FORMAT: Spanische Minibank soll Trigon mit Finanzspritze retten

Prüfer der Nationalbank stießen auf umstrittene Immobilienfinanzierungen und illustre Aktionäre

Wien (OTS) - Die seit vergangenem Freitag unter Aufsicht eines Regierungskommissärs stehende Wiener Trigon Bank AG soll durch eine Kapitalspritze der spanischen Minibank Finbanc in der Höhe von 50 Millionen Schilling gerettet werden. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe.

Laut FORMAT hält die Banco de Finanzas e Inversiones SA (Finbanc) mit Sitz in Barcelona als größter Einzelaktionär der Trigon bisher 29 Prozent an der kleinen Wiener Bank, die ihren Schalterbetrieb am Mittwoch für 7 Banktage eingestellt hat. FORMAT zitiert Trigon-Vorstandschef Johann Kubu mit den Worten: "Es handelt sich um ein alteingesessenes Institut, das in Südeuropa als Investmentbank anerkannt ist." FORMAT-Recherchen zufolge existiert die vermeintlich traditionsreiche Bank allerdings erst seit Dezember 1988 und erwirtschaftete zuletzt eine Bilanzsumme von gerade einmal fünf Milliarden Schilling.

Die Schließung der Schalter der Trigon Bank (Bilanzsumme: 1,6 Milliarden Schilling) war notwendig geworden, nachdem verängstigte Kunden das Institut am Montag gestürmt und 85 Millionen Schilling abgehoben hatten. Laut FORMAT waren bei der Bankenaufsicht im Finanzministerium bereits im Frühsommer Hinweise auf mögliche Ungereimtheiten in den Büchern der Bank eingelangt.

Im August schickte die Bankenaufsicht Prüfer der Nationalbank in die Bank, die bei der Sichtung der einzelnen Bilanzpositionen auf haarsträubende Details stießen. Laut FORMAT waren die Eigenmittel der Trigon per 30. Juni 1999 rechnerisch aufgebraucht, wodurch zumindest hundert Millionen Schilling frisches Kapital fehlten. Verantwortlich dafür waren unter anderem aus Sicht der Prüfer hochriskante Kreditfinanzierungen, darunter zwei Hotelprojekte auf der spanischen Ferieninsel Ibiza.

Auch eine Garantieerklärung des im Vorjahr ausgestiegenen Trigon-Großaktionärs Postabank erscheint den Prüfern zweifelhaft: Die skandalumwitterte Bank aus Budapest hatte als Trigon-Mehrheitseigentümerin eine Garantie für laufende Gerichtsverfahren in der Höhe von hundert Millionen abgegeben. Trigon-Chef Johann Kubu: "Wenn man den Wertansätzen der Prüfer folgt, wäre unser Eigenkapital tatsächlich aufgebraucht."

Schließlich stießen sich die Prüfer auch am illustren Aktionärskreis der Bank, wo sie auf eine Reihe von Treuhandkonstruktionen stießen: Für sie ist weiterhin unklar, wer rund 40 Prozent der Bank kontrolliert.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Format
Hannes Reichmann
Tel.: 0664 - 301 48 20

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS