Österreichs Artenschutz in Isolation WWF fordert Beitritt zur Bonner Konvention zum Schutz der wandernden Tierarten

Wien (OTS) - Schwere Defizite im Österreichischen Naturschutz
ortet der World Wide Fund For Nature (WWF). Das selbsternannte Umweltmusterland hat einiges aufzuholen. Konkreter Anlaß für diese Kritik: der Beitritt Griechenlands zur Bonner Konvention zum Schutz von wanderenden Tierarten per 1. Oktober. Somit ist Österreich der einzige europäische Staat, der sich an diesem wichtigen Abkommen nicht beteiligt. "Es liegt doch auf der Hand, daß Schutzbemühungen für wanderende Arten international koordiniert werden müssen", weist WWF Artenschutzexperte Dr. Gerald Dick auf die Versäumnisse der Republik hin. Damit könnten nicht nur für zahlreiche Tierarten effektivere, weil international abgestimmte, Schutz- Maßnahmen gesetzt werden; die vorhandenen Geldmittel könnten auch wesentlich effizienter eingesetzt werden.

Die Bonner Konvention wurde bereits vor 20 Jahren beschlossen und regelt den Schutz von Tierarten, die größere Wanderungen übernehmen und daher oft nationale Grenzen überschreiten. Besonders bedeutsam in diesem Zusammenhang: Schutzmaßnahmen für Zugvögel. Diese Vogelarten, darunter so bedrohte Arten wie die Schellente, legen erstaunliche Entfernungen zurück. Schutzbemühungen in ihren Winter- und Sommerlebensräumen sind nicht ausreichend, auch die Wanderrouten und Rastplätze, die zum auftanken während des kräfteraubenden Zuges unerläßlich sind, müssen im internationalen Gleichklang geschützt werden. Maßnahmen müssen auch für wandernde Säugetiere wie die europäischen Fledermäuse getroffen werden.

"Es ist für uns unverständlich, dass Österreich immer noch zöger, diesem Abkommen beizutreten," meint Gerald Dick, "obwohl bereits 1998 der Nationalrat die Bundesländer aufgefordet hat, der Konvention beizutreten." Von den Ländern wurde diese Aufforderung bisher strikt abgelehnt, da weitere Beitritte zu internationalen Naturschutzinstrumenten nicht sinnvoll seien. Eine mehr als befremdliche Ansicht, da die Bundesländer bei Problemen wie dem Kormoran, die nur auf internationaler Ebene zu lösen sind, ständig jammern, jede internationale Zusammenarbeit aber verweigern.

Jetzt da Griechenland als letzter Staat der Bonner Konvention beigetreten ist, mutiert Österreich allmählich wirklich zum Umweltschlußlicht in Europa.

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