- 19.10.1999, 11:37:26
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Einer, der nie Mundart sprach ...
Trattenbach dokumentiert seinen Volksschullehrer Wittgenstein
St.Pölten (NLK) - Von 1920 bis 1922 lebte der später als Philosoph
bekannt gewordene Ludwig Wittgenstein in Trattenbach im Bezirk
Neunkirchen. In jenem Haus, in dem Wittgenstein als Volksschullehrer
zuerst wohnte, wird eine Wittgenstein-Dokumentation eröffnet. Das
Haus wurde 1838 erbaut, ist als "Schachnerstüberl" bekannt und steht
unter Denkmalschutz. Am kommenden Samstag, 23. Oktober, wird die mit
Hilfe der Abteilung Kultur und Wissenschaft des Amtes der NÖ
Landesregierung errichtete Dokumentation ihrer Bestimmung übergeben.
Die Wittgenstein-Dauerausstellung enthält einige Erinnerungsstücke
wie beispielsweise das von Wittgenstein selbst entworfene Bett aus
Cambridge, ist aber eigentlich keine Schausammlung mit der
Hinterlassenschaft des Philosophen, sondern eine Schau über
Wittgenstein und Trattenbach. Der Fragestellung wurde nachgegangen,
was der Ort zur Zeit Wittgensteins und zu anderen Zeiten präsentierte
und wie das Leben dort ablief. Man kann nachvollziehen, welcher
Fremdkörper Wittgenstein zunächst in den kleinem Ort gewesen sein
muß, ein "Vornehmer unter den Armen", ein "Gelehrter unter den Bauern
und Arbeitern", jemand, der nie Mundart sprach, kaum ins Wirtshaus
und in die Kirche ging, der nicht grüßte und daher auf die Leute
einen kuriosen Eindruck machte. Die Wittgenstein-Dokumentation ist
somit vorwiegend eine Schau über Trattenbach zur Zeit Wittgensteins
und bietet neben vielem anderen einige zeitgenössische Ansichten des
Ortes.
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/200/2174
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