jedoch die Berufssparte "Service", welche die besten Zukunftsaussichten habe, noch nicht berücksichtigt, betonte Call (Quelle: Institut für höhere Studien).

Vorteile für gesamte Volkswirtschaft
Insgesamt sieht Call die Liberalisierung des Energiemarktes äußerst positiv: "Wir bieten marktgerechte Strompreise und besseres Service. Damit verbessern wir die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Die Sicherung von Standorten in Österreich bewirkt letztlich auch die Sicherung von österreichischen Arbeitsplätzen."

(Ende der Aussendung)

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* Verbrauchsgrenzen zur Teilnahme am liberalisierten Strommarkt
OGS 0199-9911 bzw. 0199-9911c

* Geringes Wissen über Stromkosten und Stromverbrauch
OGS 0200-9911 bzw. 0200-9911c

* Kritikpunkte am derzeitigen Stromversorger
OGS 0201-9911 bzw. 0201-9911c

* Vorteile der Liberalisierung
OGS 0202-9911 bzw. 0202-9911c

* Wichtigkeit der Liberalisierung
OGS 0203-9911 bzw. 0203-9911c

* Entscheidungskriterien für Wahl des
Stromversorgers
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