Großes Manko an Informationstechnologie-Know-how in Österreich

Experten tagten in der WKÖ: Ausbildung qualifizierter IT- Mitarbeiter muss rasch forciert und initiiert werden

PWK - Praktiker aus Wirtschaft und Ausbildung orten raschen und umfassenden Handlungsbedarf bei Investitionen in die Infrastruktur für Bildungsnetze, Anpassung von Lehrinhalten und Reaktionsfähigkeit von Bildungseinrichtungen im Bereich der Informationstechnologien (IT). Friedrich Bock, Vorsitzender der ARGE Informationsgesellschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, stellt im Anschluss an das gestern stattgefundene Expertengespräch "Ausbildung in der Informationsgesellschaft" im Haus der Wirtschaft, klar: "Der Mangel an qualifizierten IT-Mitarbeitern hat in Österreich dramatische Ausmaße angenommen. Dies schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen. Es bedarf daher außerordentlicher und koordinierter Investitionen in Infrastruktur und Training, sowohl auf Bundes- wie auf Länderebene." ****

Erst kürzlich hat die Neumann Management Consulting den unmittelbaren Bedarf für Österreich mit 15.000 Experten angegeben. In einer besonders heiklen Situation seien mittlere Unternehmen in Anwenderbranchen, die gerade jetzt dringend Know-how im IT-Bereich aufbauen und Erfahrungen im elektronischen Geschäftsverkehr erwerben wollen, so Bock. Dies gelte ebenso für Unternehmen außerhalb der großen Ballungszentren, die überdurchschnittlich von elektronischen Medien profitieren könnten. Ohne entsprechende Anwenderkenntnisse ist eine Teilnahme an wesentlichen Gesellschaftsbereichen nicht mehr möglich. Erschwert werde die Situation durch den Umstand, dass sich die Halbwertszeit des im IT-Bereich erforderlichen Wissens stark verkürzt hat.

"Was bisher in Österreich gegen dieses Problem getan wurde, ist zu wenig", betont Bock. "Ein wichtiger Schritt wäre, dass berufsbildende Schulen, Colleges, HTLs, Fachhochschulen und Universitäten sowie die Weiterbildungseinrichtungen noch besser aktuelles Fachwissen über die Nutzung Neuer Medien vermitteln." Dabei könne nur ein enges Zusammenwirken zwischen betrieblichen Maßnahmen im Skill-Management und den öffentlichen und privaten Bildungsangeboten die geforderte Anpassungsgeschwindigkeit erreichen, ist Bock überzeugt.

Bezüglich der beruflichen Erstausbildung für IT-Anbieterbranchen setze er, Bock, große Erwartungen in die seit dem Frühjahr in der Wirtschaftskammer aktive 'Bildungsplattform Informatik-Berufe", in der die nötigen Lehrinhalte, Ausbildungsformen und Berufsbilder entwickelt werden.

Bock verwies ausdrücklich auch auf die Entwicklung bei den neu geschaffenen Lehrberufen EDV-Techniker, Kommunikationstechniker, EDV-Kaufmann und Medienfachmann, wo heuer schon mehrere hundert Lehrverträge abgeschlossen werden konnten und mit einer rasanten Zunahme zu rechnen ist. In Deutschland belegen derartige Lehrstellen die sechs Spitzenplätze der seit 1996 geschaffenen neuen Lehrberufe.

Als erfolgversprechende Lösungsansätze hob Bock das Telelearning-Angebot des TeleWIFIs hervor, das Wissensmanagement der BEKO AKADEMIE, die Bemühungen der Fachhochschulen, rasch auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zu reagieren, sowie das Wiener Bildungsnetz.

In einer Zeit, die von rasanten Veränderungen in Markt und Gesellschaft gekennzeichnet ist, darf man nicht wie vor 100 Jahren reagieren. Ist einmal ein elektronisches System für den Kundenkontakt im Unternehmen eingerichtet, ergeben zusätzliche Kunden kaum zusätzliche Kosten. "Denjenigen, die diese Digitalisierung rasch verwirklichen, entstehen gewaltige Vorteile gegenüber ihren Mitbewerbern. Wer die Skill-Lücke nicht schließen kann, wird stehen gelassen. Das darf für Österreich nicht zur Wachstumsbremse werden" warnt Bock.

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