Heinz Nußbaumer wird Marcic-Preisträger 2000

Schausberger: Ein großer Publizist, ein Internationaler aus Salzburg - Vorbild für Ethik und Journalismus

Salzburg (OTS) - Der Träger des Marcic-Preises des
Jahres 2000 heißt Prof. Heinz Nußbaumer. Dies gab
heute, Dienstag, 2. November, Landeshauptmann Dr.
Franz Schausberger bekannt. Die Landesregierung ist
damit einem Vorschlag der Marcic-Preis-Jury unter dem
Vorsitz von Gerd Bacher gefolgt. Mit Heinz Nußbaumer
habe die Jury einen großen Publizisten, einen
Internationalen aus Salzburg auserkoren, betonte
Schausberger, den Begründungen der Jury folgend. Seine
Arbeit stehe für höchste journalistische Qualität, er
selbst sei Vorbild für Engagement und Ethik im
Journalismus. Seine Arbeit sei von Grundqualitäten
gekennzeichnet, die seriösen Journalismus ausmachen:
Wissen, Ethos, Professionalität.
Wie bekannt, vergibt das Land Salzburg seit dem Jahr
1982 einen Preis für qualitätvolle, herausragende
publizistische Leistungen. Der Preis wird jährlich
vergeben, vorzüglich aber für im Land Salzburg oder
von Salzburgern erbrachte publizistische Leistungen.
Der Preis ist mit 100.000 Schilling dotiert. Die
Preisverleihung wird am 13. März 2000, am Geburtstag
von Rene Marcic, in der Salzburger Residenz
stattfinden. In Ihrem Vorschlag an die Landesregierung
begründete die Jury des Rene-Marcic-Preises ihre
Entscheidung folgendermaßen:
"Mit Nußbaumer wählt die Jury einen Publizisten, der
dem Anspruch, den Rene-Marcic-Preis an Aufgabe und
Verantwortung dieses Berufes stellte, in hohem Maße
entspricht. Der Journalist, Essayist, Buchautor und Präsidentenberater Heinz Nußbaumer ist durch
Grundqualitäten gekennzeichnet, die den seriösen
Journalismus ebensosehr ausmachen, wie sie ihm
zunehmend abhanden zu kommen drohen: Wissen, Ethos, Professionalität. Darauf weist ausdrücklich die
Begründung einer der höchsten medialen Auszeichnungen Österreichs, des Renner-Preises, hin, den er als
einziger Journalist, außer Hugo Portisch, zwei Mal
verliehen bekam: ‚Für höchste journalistische Qualität
als Vorbild für Engagement und Ethik im Journalismus.‘
Heinz Nußbaumer zählt zu den Schwergewichtlern seines
Berufes, und hier wiederum zur in Österreich besonders
raren Kategorie der großen Außenpolitiker.
Der 1943 in Bad Reichenhall Geborene und viel in der
Welt Herumgekommene nennt Salzburg ‚die Heimat seiner
Seele‘. In Salzburg wächst er auf, hier maturiert er
und beginnt ein Studium der Theologie, der Rechts- und Staatsphilosophie sowie der Kunstgeschichte. Die
Salzburger Volkszeitung ist seine erste Redaktion.
1966 holt Hugo Portisch das junge Talent nach Wien zum
Kurier, der damals außenpolitisch interessiertesten
und gewichtigsten Tageszeitung. 1971 wurde er mit der
Leitung des außenpolitischen Ressorts betraut, das er
19 Jahre lang führte. Er war ein Außenpolitiker aus
Passion, seine Kenntnis und sein
verantwortungsbewusster Umgang mit dem
Gesprächspartner öffneten ihm die Türen zu den
Staatskanzleien der Welt. Damals entstanden seine
großen Serien über Nahost-Probleme, Afghanistan,
Tibet, China, Golfkrieg; er berichtete von nahezu
allen Nahost-Kriegen seit 1967, nahm als Journalist an
den großen Friedens- und Abrüstungskonferenzen
(Vietnam, Nahost usw.) und an allen amerikanisch-
sowjetischen Gipfelbegegnungen der 70er und 80er-Jahre
teil. Internationale Beachtung fanden seine großen
Interviews, etwa mit Jordaniens König Hussein,
Saudiarabiens König Feisal, mit dem Schah von Persien,
mit Nasser und Sadat, Arafat, mit Präsident Reagan und
dem außenpolitischen Superhirn Kissinger, mit dem
Dalai Lama, Indira Gandhi, Margret Thatcher und Helmut
Kohl. Neben seiner journalistischen Arbeit schrieb
Nußbaumer mehrere Bücher, von denen seine Khomeini-
Biografie ‚Revolutionär in Allahs Namen‘ ein
internationaler Bestseller wurde. Heinz Nußbaumer
erwarb sich damals seine Kenntnisse und seinen Ruf als
einer der führenden Nahost-Experten des deutschen
Sprachraumes; den Renner-Preis 1974 erhielt er für
‚seine eindringliche und um Gerechtigkeit bestrebte Nahost-Berichterstattung‘.
Zwei österreichischen Bundespräsidenten, Waldheim und
Klestil, stellte er die ganze Kraft und das Renommee
seiner Persönlichkeit zur Verfügung. Nach fast 30
Jahren Journalismus wollte er offensichtlich ‚auf der
anderen Seite des Grabens‘ wirken. Das tat er dann
auch auf eine in Österreich vordem unbekannte Manier.
In großen Ländern, etwa in Deutschland, verpflichten
Präsidenten und Kanzler ‚Edelfedern‘ als Chefs ihrer Schreibstuben. Der große Klaus Harpprecht z.B. schrieb
die Epoche-Reden des Ostpolitik-Kanzlers Brandt. Bis
Heinz Nußbaumer war dieses Gilde in Österreich wenig
geachtet, sie hieß ‚Redenschreiber‘ und wurde von den jeweiligen Chefs sorgsam verborgen. Mit Nußbaumer und
besonders unter Klestil wurde der großen Rede ein
neuer Stellenwert verliehen, gekennnzeichnet vom
Bemühen um Gültigkeit und Ausdruckskraft. Heinz
Nußbaumer, ein großer Publizist, ein Internationaler
aus Salzburg."
Mitglieder der Jury sind unter dem Vorsitz von Ex-ORF-Generalintendant Gerd Bacher, die Ordinarien für
Publizistik Univ.-Prof. Dr. Michael Schmolke
(Salzburg), und Univ.-Prof. Dr. Heinz Pürer (München),
Prof. Eberhard Zwink, Siegberg Stronegger und als
Geschäftsführer der Leiter des Landespressebüros Dr.
Roland Floimair.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65

Landespressebüro Salzburg

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SBG/SBG