Kranker Fussball: Sportärztliche Betreuung der Spieler verbessern

Profi-Fußballer sind einem enormen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt

Regelmäßige sportmedizinische Untersuchungen werden jedoch von vielen Vereinen der max.Bundesliga bzw. der ersten Division sträflich vernachlässigt.
Dies ergab eine Umfrage unter den Spielervertretern. Nur bei der Hälfte der Vereine beurteilen die Spieler die Maßnahmen im Bereich der Vorsorgeuntersuchungen als zufrieden stellend. ++++

"Aus medizinischer Sicht bedeutet jede Infektion für einen Profifußballer ein erhöhtes gesundheitliches Risiko. Bei den jüngeren Leistungssportlern liegt die Gefahr fast ausschließlich in einer Herzmuskelentzündung, während bei den älteren Durchblutungsstörungen des Herzmuskels die Ursache sind. Plötzliche Todesfälle, wie das Beispiel Bruno Pezzey zeigt, sind typische Sportlerprobleme. Werden Entzündungen übersehen und gleichzeitig körperliche Höchstleistungen vollbracht, können sich im Ruhezustand kaum bedrohliche Beschwerden im Extremfall sogar bis zu einer tödlichen Gefahr entwickeln", sagt der deutsche Sportmediziner Richard Rost.

Auf Grund der kurzen Sommerpause und der Vielzahl an Bewerbsspielen sind vor allem die Spieler der max.Bundesliga einer außergewöhnlich großen Belastung ausgesetzt.

Die Vereinigung der Fussballer (VdF) hat nun die Meinungen aller Trainer dazu eingeholt. Besonders die Vielzahl an muskulären Verletzungen wird in einem direkten Zusammenhang mit der kurzen Sommerpause gesehen.
Aber auch das schwankende Leistungsniveau wird von den meisten Trainern auf die unzureichende physische und psychische Erholungsmöglichkeit während der kurzen Wettspielpause zurückgeführt. Erfreulich ist, dass auf Grund einer Initiative der Österreichischen Fußball-Bundesliga die Spielervertreter der VdF (Prudlo und Schöttel) sowie sämtliche Trainer der max.Bundesligavereine die bisherigen Erfahrungen und die Terminplanung für die nächste Saison am kommenden Mittwoch diskutieren werden.

Die Vereinigung der Fussballer wird von den Vereinsvertretern auch eine Verbesserung der sportmedizinischen Betreuung einfordern.

ÖGB, 8. November 1999 Nr. 528

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