51. Frankfurter Buchmesse geht mit optimistischer Grundstimmung zu Ende / Autoren und elektronische Medien im Zentrum des Interesses

Frankfurt (ots) - In einer optimistischen Grundstimmung, die dem strahlend schönen Herbstwetter entsprach, geht heute die 51. Frankfurter Buchmesse zu Ende. Ähnlich wie im Vorjahr waren rund 290.000 Besucher, davon etwa die Hälfte Fachpublikum, an insgesamt sechs Messetagen gekommen, um sich über Bücher wie auch elektronische Publikationen von 6.643 Ausstellern aus 113 Ländern zu informieren.

Gute Abschlüsse, wenngleich ohne Titel, die das Gesamtgeschehen dominierten, grosse Aufmerksamkeit für Autoren, ein überaus erfolgreiches Schwerpunktthema Ungarn sowie Frankfurt als Trendbarometer für Verlagsindustrie und für elektronische Medienprodukte - das sind die Schlagworte, welche die 51. Frankfurter Buchmesse geprägt haben.

Sowohl die deutschen wie auch die internationalen Verlage zeigten sich zufrieden mit dem allgemeinen Geschäftsverlauf. Bemerkenswert war auch, dass der Buchhandel seine in den vergangenen Jahren geübte Zurückhaltung aufgab und sich mit einer gewissen Zuversicht auf das kommende Weihnachtsgeschäft vorbereitete.

Die Internationalisierung der Verlagsbranche spiegelte sich einerseits in einem verstärkten Handel mit Rechten und Lizenzen und andererseits in der im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent gestiegenen Anzahl literarischer Agenten wieder, die Frankfurt erneut zum weltweit wichtigsten Marktplatz der Ideen machte. Gut angenommen wurde auch das neu positionierte Fachzentrum für die Agenten.

International waren, wie schon in den Vorjahren, die Verlage aus dem angelsächsischen Sprachraum stark auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Deutliche Zuwächse gab es überdies bei Verlagen aus dem arabischen Raum. Eine positive Resonanz fand auch die in diesem Jahr wieder verstärkte Präsentation von Kunst und Buchkunst im Rahmen der Buchmesse.

Mehr als in der Vergangenheit war die 51. Frankfurter Buchmesse eine Messe der Autoren. Höhepunkte waren nicht nur die Auftritte des neu gekürten Nobelpreisträgers für Literatur, Günter Grass, dem pünktlich zum Geburtstag am Messesamstag Leser und Bewunderer ein Ständchen darbrachten. Grosse Aufmerksamkeit bei Publikum und Medien fand auch eine junge Autorengeneration aus Deutschland, für die diese Messe die Entdeckung durch ein breites Leserpublikum brachte.

Die Frankfurter Buchmesse bildete erneut ein viel beachtetes Forum für öffentliche Debatten zu politischen und kulturellen Kernthemen der Gegenwart.

15 Schriftsteller aus sämtlichen Teilen des ehemaligen Jugoslawien gründeten auf der Buchmesse die "Gruppe 99" gegen "kulturellen und politischen Chauvinismus".

Die erstmalige Wiederzulassung von Verlagen aus dem Iran nach zehn Jahren war Anlass zu intensiven Gesprächen sowohl über die Menschenrechtssituation im Iran wie auch über Fragen des Copyright.

Euphorisch wurde das diesjährige Schwerpunktthema Ungarn aufgenommen. Mehr als 100 Neuerscheinungen und über 700 Veranstaltungen sowie nicht zuletzt die viel beachteten Eröffnungsreden des ungarischen Staatspräsidenten Arpad Göncz und des Schriftstellers Péter Esterházy machten deutlich, dass die ungarische Gegenwartsliteratur zur Zeit zu den lebendigsten Literaturen in ganz Europa zu zählen ist. Gut angenommen vom Publikum wurde auch die ungarische Kulturausstellung.

Ein besonderer Renner beim Publikum waren die Veranstaltungen zum Thema Online-Buchhandel. Zu den wichtigsten Attraktionen der Buchmesse zählten die prominent besetzten Vorträge und Workshops, die Prämierung von besonders gelungenen Internet-Auftritten kleiner Buchhändler, aber auch die Möglichkeit, sich ein genaues Bild von den vielfältigen Facetten technologischer wie auch inhaltlicher Innovationen - zum Beispiel "Printing on Demand" - machen zu können. Die Aussteller im Bereich Elektronisches Publizieren äußerten durchwegs Zufriedenheit über Abschlüsse und Kontakte mit ihrem vielfältigen Zielpublikum von Branchenkollegen wie auch Einkäufern der grossen Handelsketten.

Am Sonntag erhielt der Historiker Fritz Stern den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In seiner bewegenden, politisch akzentuierten Rede analysierte der Moralist Stern das "Drama der deutschen Geschichte" und formulierte als sein "Anliegen, die Erinnerungen der Vergangenheit in ein breiteres, meist europäisches Geschichtsverhältnis aufzuheben".

Peter Weidhaas, Direktor der Frankfurter Buchmesse seit 25 Jahren, wurde für seine Verdienste um das Buch mit dem "International Publishing Award" ausgezeichnet.

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