4. Europäischer Dorferneuerungskongreß:

Klimawandel erfordert neue Energie- und Umweltpolitik

St.Pölten (NLK) - "Nach Analysen der Versicherungswirtschaft ist die Anzahl großer Naturkatastrophen in den vergangenen zehn Jahren gegenüber den sechziger Jahren auf das Dreifache gestiegen, und die volkswirtschaftlichen Schäden haben sich zugleich inflationsbereinigt sogar auf das Neunfache erhöht." Das erklärte Dr. Hans-Joachim Ziesing vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin, heute anläßlich des 4. Europäischen Dorferneuerungskongresses in Uherské Hradiste, an dem auch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll als Vorsitzender der Europäischen Arge für Landentwicklung und Dorferneuerung teilnimmt. "Bei den Folgen eines vom Menschen verursachten Klimawandels geht es also nicht nur um die ökologischen Auswirkungen, sondern auch um die damit verbundenen ökonomischen Risiken", so Ziesing weiter.

Nach den Hypothesen der Klimaforschung bedroht der vor allem durch den massiven Verbrauch von fossilen Energieträgern verursachte Klimawandel langfristig das globale Ökosystem. Selbst wenn die letzte wissenschaftliche Klarheit noch nicht bestehen mag, so reichen doch die Anzeichen aus, eine grundlegend neue Energie- und Umweltpolitik zu fordern. Dies umso mehr, als in dieser Frage offenkundig kein Irrtum zulässig sein kann sind erst einmal die Auswirkungen des Treibhauseffektes für alle unübersehbar, dürfte es für Gegenmaßnahmen zu spät sein.

Die befürchteten ökologischen Folgen (z.B. Häufung tropischer Wirbelstürme, lang anhaltende Dürren, Veränderungen der Niederschlagsmengen, Anstieg der Meeresspiegel, Beeinträchtigung der Anpassungsfähigkeit der Wälder, Verschiebung der globalen Vegetationszonen) schlagen sich letztlich auch in beträchtlichen volkswirtschaftlichen Kosten nieder. Für 1998 - dem wärmsten Jahr seit Beginn der weltweiten Temperaturerfassung - werden die volkswirtschaftlichen Schäden mit 93 Milliarden US-Dollar angegeben.

Viele Nationen haben sich in den vergangen Jahren verstärkt dieser Problematik und der Suche nach Vermeidungsstrategien angenommen; auf internationaler Ebene ist es im Anschluß an die auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio des Janeiro verabschiedeten Klimarahmenkonvention zu einer Vielzahl von internationalen Konferenzen und Aktivitäten gekommen, deren vorläufiger Höhepunkt das 1997 auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz in Kyoto unterzeichnete Protokoll mit den darin erstmals verbindlich genannten Emissionsreduktionszielen war.

Der bisherige Verlauf der weltweiten Treibhausgasemissionen gibt wenig Anlaß zu übergroßem Optimismus, daß die in Kyoto vereinbarten Ziele erreicht werden: Weltweit waren die CO2-Emissionen 1996 immerhin um etwa sieben Prozent höher als 1990. Ohne den Rückgang in den Transformationsländern (- 28,5 Prozent) hätten sich die Emissionen sogar um 15 Prozent erhöht.

"Am Ende des 20. Jahrhunderts besteht weniger die Sorge vor der Knappheit der Energieressourcen und einer Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit als die Gefahr, daß es zu einer Übernutzung der natürlichen Umweltressourcen kommt. Die Aufnahmekapazität der Umweltressourcen droht zum Engpaß auch der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung zu werden. Es liegt also auch in der ökonomischen Vernunft, den weltweiten Klimawandel als Initialzündung für eine neue Energie- und Umweltpolitik zu begreifen, deren zentrales Element Maßnahmen zugunsten der rationelleren Energienutzung und zum verstärkten Einsatz erneuerbarer Energiequellen sein müssen", schloß Dr. Ziesing.

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