Alice Schalek im Jüdischen Museum

Wien, (OTS) Im Jüdischen Museum der Stadt Wien ist vom 9. November 1999 bis 30. Jänner 2000 (Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr) unter dem Titel "Von Samoa zum Isonzo" eine Fotoausstellung über die Fotografin und Reisejournalistin Alice Schalek (1874 - 1956) zu sehen. Die Schau gibt ein Bild des umfangreichen Werkes der weit gereisten Fotografin, die auch durch die "Letzten Tage der Menschheit", in denen sie Karl Kraus in einer Szene als Kriegsberichterstatterin kritisch zeichnete, einen bis heute großen Bekanntheitsgrad erreichte.****

Ein vor wenigen Jahren von der Nationalbibliothek angekaufter Fotonachlass erschliesst einen völlig anderen Zugang zu ihr:
Dieser zeigt sie als "Berufstouristin" und interessierte Beobachterin fremder Länder und Kulturen, was in ihren überlieferten Reiseberichten lange nicht so deutlich wird wie in ihren Fotografien. Sind ihre Texte von einer europäisch
zentrierten Sicht einer betuchten großbürgerlichen Frau geprägt, so zeigen ihre Fotos eine aus heutiger Sicht faszinierende Welt,
die inzwischen vom Massentourismus weitgehend verfälscht oder
sogar zerstört wurde.

Die aus großbürgerlich-jüdischen Verhältnissen stammende Alice Schalek (1974-1956) konnte sich nicht zuletzt auf Grund
ihrer Herkunft in für Frauen damals noch höchst ungewöhnlichen Berufen durchsetzen: Sie war Journalisten und Fotografin, Kriegsreporterin und Reiseberichterstatterin, Bergsteigerin, wissenschaftliche Vortragende, Schriftstellerin und sie erhielt
die Chance, zwischen 1903 und 1935 mehrfach rund um die Welt zu reisen, wo sie an die 6000 Fotos schoss. Als das jüdische Museum Wien seine Karl Kraus-Ausstellung vorbereitete und der Vorschlag einer erstmaligen Präsentation der Fotografien von Alice Schalek
an die Verantwortlichen des Hauses herangetragen wurde,
entschlossen sich diese spontan, die fotohistorisch interessanten Bilder zu präsentieren, was dank der Unterstützung des Bildarchivs der ÖNB ermöglicht werden konnte. Nach Wien werden die Fotos von Alice Schalek in Hamburg, im Haus der Illustrierten "Stern" vorgestellt (Juli 2000). (Schluss) gab/Vo

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