• 19.10.1999, 13:44:00
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  • OTS0158

NEWS: Haider traf vier Tage vor Nationalratswahl deutschen Rechtsextremisten

Haider gab der Nummer 2 der deutschen Republikaner sogar ein Interview für dessen Internet-Radio-Projekt. FP bestreitet jetzt, daß Haider wußte, mit wem er sprach.

Wien (OTS) - Bei seiner internationalen Pressekonferenz am 8.
Oktober im Münchener Presseklub wurde FP-Chef Haider vor laufenden
Kameras gefragt, ob es stimme, daß er dem stellvertretenden Chef der
deutschen Republikaner, Christian Käs, am 29. September in Innsbruck,
getroffen habe.

Haider vor den versammelten Journalisten: "Nein, wir haben es
nicht nötig, uns mit denen zusammenzusetzen."

NEWS liegen Unterlagen und Fotos vor, die anderes belegen. Jörg
Haider hat Christian Käs am 29. September in Innsbruck ein Interview
gegeben.

Käs ist bei den deutschen Behörden kein Unbekannter. Hans-Jürgen
Doll, Vizepräsident des baden-württembergischen Verfassungsschutzes
erklärt:

"Christian Käs ist in der Führungsriege der deutschen Republikaner
der Mann für's Grobe" "Käs fordere ein "Ende der Leisetreterei" und
pflege eine enge Zusammenarbeit mit bekannten Rechtsextremisten: Etwa
mit Thomas Wulff (Szenename "Steiner"), dem einstigen Führer der
zwischenzeitlich verbotenen "Nationalen Liste", mit dem Käs eine
Kundgebung gegen die Wehrmachtsausstellung anführt.

Die Republikaner werden vom Verfassungsschutz beobachtet und als
rechtsextremistisch eingestuft. Das Oberverwaltungsgericht Koblenz
wies die Klage in zweiter Instanz ab und verweist dabei ausdrücklich
auf Aussagen von Käs: "Ich fühle mich auf der Straße eben nicht wohl,
wenn ich mitten in Deutschland den Eindruck habe, in Afrika zu sein.
Für den gegenwärtigen Zustand gibt es nur einen treffenden Ausdruck,
und der heißt fortgeschrittene Überfremdung. Deshalb muß Deutschland
den Deutschen bleiben! Wir schulden unserem Volk Arbeit, dem
Ausländer schulden wir aber nichts. Wenn wir kommen, fliegen alle
nach Hause."

Das umstrittene Haider-Interview und dazugehörige Fotos mit Jörg
Haider stellt Käs jetzt ins Internet. In der Anmoderation zum
Interview, das jeder Internetbenutzer abrufen kann
(www.radio-internet.de), bejubelt Käs, Kaiders Wahlsieg mit den
Worten: "Unsere Gegner sollen wissen, daß wir kommen." Bei
Verfassungsschützer Doll löst das keine Verwunderung aus: "In ihrem
Haß gegen Ausländer stehen sich die beiden in nichts nach."

Käs zu Haider im Interview: "Sie haben natürlich mit einer ganzen
Reihe von Vorwürfen zu kämpfen: Ausländerfeindlichkeit oder der
Vorwurf, Frauen zurück an den Herd. Wie geht man damit um?" Haiders
offene Replik: "Ja ganz locker." Denn, so Haider: "Weil je dümmer die
Vorwürfe sind, um so weniger muß man dagegenhalten. die Tatsache, daß
man uns Ausländerfeindlichkeit vorwirft, weil wir einen
Zuwanderungsstop befristet vertreten, kann uns nur belustigen."

FPÖ: Haider wußte nicht, mit wem er spricht.

Käs zu NEWS über das Zustandekommen des Interviews: "Wir haben
Haiders Pressesprecher Petritz erklärt, daß das für ein
Internet-Projekt ist. Wir haben unsere Internet-Adresse
bekanntgegeben, damit die sich das einmal anschauen können und
wissen, von wem diese Interview-Anfrage kommt."

Käs betont aber, daß seine Funktion bei den Republikanern "nicht
thematisiert wurde".

Das bestätigt auch Haiders Pressesprecher Karl Heinz Petritz: "Wir
haben nicht gewußt, wer der Herr Käs ist. Hätten wir gewußt, daß er
von den Rupublikanern ist, hätte er sicher kein Interview bekommen."

Rückfragehinweis: Sekretariat NEWS Chefredaktion
Tel.: 01/213 12/103

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