Kein Folgerecht - Schlag gegen die Künstler

Wien (KMSfB). Die finnische EU-Präsidentschaft hat vorgeschlagen, ein Folgerecht für bildende Künstler einzuführen, um diesen einen Anteil am Wiederverkauf ihrer Werke zu sichern.++++

Entschiedenster Gegner dieser Regelung ist Großbritannien, das den größten Marktanteil im europäischen Kunsthandel hat. Man schätzt, daß der Gesamtumsatz mit Kunstwerken weltweit ein Gesamtvolumen von 8 Mrd. Euro erreicht, wobei Wiederverkäufer einen Umsatz von 6,2 Mrd. Euro erzielen, wie die Europäische Kommission festgestellt hat. Zwei internationale Kunst-Auktionsunternehmen dominieren 60 % des einschlägigen Weltmarktes.

In anderen Ländern wie Deutschland und Frankreich wurde das Folgerecht längst eingeführt, ohne dass der Kunstmarkt zusammengebrochen wäre. Tausende Künstler in Europa hatten große Hoffnungen in das Folgerecht gesetzt.
Österreich hatte während seiner EU-Präsidentschaft die Diskussion vorsichtig positiv in Gang gebracht, aber jetzt durch seine ablehnende Haltung als Zünglein an der Waage den Ausschlag zuungunsten der Künstler gegeben.

"Das ist ein Schlag ins Gesicht der Kunstschaffenden. Damit hat man sich den Profitinteressen des Kunstmarktes gebeugt”, sagte Ernst Körmer, Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe.

ÖGB, 3. November 1999 Nr. 523

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Linzbauer
Tel. (01) 313 16/83802

Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB