ÖBB-Investitionsoffensive für Pendler in Österreich

6,5 Milliarden Schilling für den Nahverkehr, 240 doppelstöckige City Shuttles und 660 einstöckige City Shuttles für mehr Fahrkomfort

Wien (öbb): Die ÖBB stehen inmitten der größten Investitionsoffensive ihrer Unternehmensgeschichte. Im Bereich Personennahverkehr werden 6,5 Mrd. ATS in 240 doppelstöckige City Shuttles (3,7 Mrd. ATS) sowie in 660 neugestaltete einstöckige City Shuttles (2,8 Mrd. ATS) investiert."Der Einsatz der neuen Waggons stellt eine wesentliche Steigerung des Fahrkomforts, der Sitzplatzkapazität und somit der Attraktivität des gesamten Personennahverkehrs in Österreich dar", sagt ÖBB-Generaldirektor DI Dr. Helmut Draxler anläßlich der Präsentation des einhundertsten doppelstöckigen sowie des dreihundertsten einstöckigen City-Shuttles im ÖBB-Werk Simmering.****

"Die Innenausstattung der Doppelstockwaggons, die Neugestaltung der einstöckigen City Shuttles sowie die Produktion der mittlerweile 30.000 Sitze für die neue Generation von Nahverkehrswagen werden zur Gänze von den Mitarbeitern des ÖBB-Bereiches Technische Services durchgeführt", sagt DI Dr. Alfred Zimmermann, Leiter der Technischen Services der ÖBB. Die neuen Fahrzeuge sind - mit Ausnahme weniger Komponenten - Produkte österreichischer Erzeugung. Die Inlandswertschöpfung liegt bei 90%. Davon profitieren die heimische Arbeitsmarktsituation ebenso wie die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Das Qualitätsmanagement der Technischen Services ist nach ISO 9001(Qualitätszertifikat) zertifiziert.

DER 100. DOPPELSTÖCKIGE CITY SHUTTLE VERLÄßT DAS ÖBB-WERK SIMMERING Die modernen Doppelstockwagen definieren einen völlig neuen Standard für die Pendler. Geboten werden Armlehnen, Kopf- und Fußstützen sowie Tische, ähnlich wie in einem Flugzeug. Durch die Steigerung der Transportkapazität um 50 Prozent kommt es auch zu einer Erhöhung des Sitzplatzangebotes. Im Zwischenwagen des Doppelstockzuges können insgesamt 114 Reisende Platz nehmen, im Steuerwagen 102 Personen. Der Komfort beginnt bereits beim Einsteigen: Dafür sorgt der Niederflureinstieg, bei dem sich die Tür fast eineinhalb Meter breit für die Fahrgäste öffnet und rasches Aus- und Einsteigen ermöglicht. Im Wageninneren herrscht angenehmes Klima. Steigen die Außentemperaturen über 25°C, schaltet sich automatisch die Temperaturabsenkanlage ein. Die 240 Doppelstockwaggons, welche auf den sechs Hauptmagistralen im Bereich der Ostregion zum Einsatz kommen, werden als Nichtraucherwagen geführt. Jeder Wagen ist mit einer WC-Anlage ausgestattet, deren Abwasser mit einem umweltfreundlichen Behältersystem entsorgt wird. Bestätigt wird die gelungene Konzeption durch zahlreiches Interesse ausländischer Bahngesellschaften, womit auch die Möglichkeit einer internationalen Vermarktung des City Shuttles besteht.

DAS WIRTSCHAFTSWUNDER CITY SHUTTLE
Die Produktion der doppelstöckigen City Shuttles erfolgt in Zusammenarbeit mit der "ARGE Doppelstock" (Siemens SGP-Verkehrstechnik und Jenbacher). Zum Zeitpunkt der Lieferung an die ÖBB besteht der Doppelstockwagen aus dem Wagenkasten sowie den beiden Drehgestellen. Der Einbau der gesamten Innenausstattung erfolgt in den Werkstätten der ÖBB. Die dafür notwendigen Komponenten werden in den ÖBB-Werken Knittelfeld, Floridsdorf, St.Pölten und Wörth selbst gefertigt. Die Anschaffungskosten des City Shuttles liegen um 25% unter jenen eines herkömmlichen Inlandsreisezuges. Die Wendezugtechnik ermöglicht zusätzliche Zeitersparnis und höhere Zugfrequenzen, weil damit das zeitraubende Umrangieren der Lok im Endbahnhof entfällt.

DER 300. EINSTÖCKIGE CITY SHUTTLE
Einen weiteren Leistungsbeweis liefern die ÖBB mit der Präsentation des 300. einstöckigen City Shuttle. Im gesamten Bundesgebiet werden bis zum Jahr 2001 insgesamt 660 einstöckige City Shuttles eingesetzt. Das Refurbishmentprogramm der Technischen Services der ÖBB verwandelt konventionelle Reisezugwagen in völlig neugestaltete, komplett modernisierte Nahverkehrswaggons. Ein Teil der Waggons wird zu Steuerwagen umgebaut, womit die ÖBB auch hier auf das Konzept der Wendezugtechnik setzen können.

TECHNISCHE SERVICES: HÖCHSTE INDUSTRIE- UND TECHNOLOGIEKOMPETENZ Die Technischen Services der ÖBB gelten mittlerweile als Vorzeigebetrieb für den Neubau, Umbau und die Erhaltung von Schienenfahrzeugen. Die Prognose-, Wartungs- und Reparaturtechnologien sowie die Fertigungstechniken entsprechen dem höchsten Industriestandard. 200 Mitarbeiter arbeiten an der Endmontage der Doppelstockwaggons, 316 Mitarbeiter fertigen Wagenteile für die ein- und doppelstöckigen City-Shuttles, 350 Mitarbeiter verwandeln konventionelle Personenwaggons in die völlig neugestalteten einstöckigen City Shuttles.

SELBSTGEFERTIGTE SITZE, GEPÄCKTRÄGER, INNENVERKLEIDUNG
40.000 m² Laminatplatten werden von den ÖBB pro Jahr verarbeitet, um daraus 15.000 Innenverkleidungsteile für die neuen City Shuttles zu fertigen. Jährlich werden 15.000 neue Sitze und 7.500 Gepäckträger von den Technischen Services der ÖBB produziert. Vergangene Woche verließ der dreißigtausendste City Shuttlesitz das ÖBB-Werk St. Pölten.

ERFOLGREICHE OPTIMIERUNG ALLER ARBEITSABLÄUFE
Innerhalb eines Jahres konnten die ÖBB den Zeitaufwand für Servicearbeiten um bis zu 30 % senken - dies bei gesicherter isozertifizierter Qualität und Einhaltung strengster Umweltnormen. Jährlich werden bei den ÖBB die mechanischen, elektrischen sowie elektronischen Teile von 2.240 Reisezugwagen einem gründlichen Service-Check unterzogen. Im Vorjahr lag die Servicezeit pro Wagen bei 14 Stunden. Durch den Einsatz motivierter, gut ausgebildeter Mitarbeiter sowie modernster Industrietechnologie liegt der Zeitbedarf heute bei sechs Stunden. Die Wartung der mechanischen Teile der Elektrolokomotive 1044 konnte ebenfalls von 6,8 auf 5,4 Stunden optimiert werden.
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