Pumberger fordert Aufhebung der Rufbereitschaft für Spitalsfachärzte

Fälle wie in Bad Ischl und in Freistadt dürfen sich nicht wiederholen

Wien,1999-10-21(fpd) - "Die Freiheitlichen haben im Parlament die Rufbereitschaft der Spitalsfachärzte abgelehnt und wurden dafür von anderen Fraktionen kritisiert. Nun steht Österreich vor so menschlichen Tragöden wie Freistadt oder Bad Ischl - und das ist wohl nur der Gipfel des Eisbergs", kritisierte heute der freiheitliche Gesundheitssprecher Abg. Dr. Alois Pumberger.****

Eines der größten Probleme stelle hier die Novellierung des Ärztearbeitszeitgesetzes dar, erläuterte Pumberger. Die mit Zustimmung der Ärztekammer eingeführte Rufbereitschaft hebe nämlich das Ärztearbeitszeitgesetz großteils auf. Der durch das Ärztearbeitszeitgesetz verursachte Mehrbedarf an Ärzten werde durch die Einführung der Rufbereitschaft so gelöst, daß die meisten Fachärzte zu Mittag nach Hause gingen und Turnusärzte die Behandlung übernehmen müßten. "In 50% der österreichischen Spitäler wird so das Gesetz gebrochen", empörte sich Pumberger.

Er, Pumberger, mache der Turnusärztin aus Bad Ischl keinen Vorwurf. "Sie, wie all ihre jungen Kollegen, stellte nämlich das Bauernopfer der Rufbereitschaft dar. Während der Facharzt in Rufbereitschaft zu Hause ist, müssen die Turnusärzte Dienst versehen. Nun haben die Turnusärzte nur die Möglichkeit, den Versuch einer Diagnose zu erstellen - eine Tätigkeit, für die sie oft noch gar nicht richtig ausgebildet sind. Die zweite Möglichkeit ist, jedesmal den Facharzt ins Spital zu rufen. Das ist insbesondere dann ein gesundheitspolitischer Wahnsinn, wenn der betreffende Facharzt, wie in Freistadt, seinen Dienst von Linz aus versieht - etwa 60 Kilometer vom Spital entfernt", empörte sich Pumberger.

"Die Einzigen, die hier auf der Strecke bleiben, sind die Patienten und eine möglicherweise talentierte Turnusärztin, deren medizinischer Ruf nachhaltig gestört ist - einmal ganz abgesehen von der psychischen Belastung", erklärte Pumberger die Folgen. "Wir Freiheitlichen lassen das allerdings nicht zu und fordern umgehend die Aufhebung der Rufbereitschaft. Das Ärztearbeitszeitgesetz ist nur dann sinnvoll umgesetzt, wenn in allen österreichischen Spitälern, in allen Abteilungen und rund um die Uhr ein Facharzt anwesend ist", schloß Pumberger. (Schluß)

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