Konzentration im Handel nimmt weiter zu

Vor allem kleinere Handelsbetriebe kämpfen mit Rentabilitätsproblemen

pwk - Die Ertragssituation der österreichischen Handelsbetriebe hat sich im vergangenen Jahr kaum verbessert, immer mehr kleinere Betriebe kämpfen mit Rentabilitätsproblemen und der Konzentrationsprozess im Handel wird weiter zunehmen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH), die heute, Freitag, in der Wirtschaftskammer Österreich präsentiert wurde. ****

Die Umsatzrentabilität der 5.200 vom IfGH erfassten Betriebe hat sich 1998 im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig von 0,19 Prozent auf 0,24 Prozent verbessert. "Die Bandbreite zwischen den Top- und den Flopunternehmen ist allerdings beachtlich", sagte Peter Voithofer, Mitarbeiter des IfGH. Während die erfolgreichsten Betriebe einen Gewinn von durchschnittlich mehr als 5 Prozent des Umsatzes erzielen konnten, mussten die weniger erfolgreichen Betriebe im Durchschnitt Verluste von 13 Prozent verkraften.

Überdurchschnittliche Gewinne erzielen derzeit die Betriebe im Parfümeriehandel und die Drogeriemärkte. Die Umsatzrentabilität liegt über 2 Prozent. Auch der Radio- und Elektrohandel schneidet im Branchenranking noch recht gut ab. Am Ende der Skala findet sich der Textil- und Schuhhandel (-1,7 Prozent bzw. -6,4 Prozent) und der Handel mit Juwelen (-1,9 Prozent). Während Großbetrieb mit mehr als 50 Mio. Schilling Umsatz noch positiv bilanzieren, geraten die kleineren Betriebe mit weniger als 10 Mio Schilling Umsatz immer mehr unter Druck.

Die Eigenkapitalsquote ist im Vergleich zu anderen Branchen im Handel mit rund 17 Prozent recht gut. Über höhere Eigenkapitalquoten als der Durchschnitt können sich vor allem jene Branchen freuen, in denen überdurchschnittlich hohe Gewinne erwirtschaftet werden.

Weiter zunehmen wird laut Voithofer der Konzentrationsprozess im Handel. Dies lässt sich am sogenannten "Gini-Koeffizient" ablesen, der den Konzentrationsgrad innerhalb einer Branche widerspiegelt. Je höher der Wert (maximal 1), desto größer die Konzentration. Am größten ist die Konzentration derzeit im Lebensmittelhandel (Gini-Koeffizient 0,82), gefolgt von den Branchen Möbelhandel, Schuhhandel, Holz- und Baustoffhandel. "Der Konzentrationsprozess wird sich weiter fortsetzen, nicht nur im Handel, sondern auch in der vorgelagerten Produktion", ist Voithofer überzeugt. Dabei sind vor allem die Klein-und Mittelbetriebe selbst in dezentralen Lagen einer immer stärkeren Konkurrenz ausgesetzt. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, empfiehlt Voithofer, sich verstärkt nach Kooperationspartnern umzuschauen, entweder mit anderen Handelsbetrieben oder mit den Produzenten. Eine andere Strategie könnte die verstärkte Spezialisierung sowohl sortimentsmäßig wie auch nach Kundengruppen sein.
(Schluß) MH

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