Neue Jobs in den Wiener Pflegeheimen

Rieder: Private Kooperationen werden ausgebaut

Wien, (OTS) "Voll im Plan liegen die Wiener Pflegeheime und Geriatriezentren bei der Umsetzung ihres Reformprogrammes im Personalbereich", erklärte Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder am Dienstag im Rahmen des Pressegespräches des Bürgermeisters. Seit 1996 existiere ein Projekt zur Personalbedarfsrechnung in Pflegeheimen und Geriatriezentren, in dessen Rahmen bis 2001 ein sich jährlich steigerndes Personalsoll vereinbart worden sei. Demnach ist vorgesehen, in diesen Einrichtungen ab dem Jahr 2001 63 Pflegepersonen/100 belegter
Betten einzusetzen. Für 1999 sah das Projekt "Personalbedarfsrechnung" eine Personalzahl von 57 Pflegepersonen/100 belegter Betten vor. "Dieser Wert wurde bereits jetzt in allen Häusern erreicht, bzw. deutlich übertroffen", zeigte sich Rieder erfreut.****

"Um diese positive Entwicklung fortzusetzen suchen die städtischen Pflegeheime und Geriatriezentren auch weiterhin diplomiertes Pflegepersonal", erklärte Rieder weiter. "Nur mit gut ausgebildetem Personal können wir unsere Qualitätsoffensive fortsetzen", betonte Rieder, "Denn ohne diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleibt selbst die ambitionierteste
Standardverbesserung, etwa im baulichen Bereich, bloßes Stückwerk."

Zentrale Anlaufstelle für interessiertes diplomiertes Krankenpflegepersonal ist für alle städtischen Geriatriezentren und Pflegeheime das Geriatriezentrum Am Wienerwald (GZW) unter der Tel.Nr. 80110-3593 oder 3110 DW.

Schwerpunkte Qualität, Regionalisierung und Arbeitsteilung

Als künftige und aktuelle Schwerpunkte im Pflegebereich
nannte Rieder für Wien "Qualität", "Regionalisierung" und "Arbeitsteilung". In diesem Zusammenhang kündigte Rieder eine stärkere Zusammenarbeit der Stadt Wien mit privaten Anbietern an. Konkret nannte der Gesundheitspolitiker ein privates Pflegezentrum in Donaustadt, in dem die Stadt Wien mittelfristig für fünfzig Patientinnen und Patienten die Kosten übernehmen wird, und ein privates Projekt für betreutes Wohnen im 10. Bezirk.

1. Qualitätsoffensive in Pflegeheimen zeigt Erfolge

Die in den letzten Jahren verbesserte Personalsituation geht vor allem auf die Neuaufnahme von Personal und den gleichzeitigen Abbau von Pflegebetten zurück. Dieser Bettenabbau, der immer auch mit Verbesserungen der "Hotelqualität" einhergeht, wird
kompensiert durch differenziertere und individuellere
Pflegeformen, durch die pflegebedürftige Menschen länger zu Hause oder in nicht-stationären Bereichen (Tageszentren) betreut werden können.

Folgende Maßnahmen werden bzw. wurden bereits umgesetzt:

o Reduzierung der Betten in den Pflegeheimen um 900 von 6.766 im

Jahr 1989 auf 5.900 im Jahr 1999
o Weiterer Abbau von 150 Pflegebetten/Jahr
o Gleichzeitiger Einsatz von fast 1000 zusätzlichen Pflegepersonen o Insgesamt stehen zurzeit 3.000 Pflegepersonen zur Verfügung –

das sind um 50 Prozent mehr als vor 10 Jahren.
o Waren 1989 weniger als 30 Prozent der Pflegepersonen

diplomiert, heute sind es jetzt fast 52 Prozent.

2. Regionalisierung ermöglicht Pflege in angestammter Umgebung

Besonders Bewohner des 10. und 21. bzw. 22. Bezirkes sind von einem Mangel an regionalen Betreuungseinrichtungen betroffen. Favoritner und Floridsdorfer mussten sich oft darauf einstellen,
nur einen weit entfernten Pflegeplatz zu bekommen. In Kooperation mit privaten Pflegeanbietern soll dieses Manko durch eine Regionalisierung der Pflege beseitigt werden.

Daher können ab Anfang 2000 zusätzlich 30 pflegebedürftige Menschen im privaten Pflegezentrum "Wie daham" in der Donaustädter Ziegelhofstrasse 86 mit Unterstützung der Stadt Wien einen Pflegeplatz erhalten. Ab 2001 werden nochmals 10 Betten
finanziert, womit ab diesem Zeitpunkt die Gemeinde die Kosten für 50 Pflegeplätze in diesem privaten Heim übernehmen wird, da bereits jetzt 10 Plätze gefördert werden.

Ebenfalls ein privates Projekt für betreutes Wohnen wird derzeit für den 10. Bezirk vorbereitet.

Für beide Vorhaben behält sich die Stadt Wien für die von ihr geförderten Plätze ein Belegsrecht vor, wodurch auch Menschen ohne hohes Einkommen oder Vermögen einen privaten Pflegeplatz bekommen können. Dies ist gerade wegen der Bevölkerungsstruktur in Favoriten und jenseits der Donau von besonderer Bedeutung.

Schon bisher gab es eine gute Zusammenarbeit mit privaten Einrichtungen wie z.B. der Caritas Socialis, für die die Stadt
Wien den Bau zweier Pflege- und Sozialzentren finanzierte. Diese Investitionen beliefen sich auf 295 Millionen für das Zentrum am Rennweg und 280 Millionen für das Zentrum in der Pramergasse im 9. Bezirk.

3. Arbeitsteilung bündelt Ressourcen und kommt Patienten zugute

Das Prinzip "Jeder macht alles" gehört der Vergangenheit an. Künftig wird noch genauer festgelegt werden, wo welche Leistung
von wem erbracht werden. In diese "Arbeitsteilung" sind
öffentliche wie private Pflegeeinrichtungen eingebunden.

Dieser Stufenbau sieht folgendes vor:

o Stufe 1: Akutgeriatrie/Remobilisation

In den künftigen geriatrischen Abteilungen in Akutspitälern ("Akutgeriatrien) erfolgt die primäre Kurzzeitbehandlung von alten Patienten im Zuge eines akuten Krankheitsgeschehens. Darüber
hinaus wird aber auf den vom Alter des Patienten abhängigen Gesamtzustand des Patienten besonders eingegangen. Im Vordergrund steht auf jeden Fall die Erhaltung und Wiederherstellung der Mobilität bzw. die Reintegration ins gewohnte Umfeld des
Patienten.

o Stufe 2: Pflegeheime

In Pflegeheimen steht die langfristige Pflege und Betreuung alter Patienten im Vordergrund. Je nach Zustand der Patienten wird auch eine Remobilisation bzw. Wiedereingliederung ins gewohnte Umfeld angestrebt.

o Stufe 3: Geriatrische Zentren

Hier werden – wie schon jetzt – besonders alte und besonders kranke Patienten langfristig mit geriatrischer Medizin auf
höchstem Niveau von einem multiprofessionellen Team betreut.

(Schluss) nk/

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