Pharmaindustrie für rascheren Zugang zu innovativen Präparaten

Innovativer Arzneimittelmarkt sorgt für Strukturveränderungen im Gesundheitswesen

PWK - Einen verstärkten Einsatz moderner Arzneimittel wünschen sich Österreichs pharmazeutische Unternehmen: Selbst wenn der Fortschritt in der Medizin zu einer Veränderung der Kostenstruktur führe, sollten moderne, bessere Therapien den Patienten so rasch wie möglich zugänglich gemacht werden, lautete der Tenor anlässlich eines Pressegesprächs des Fachverbands der chemischen Industrie. ****

Die Klagen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger über gestiegene Kosten bei Heilmitteln - in den letzten drei Jahren durchschnittlich acht Prozent und damit im europäischen Schnitt -will die Pharmawirtschaft positiv entkräften. Die entstandenen Mehrkosten bei Arzneimitteln beruhen auf Innovationen der Pharmaindustrie, die dem Patienten einen bedeutenden Therapiefortschritt gebracht hätten, betonte Eberhard Pirich, Obmann der Berufsgruppe Pharmazeutische Industrie im Fachverband: "Der Lebenszyklus der Medikamente zur Behandlung wesentlicher Krankheiten wie z.B. Diabetes, Depression, Herz-Kreislauf- und Infektionskrankheiten hat sich erheblich beschleunigt und eine Strukturveränderung im gesamten Gesundheitswesen nach sich gezogen."

Dadurch weise der Heilmittelaufwand ein größeres Wachstum auf als andere Kosten des Gesundheitswesens. Im Vergleich zu anderen Staaten gibt Österreich jedoch regelmäßig weniger Geld für diesen Bereich aus - während z.B. in den USA für das Gesundheitswesen rund zwölf Prozent des BIP, in Deutschland neun bis zehn Prozent des BIP und in der Schweiz über zehn Prozent des BIP aufgewendet werden, sind es in Österreich gerade acht Prozent.

Die Industrie will durch eine Erhöhung der Anzahl rezeptfrei erhältlicher Medikamente, bei denen Österreich ohnehin weit unter dem EU-Schnitt liegt, die Verantwortung und Selbständigkeit des Patienten fördern und gleichzeitig einen Beitrag zur Entlastung des Budgets der Krankenkassen leisten.

Zusätzlich möchte man gemeinsam mit der österreichischen Ärzteschaft für einen vernünftigen Einsatz von "Generika", darunter versteht man Nachfolgeprodukte nicht mehr patentgeschützter Medikamente, eintreten. Der Marktanteil der Generika beträgt in Deutschland 20 Prozent und in den USA rund 30 Prozent, in Österreich hingegen liegt er bei unter zehn Prozent.

Das liege vor allem daran, dass das Preisniveau der Arzneimittel in Österreich vor Patentablauf vom Hersteller auf Forderungen des Hauptverbandes herabgesetzt werden müsse, und somit auch der preisliche Unterschied zwischen Original und Generikum kleiner sei, erklärt Mag. Richard Kwizda, Geschäftsführer des gleichnamigen Pharmabetriebs: "Wenn es bei uns nach Patentablauf zu einer durchschnittlichen Preissenkung für das Original-Arzneimittel um 20 bis 35 Prozent kommt, liegt ein Generikum nur um etwa weitere zehn Prozent darunter."

Generika attraktiver zu machen ist daher bei diesem Preisniveau nur schwer möglich. Schließlich koste es ein Pharmaunternehmen 770 Millionen US-Dollar, bis ein Produkt tatsächlich Marktreife erlangt -ein Betrag, der innerhalb der Patentlaufzeit erst verdient werden muss, argumentiert Kwizda. Die Befürchtung, mit einem Generikum ein qualitativ schlechteres Medikament zu erhalten, wäre jedenfalls unbegründet: In Österreich sind vor allem "branded generika", d.h. Zweitregistrierungen, auf dem Markt, die den Status eines normalen Medikaments besitzen.

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