NEWS: Haider traf vier Tage vor Nationalratswahl deutschen Rechtsextremisten

Haider gab der Nummer 2 der deutschen Republikaner sogar ein Interview für dessen Internet-Radio-Projekt. FP bestreitet jetzt, daß Haider wußte, mit wem er sprach.

Wien (OTS) - Bei seiner internationalen Pressekonferenz am 8. Oktober im Münchener Presseklub wurde FP-Chef Haider vor laufenden Kameras gefragt, ob es stimme, daß er dem stellvertretenden Chef der deutschen Republikaner, Christian Käs, am 29. September in Innsbruck, getroffen habe.

Haider vor den versammelten Journalisten: "Nein, wir haben es nicht nötig, uns mit denen zusammenzusetzen."

NEWS liegen Unterlagen und Fotos vor, die anderes belegen. Jörg Haider hat Christian Käs am 29. September in Innsbruck ein Interview gegeben.

Käs ist bei den deutschen Behörden kein Unbekannter. Hans-Jürgen Doll, Vizepräsident des baden-württembergischen Verfassungsschutzes erklärt:

"Christian Käs ist in der Führungsriege der deutschen Republikaner der Mann für's Grobe" "Käs fordere ein "Ende der Leisetreterei" und pflege eine enge Zusammenarbeit mit bekannten Rechtsextremisten: Etwa mit Thomas Wulff (Szenename "Steiner"), dem einstigen Führer der zwischenzeitlich verbotenen "Nationalen Liste", mit dem Käs eine Kundgebung gegen die Wehrmachtsausstellung anführt.

Die Republikaner werden vom Verfassungsschutz beobachtet und als rechtsextremistisch eingestuft. Das Oberverwaltungsgericht Koblenz wies die Klage in zweiter Instanz ab und verweist dabei ausdrücklich auf Aussagen von Käs: "Ich fühle mich auf der Straße eben nicht wohl, wenn ich mitten in Deutschland den Eindruck habe, in Afrika zu sein. Für den gegenwärtigen Zustand gibt es nur einen treffenden Ausdruck, und der heißt fortgeschrittene Überfremdung. Deshalb muß Deutschland den Deutschen bleiben! Wir schulden unserem Volk Arbeit, dem Ausländer schulden wir aber nichts. Wenn wir kommen, fliegen alle nach Hause."

Das umstrittene Haider-Interview und dazugehörige Fotos mit Jörg Haider stellt Käs jetzt ins Internet. In der Anmoderation zum Interview, das jeder Internetbenutzer abrufen kann (www.radio-internet.de), bejubelt Käs, Kaiders Wahlsieg mit den Worten: "Unsere Gegner sollen wissen, daß wir kommen." Bei Verfassungsschützer Doll löst das keine Verwunderung aus: "In ihrem Haß gegen Ausländer stehen sich die beiden in nichts nach."

Käs zu Haider im Interview: "Sie haben natürlich mit einer ganzen Reihe von Vorwürfen zu kämpfen: Ausländerfeindlichkeit oder der Vorwurf, Frauen zurück an den Herd. Wie geht man damit um?" Haiders offene Replik: "Ja ganz locker." Denn, so Haider: "Weil je dümmer die Vorwürfe sind, um so weniger muß man dagegenhalten. die Tatsache, daß man uns Ausländerfeindlichkeit vorwirft, weil wir einen Zuwanderungsstop befristet vertreten, kann uns nur belustigen."

FPÖ: Haider wußte nicht, mit wem er spricht.

Käs zu NEWS über das Zustandekommen des Interviews: "Wir haben Haiders Pressesprecher Petritz erklärt, daß das für ein Internet-Projekt ist. Wir haben unsere Internet-Adresse bekanntgegeben, damit die sich das einmal anschauen können und wissen, von wem diese Interview-Anfrage kommt."

Käs betont aber, daß seine Funktion bei den Republikanern "nicht thematisiert wurde".

Das bestätigt auch Haiders Pressesprecher Karl Heinz Petritz: "Wir haben nicht gewußt, wer der Herr Käs ist. Hätten wir gewußt, daß er von den Rupublikanern ist, hätte er sicher kein Interview bekommen."

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