ÖGB-FGV: Von den heilbar Kranken und den unheilbar Gesunden

Sozialethiker für Ende der Allmachtsfantasien

Wien (ÖGB-FGV). Der Salzburger Sozialethiker Dr. Dr. Georg Datterl trat beim Festakt zum 50. Gründungstag der ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe (ÖGB-FGV) heute, Mittwoch, in der Börse für ein Ende der Allmachtsfantasien und eine Hinwendung zum heilsamen solidarischen Mitgefühl ein.++++

Datterl sprach von "heilbar Kranken und Gesunden, die Realisten -regieren, entwickeln die Welt - und so schaut sie auch zunehmend aus". Anmerkung nannte er seine Aussagen zu den gegenwärtigen politischen Systemen und "ihren gefährdeten Vertretern". Datterl:
"Alle schimpfen über die gegenwärtigen Politiker und ihre Politik. Da wird es zunehmend wichtiger, dass wir uns um Voraussetzungen und Bedingungen, in denen heute Politik gemacht wird, Gedanken machen". Er meinte weiter: "In der gegenwärtigen vielfach chaotischen Realität erscheinen sensible Menschen zunehmend als (gesunde) Narren" und fragte:" Aber finden solche Menschen nicht zu recht, dass eine so komplexe Welt und das politische Handeln in ihr 'ungeheuer kompliziert geworden ist'".

Datterl: "Die weniger sensiblen Zeitgenossen mausern sich dagegen immer mehr zu den (unheilbar kranken) gesunden Machern. Solche meinen dann, dass 'wer heute noch Visonen hat, behandelt gehört'". Der Sozialethiker stellte die Frage was Not tue und antwortete: "Nicht die Helden, die Heldentum für ihr eigenes Selbstverständnis brauchen, sind gefragt, sondern Realisten, denen die unheilvolle Entwicklung der Welt wirklich zum Problem geworden ist!" (ff)

ÖGB, 27. Oktober 1999 Nr. 513

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Franz Fischill
Tel. (01) 534 44/510 Dw. oder 0663/920 55 89
Fax.: (01) 533 52 93

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB