WINTEREINBRUCH IN WESTÖSTERREICH Mehr Sachschadenunfälle, weniger Personenschadenunfälle in den Wintermonaten

Wien (OTS) - Die langjährigen Erfahrungen aus der Unfallstatistik zeigen klar, daß in den Wintermonaten die Zahl der Unfälle mit Sachschaden steigen. Aufgrund der Witterungsbedingungen und des Straßenzustandes ereignen sich mehr Unfälle mit bloßem Blechschaden als in den restlichen Monaten.

Die Statistik der Personenschadenunfälle sieht hier allerdings anders aus. Die meisten Unfälle mit Personenschaden ereignen sich während der Sommermonate zur Hauptreisezeit. Zu hohes Tempo und Übermüdung auf der Urlaubszeit sind Hauptunfall-ursachen. In den Wintermonaten (ab November) hingegen nimmt die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ab und steigt erst wieder ab März/April.

Die Experten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit sehen unter anderem den Grund für diese unterschiedliche Entwicklung im allgemein niedrigerem Geschwindigkeits-Niveau, wenn der Straßenzustand witterungsmäßig schlechter ist (Schnee-, Eisfahrbahn, Sichtbehinderung durch Niederschläge oder Nebel). Da die Unfallschwere unmittelbar mit den gefahrenen Geschwindigkeiten zusammenhängt, ereignen sich in den Wintermonaten im Durchschnitt weniger schwere und Schwerstunfälle, bei denen Verletzte und Tote zu beklagen sind.

Tipps, wie Sie sicherer durch den Winter kommen:

- Fahren Sie immer mit den Witterungsverhältnissen und dem Straßenzustand angepasster Geschwindigkeit. Erlaubte Höchstgeschwindigkeiten sind auf Schnee und Eis praktisch immer zu hoch.

- Gerade im Winter ist es besonders wichtig, mit Licht auch am Tag zu fahren. Sie sind damit für alle anderen Verkehrsteilnehmer früher und besser zu sehen.

- Rechnen Sie immer mit plötzlich auftretenden Schnee- und Eisfahrbahnen, besonders auf Kuppen, Brücken und bei Tunnelausfahrten

- Eine vollständige Winterausrüstung sollte Selbstverständlichkeit sein.

Dazu gehören: Winterreifen, Ketten im Kofferraum, ein griffbereiter Eiskratzer, immer genügend Wasser in der Scheibenwaschanlage mit entsprechendem Frostschutz sowie eine Autobatterie in gutem Zustand.

Spikes sind übrigens in Österreich ab 15. November wieder erlaubt. Das KfV weist aber darauf hin, daß durch die Fortschritte auf dem Sektor der Winterreifen Spikes nur mehr auf blankem Eis bei Temperaturen um den Gefrierpunkt messbare Vorteile (12-23 Prozent kürzerer Bremsweg) bringen. Bei jedem anderen Straßenzustand überwiegen bei Brems- und Lenkvorgängen eher die Nachteile gegenüber guten Winterreifen.

Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von maximal 3,5 Tonnen dürfen die "Genagelten" bis 1. Mai 2000 verwenden. Im Fall eines früheren Wintereinbruchs kann die Bestrafung für die Benutzung von Spikes in einzelnen Bundesländern schon vor dem 15. November ausgesetzt werden.

In Tirol etwa dürfen derartige Reifen bereits seit Anfang Oktober verwendet werden. Mit Spikes darf man auf Autobahnen mit höchstens 100, abseits davon mit maximal 80 km/h unterwegs sein. Außerdem muss die Verwendung solcher Reifen durch ein Pickerl am Heck des Fahrzeugs kundgetan werden. Wird ein Anhänger von einem spikebereiften Wagen gezogen, muss auch dieser mit "Genagelten" ausgerüstet sein.

Aufpassen sollte, wer mit Spikes ins Ausland fährt. In Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien ist ihre Verwendung überhaupt nicht erlaubt, in Deutschland nur innerhalb eines 15 Kilometer breiten Streifens an der Grenze zu Österreich. Darunter fällt das kleine "Deutsche Eck" von Salzburg über Bad Reichenhall nach Lofer. In der Schweiz sind Spikes auf Autobahnen mit Ausnahme des San Bernardino- und des St. Gotthard-Tunnels verboten.

In Italien sind sie generell erlaubt, und zwar von 15. November bis 15. März.

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 9 PKW-Insassen (davon 8 Lenker), 3 Fußgänger und 1 Radfahrer ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (6), Überholen (2), Unachtsamkeit (1), Herzversagen (1) und Fehlverhalten von Fußgängern (1) festgestellt werden. Bei einem Verkehrsunfall konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Zwei Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben.

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