120 Jahre Wiener Forschungs- und Versuchsanstalt

SPERRFRIST 12 UHR

Wien, (OTS) Anlässlich des Festaktes zum 120-jährigen Bestehen der Versuchs- und Forschungsanstalt der Stadt Wien
(MA 39) im Wappensaal des Wiener Rathauses sagte Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg: "Anhand dieser Magistratsabteilung kann exemplarisch gezeigt werden, wie eng Forschung, Lehre und Praxis miteinander verwoben sein können, und wie viele Synergien dadurch für eine Stadt entstehen können."

Neben der Prüf- und Überwachungstätigkeit als akkreditierte Prüfstelle beraten die MitarbeiterInnen der MA 39 technische Dienststellen des Hoch- und Tiefbaus der Stadt Wien und leisten auftragsgebundene Entwicklungsarbeit an Baustoffen und Baukonstruktionen für die österreichische Bauindustrie. Darüber hinaus sind die Mitarbeiter der Prüf- und Versuchsanstalt in der Forschung tätig und geben ihr Wissen im Rahmen von Vortragsreihen und Lehrtätigkeiten weiter. "Eigentlich wird in unserer
Forschungs- und Versuchsanstalt gelebt, was wir in der Stadt vermehrt brauchen und daher immer wieder forcieren: ein befruchtendes Zusammenspiel aus Forschung und Wirtschaft," so Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg weiter.****

Wien erlebte gegen Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur in
Kunst und Wissenschaft einen Aufschwung, auch die Bauwirtschaft bekam durch die Errichtung der Ringstraßenhäuser, die Freigabe des Glacis als Baugrund und die Inangriffnahme anderer städtischer Großbauvorhaben wesentliche Bedeutung. Ausgerechnet das kommunale Großbauvorhaben "Kanalisation" habe dann letztlich das Interesse
an dem zweckmäßigen Einsatz der Baustoffe geweckt, so der Vizebürgermeister zur historischen Entwicklung des heute international renommierten "magistratischen Versuchs- und Forschungslabors".

Weitblick und Pioniergeist - in Österreich gab es damals noch kein vergleichbares Institut - hätten dazu geführt, dass im Jahr 1879 die "Städtische Probierstation für Kalke" in einem Labor Am Hof ihre Arbeit aufnehmen konnte. Vorerst wurden hier alle hydraulischen Kalke, die bei den verschiedenen Bauten verwendet wurden, Qualitätsprüfungen unterzogen. Und kaum einer hätte vor 120 Jahren vermutlich vorausgesehen, dass dieses Institut ein Jahrhundert später mehr als 70 Menschen beschäftigen würde.

Der Tätigkeitsbereich des Prüflabors erweiterte sich in den kommenden Jahren stetig, die stark voranschreitende Entwicklung
in den Bereichen Wohnbau, Straßenverkehrsnetz, Kanalwesen, Brückenbau, Wasserwerke etc., stellte an das Institut immer mehr Anforderungen. Vielfalt und Umfang des Materialprüfwesens erweiterten sich beträchtlich. Auch Großprojekte wie der Bau der Wiener U-Bahn bescherten und bescheren der MA 39 bis heute ein weiteres, wichtiges Aufgabengebiet.

Aber auch im Umwelt-Bereich hat die Forschungs- und Versuchsanstalt der Stadt Wien ein weites Betätigungsfeld
gefunden. So war beispielsweise der Beginn von CO-Messungen im Wiener Stadtgebiet gleichzeitig der Anfang einer engen Zusammenarbeit mit dem Physikalisch-medizinischen Institut der Universität Wien auf dem Gebiet der Lufthygiene. Wichtige Themen, mit denen sich die MA 39 befasst, sind auch der Lärm- und Dämmschutz.

Mit dem Beitritt Österreichs zur EU stand die Versuchs- und Forschungsanstalt vor einer neuen Herausforderung. Es galt nun das Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungswesen auf europäisch harmonisierte Beine zu stellen. 1997 habe das Institut dann die Akkreditierung als Prüf- und Überwachungsstelle nach geltendem EU-Recht erhalten. Damit sei die MA 39 berechtigt, auf weiten
Gebieten des bautechnischen Prüfwesens und insbesondere bei der Überwachung von Bauprodukten aller Art tätig zu sein. Darüber hinaus bringe die MA 39 ihre Kenntnisse auch bei verschiedenen nationalen wie internationalen Gremien ein, so der Vizebürgermeister weiter.

Nach räumlich und personell begrenzten Anfängen im Labor Am Hof und einer Zwischenstation im Rathaus betreibt die MA 39 heute
in Simmering mit rund 70 MitarbeiterInnen erfolgreich Forschung
und Lehre, und ist mit seinen Prüftätigkeiten ein wichtiger Geschäftspartner der österreichischen Baustoffindustrie geworden.

"Wer sieht, wie erfolgreich sich die MA 39 in den vergangenen 120 Jahren den kommunalen Ansprüchen einer stetig wachsenden Stadt und auch den Anforderungen der Industrie und damit der Privatwirtschaft gestellt hat, der braucht sich um die Zukunft dieses Instituts keine Sorgen zu machen," sagte Vizebürgermeister und zuständiger Stadtrat für Planung und Zukunft, Dr. Bernhard Görg, abschließend.

Anlässlich des 120-jährigen Bestehens der Forschungs- und Versuchsanstalt der Stadt Wien erscheint auch im Rahmen der Perspektiven-Reihe ein Sonderheft zur Dokumentation der
Entwicklung dieser städtischen Einrichtung. Das neu erscheinende Perspektiven-Heft Nr. 7 kann um 95 Schilling bei der MA 39 (1110, Rinnböckstraße 15 - Tel.Nr.: 79514-92015) angefordert werden. (Schluss) lei

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