ARBÖ: Wer die Sturzhelmpflicht nicht beachtet, muß mit einer Kürzung des Schmerzengeldes rechnen

Wien (ARBÖ) - Wer mit einem Moped oder Motorrad unterwegs ist, sollte immer den richtigen Sturzhelm tragen. Nicht nur, daß man
bei einem Unfall schwere Kopfverletzungen erleiden kann, so kann auch das Schmerzengeld gekürzt werden. Die ARBÖ-Verkehrsjuristen berichten von einer aktuellen Entscheidung des Obersten Gerichtshofes (OGH).

Im gegenständlichen Fall erlitt eine Mopedlenkerin bei einem Verkehrsunfall schwerste Kopfverletzungen, da sie lediglich einen Radhelm und nicht einen vorgeschriebenen Sturzhelm trug. Der Radhelm, dessen Verschluß nicht geschlossen war, löste sich durch den Aufprall vom Kopf der Lenkerin. Dadurch erlitt diese ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert: "Im Gerichtsverfahren wurde ihr Anspruch auf Schmerzengeld in der Höhe von 1,2 Millionen Schilling wegen Verletzung der Sturzhelmpflicht auf rund 917.000 Schilling verkürzt. Grund für die Verkürzung des Anspruches war, daß durch Tragen des falschen Helmes schwerere Verletzungen eintraten, als hätte die Mopedlenkerin den vorgeschriebenen Sturzhelm getragen. Dies bestritt jedoch die Mopedlenkerin und behauptete, daß die erlittene Verletzung auch
bei Tragen eines ordentlichen Sturzhelmes die Folge gewesen wäre.”

Fest stand jedoch, daß durch das Verwenden nur eines Radhelmes die Kopfverletzung mit den nachfolgenden Komplikationen erheblich schwerer war. Die ARBÖ Expertin weiter: "Der Oberste Gerichtshof stellte klar, daß eine Schmerzengeldverkürzung infolge Verletzung der Sturzhelmpflicht nur in Bezug auf vermeidbare Verletzungen in Betracht kommt. Man muß bei der Bemessung des Schmerzengeldes konkrete und fiktive Unfallfolgen einander gegenüberstellen, wobei die sich ergebende Differenz dann der Betrag ist, der vom geforderten Schmerzengeld abgezogen wird.”

Der abschließende Rat der ARBÖ-Verkehrsjuristin ist jedoch einfacher: "Lassen Sie sich nicht auf Rechenexempel rund ums Schmerzengeld ein. Wesentlich vernünftiger ist es, bei jeder Fahrt den vorgeschriebenen Sturzhelm zu tragen und auf diese Weise das Risiko so gut wie möglich zu minimieren.”

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