Positives vom Lehrstellenmarkt: mehr Lehrverträge als im Vorjahr

Anhaltender Aufwärtstrend in den meisten Bundesländern

PWK - Per 31.10.1999 lag die Zahl der eingelangten Lehrverträge mit 47.264 um 379 oder 0,81 Prozent über der Vergleichszahl des Vorjahres. "Wenngleich diese Messzahl wenig über die endgültige Zahl an Lehrlingen im ersten Lehrjahr aussagt, ist sie doch eine wichtige Vergleichszahl, die über reale Trends bei der Lehrlingsaufnahme Aussagen gibt", stellt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich anlässlich der soeben erschienenen Zahlen fest. ****

"Seit Juni 1999 gab es zu jedem Monatsende ausgenommen September leichte Steigerungen, was umso beachtlicher ist, als die Zahl der jugendlichen Pflichtschulabgänger sinkt und wir daher von einer geringeren Grundgröße auszugehen haben", so Piskaty. Interessant ist auch die regionale Situation: nur Wien, Niederösterreich und die Steiermark weisen negative Zahlen, verglichen mit dem Vorjahr, auf. Allerdings verzeichnen alle drei Bundesländer im Oktober einen wesentlich geringeren Rückgang als im Vormonat. "Der Lehrstellenmarkt scheint sich daher zu beruhigen und dazu tragen nicht zuletzt auch neue Lehrberufe bei, die den Betrieben mehr und ihren Bedürfnissen entsprechendere Ausbildungsmöglichkeiten bieten", bemerkt Piskaty.

Piskaty: "Mit der Stabilisierung des Lehrstellenmarktes wird auch die Frage des sogenannten "Auffangnetzes" gemäß dem NAP (Nationaler Aktionsplan für Beschäftigung) neu zu diskutieren sein. Nach Meinung der Wirtschaft sind solche außerbetrieblichen Bildungsmaßnahmen für normal begabte Jugendliche nicht mehr notwendig, sind zu teuer und verzerren den Ausbildungsmarkt."

Spezielle Maßnahmen werden nach wie vor für nicht lehrvertragsfähige Jugendliche anzubieten sein, wobei die Wirtschaft "Berufsvorberei-tungskurse" während des Sommers für die Schulabgänger forciert, da viele von ihnen trotz neun Jahren Schule die grundlegenden Basisqua-lifikationen oftmals nicht beherrschen. Für besonders lernschwache Jugendliche sollen mit der Vorlehre als einem Angebot in dualer Form oder speziell gestalteten Schulen ("Produktionsschulen") zweckmäßigere Qualifizierungsangebote mit späteren Über-stiegsmöglichkeiten in eine Volllehre angeboten werden.

Vermehrt wird sich die Wirtschaft auch um die Förderung von Top-Lehrlingen in zukunftsweisenden Berufen bemühen und das Modell "Lehre und Matura" forcieren, erklärt Piskaty abschließend.

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Dr. Georg Piskaty

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