"Von Samoa zum Isonzo"

Jüdisches Museum zeigt Ausstellung über die Fotografin und Reisejournalistin Alice Schalek

Wien, (OTS) Ab 9. November zeigt das Jüdische Museum Wien 1., Dorotheergasse 11, eine Ausstellung über eine Frau, die den
meisten bisher lediglich aus Karl Kraus "Letzten Tagen der Menschheit" bekannt ist. Kraus erlebte sie primär als sensationsgeile Kriegsberichterstatterin und zeichnete "die
Schalek" als Negativbild der Journalisten schlechthin. Ein vor wenigen Jahren von der Nationalbibliothek angekaufter Fotonachlass erschließt einen völlig anderen Zugang zu ihr: Dieser zeigt sie als "Berufstouristin" und interessierte Beobachterin fremder
Länder und Kulturen, was in ihren überlieferten Reiseberichten lange nicht so deutlich wird wie in ihren Fotografien. Sind ihre Texte von einer europäisch zentrierten Sicht einer betuchten großbürgerlichen Frau geprägt, so zeigen ihre Fotos eine aus heutiger Sicht faszinierende Welt, die inzwischen vom Massentourismus weitgehend verfälscht oder sogar zerstört wurde.

Die aus großbürgerlich-jüdischen Verhältnissen stammende Alice Schalek (1874-1956) konnte sich nicht zuletzt auf Grund
ihrer Herkunft in für Frauen damals noch höchst ungewöhnlichen Berufen durchsetzen: Sie war Journalistin und Fotografin, Kriegsreporterin und Reiseberichterstatterin, Bergsteigerin, wissenschaftliche Vortragende, Schriftstellerin und sie erhielt
die Chance, zwischen 1903 und 1935 mehrfach rund um die Welt zu reisen, wo sie an die 6.000 Fotos schoss. Als das Jüdische Museum Wien seine Karl-Kraus-Ausstellung vorbereitet und der Vorschlag einer erstmaligen Präsentation der Fotografien von Alice Schalek
an die Verantwortlichen des Hauses herangetragen wurde,
entschlossen sich diese spontan, die fotohistorisch interessanten Bilder zu präsentieren, was dank der Unterstützung des Bildarchivs der ÖNB ermöglicht werden konnte. Nach Wien werden die Fotos von Alice Schalek in Hamburg, im Haus der illustrierten "Stern", vorgestellt (Juli 2000).

"Von Samoa zum Isonzo", die Ausstellung der Werke der Fotografin und Reisejournalistin Alice Schalek, ist von 9.
November bis 30. Jänner im Jüdischen Museum Wien (1., Dorotheergasse 11) zu sehen. Das Jüdische Museum ist Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Kostenlose Führungen (in deutscher Sprache) durch die aktuellen Sonderausstellungen an Donnerstagen um 18.30 Uhr sowie
an Sonntagen um 11 und 14 Uhr, durch die permanente Schau des Museums Sonntag um 16 Uhr. Eintritt: 70 Schilling/40 Schilling ermäßigt. Anmeldung für Sonderführungen (450 Schilling):
Tel.: 535 04 31/DW 25. (Schluss) sta/vo

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