ÖGB-FGV: Krankheitsausgaben mindern die Konkurrenzfähigkeit

WHO-Experte: Druck auf Gesundheitsberufe wird steigen

Wien (ÖGB-FGV). "Krank werden die Menschen am Arbeitsplatz, in der Schule oder ganz einfach im Alltagsleben", stelle Dr. Rüdiger Krech, Gesundheitswissenschafter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim Festakt zum 50. Gründungsjubiläum der ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe in der Wiener Börse fest. ++++

"Gesundheit oder Krankheit werden im Alltagsleben geschaffen oder verhindert", meinte Krech und warnte davor, dass durch ein nichtberücksichtigen von Gesundheitsfragen in Bereichen wie Arbeitsplatz oder Verkehrspolitik die Krankheitskosten in die Höhe getrieben werden. Krech: "Das würde zu einem ansteigen der Lohnnebenkosten und damit zu einer Verminderung der Konkurrenzfähigkeit auch der österreichischen Wirtschaft führen". Der WHO-Experte stellte fest, dass Österreich zwar eines der besten Gesundheitssysteme der Welt habe, aber etwa die psychosozialen Krankheiten genauso steigen wie in anderen Ländern.

Krech forderte eine Verbindung von Sozial- mit Gesundheitsdiensten und meinte, dass "genauer darauf geschaut werden muss, was die Menschen brauchen und nicht welche Dienstleistungen angeboten werden können". Genauso müsste darauf geschaut werden wie Investitionen im Gesundheitsbereich mit den Menschenrechten in Verbindung gebracht werden können. Krech: "Da höre ich, dass auch in Österreich genauer hingeschaut werden sollte".

Eindeutig sei, so der WHO-Experte, dass Unsicherheit und Angst vor Arbeitslosigkeit krank mache. So haben Studien der WHO ergeben, dass durch den unbegleiteten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Wandel in der ehemaligen Sowjetunion die Sterblichkeitsrate enorm angestiegen ist. Anderseits sei erwiesen, dass Menschen, die in einem guten sozialen Umfeld leben weniger oft krank werden. Genauso seien, so Krech, die Ursachen für ungesundes Leben häufig in den gesellschaftlichen Verhältnissen zu finden. Der WHO-Experte: "Arme leben ungesünder, werden öfter krank und sterben früher". Abschliessend warnte er davor, dass, wenn sich gesamtgesellschaftlich nichts ändert, der Druck auf die Gesundheitsberufe in den nächsten Jahren sich noch steigern werde.(ff)

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