Aktuelle Umfrage der P&G Familien Initiative: Frauen stehen sich bei Halbe/Halbe selbst im Weg

Wien (OTS) - + Frauen bezeichnen mehrheitlich (55%)
"gleiche Aufteilung" als ideal
+ Gleichzeitig wollen sie vor allem Kinderbetreuung
(76%) und Hausarbeit (65%) aber selbst machen
und keine Kompetenzen abgeben
+ Männer "reißen" sich nicht um Aufgaben =

Ziel: Dialog initiieren

Die Diskussion über Familienarbeit und vor allem über deren Aufteilung erhitzt oftmals die Gemüter - angeheizt auch durch Medienberichte, Werbekampagnen, etc. Die Procter&Gamble Familien Initiative versucht mit der soeben gestarteten Kampagne im Gegensatz dazu nicht nur Bewußtsein für das Thema zu schaffen, sondern auch einen Dialog in Gang zu bringen.

Als Diskussionsbasis ließ die Procter&Gamble Familien Initiative eine Studie erstellen: Diese vom Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) gemeinsam mit dem Gallup-Institut erstellte Umfrage bestätigt auf den ersten Blick das, was nahezu jeder bei Familienarbeit im Hinterkopf hat: Frauen sind für den Großteil der Familienarbeit verantwortlich, Männer helfen bestenfalls. Fragt man jedoch nach den Motiven - und die Wissenschafter haben bei dieser Studie bewußt die emotionalen Beweggründe für die Entscheidungen abgetestet - werden eine Reihe neuer, interessanter Aspekte offenkundig.

Frauen übernehmen Männeraufgaben, Männer aber nicht

Frauenaufgaben

Die Aufteilung der Arbeiten entspricht dem klassischen Bild: Auf die Frage nach der Hausarbeit wie Waschen, Kochen, Putzen geben 63% der Frauen an, überwiegend dafür zuständig zu sein. Nur 19% der Männer ordnen diese Tätigkeit überwiegend ihrem Verantwortungsbereich zu.

Ähnlich die Situation bei der Kinderbetreuung: 52% der Frauen fühlen sich überwiegend dafür verantwortlich, im Gegensatz dazu lediglich 11% der Männer.

Ausgeglichener ist die Arbeitsteilung bei finanziellen Angelegenheiten und Behördenwegen: 37% der Frauen und 40% der Männer ordnen Behördenwege ihrem Ressort zu, 29% der Frauen und 34% der Männer zählen Finanzen zu ihren alleinigen Aufgaben.

Fazit: Frauen brechen in Männerdomänen wie Behördenwege und Finanzsachen ein. Männer fühlen sich für tradierte Frauenagenden wie Hausarbeit und Kinderbetreuung aber nicht verstärkt zuständig.

Auf den ersten Blick: Hohe Zufriedenheit

Bleibt man an der Oberfläche, herrscht hinsichtlich der Aufgabenteilung trotzdem große Zufriedenheit: 77% der Befragten bezeich-nen die bestehende Regelung als "sehr" oder "eher gerecht". Nur 5% empfinden sie als "ungerecht". Für drei Viertel der Befragten gibt es auch keine Bereiche, in denen sie von ihrem Partner gerne Unterstützung hätten. In 24% der Fälle wurde die Regelung - laut den Befragten - gemeinsam festgelegt. Bei 62% wurde zwar nicht darüber geredet, die Situation entspricht aber den Vorstellungen beider. Dementsprechend stellt die Aufteilung der Familienarbeit nur selten einen Konfliktpunkt in den österreichischen Familien dar.

Auf den zweiten Blick: Widersprüche und sozial erwünschte

Antworten

Kratzt man aber an der Fassade, werden die Aussagen widersprüchlich: Auf die Frage nach der idealen Arbeitsaufteilung wünschen sich (je nach Aufgabe) zwischen 55% und 58% der Befragten eine Aufteilung "zu gleichen Teilen". Stellt man diese Werte denen der vorherrschenden Regelung gegenüber, müssen Aussagen über die Zufriedenheit differenziert betrachtet werden. Frauen vergleichen -so vermuten Wissenschafter - die von ihren Partnern geleistete Arbeit mit der von anderen Männern. Sie sind zufrieden, wenn er mehr tut, als die anderen.

Frauen wollen Halbe/Halbe- aber doch alles selbst machen

Bei der Verwirklichung einer gleichen Aufteilung stehen sich die Frauen selbst im Weg: Bei der Kinderbetreuung fänden beispielsweise 57% der Frauen eine gemeinsame Verantwortung ideal. Geht es an das Abgeben von Kompetenzen, wollen 76% der weiblichen Befragten diese Aufgabe aber "selbst erledigen". Ähnliche Ergebnisse bringt auch der Vergleich der Hausarbeits-Werte. Vor allem nicht-erwerbstätige Frauen sehen Hausarbeit und Kinderbetreuung als ihren Kompetenzbereich an, den sie unbedingt behalten wollen.

Männer tun sich leichter, Familienarbeiten zu delegieren

Männern fällt es hingegen wesentlich leichter, Verantwortung in der Familie an ihre Partnerinnen abzugeben. 19% der Männer müssen sich - nach eigener Einschätzung - nicht selbst um ihre Sprößlinge kümmern. Hausarbeit kann nach Ansicht von 50% der Männer von anderen erledigt werden.

Frauen lösen sich nicht von Rollenbildern

Frauen können sich offensichtlich nur schwer von ihren Rollenbildern lösen und haben obendrein Angst, mit dem Abgeben von alleiniger Verantwortung Macht zu verlieren. Somit versuchen sie, Beruf und Familienverantwortung unter einen Hut zu bringen ("Supermutter-Strategie"). Den aufreibenden Spagat bewältigen viele oft nur durch "Drei-Generationen-Lösungen" - sprich durch Hilfeleistungen seitens der Großmutter.

Angesichts zunehmender Berufstätigkeit von Frauen wird die Betreuung von Kindern und Alten in Zukunft jedoch Probleme aufwerfen - in wenigen Jahren werden immer weniger Großmütter für "generationsübergreifende" Familienarbeit zur Verfügung stehen.

Männer sehen gleiche Aufteilung vielfach als verwirklicht an -

Frauen nicht

Interessant ist auch die unterschiedliche Wahrnehmung von "gleicher Arbeitsteilung": Verwirklicht sehen diese nämlich häufiger Männer als Frauen. Eine Differenz, die aus unterschiedlicher Wahrnehmung resultiert, da es kein Kontrollinstrument gibt, wieviel Arbeit von wem tatsächlich geleistet wird.

Frauen überschützen Einsatz des Partners - Männer

unterschätzen ihn

Sehr unterschiedlich ist weiters die Beurteilung des Arbeitsaufwands des Partners im Bereich Familienarbeit. Männer erhalten aus subjektiver Sicht weniger Anerkennung für die von ihnen geleistete Familienarbeit als Frauen.

Für zwei Drittel ist Familienarbeit gleich wichtig wie

Erwerbsarbeit

Der Stellenwert von Familienarbeit ist für die Österreicher -gemäß der ÖIF/Gallup-Umfrage - jedenfalls auffallend hoch: 64% der Befragten ordnen Familienarbeit eine gleich hohe Bedeutung wie Erwerbstätigkeit zu. Nur 29% stufen Erwerbstätigkeit als wichtiger ein, wobei vor allem Frauen der bezahlten Arbeit größere Bedeutung beimessen.

Wenn Erwerbstätigkeit als wichtiger bezeichnet wird, so ist meist die Entlohnung ausschlaggebend dafür. Frauen geben bezahlter Arbeit oft aber auch aus Gründen der Selbstverwirklichung den Vorrang.

Jene Befragten, die Erwerbsarbeit der Familienarbeit unterordnen, sehen die häusliche Tätigkeit als sinnstiftender an, können sich dabei persönlich stärker einbringen und meinen, daß durch bezahlte Arbeit Werte wie "Solidarität" und "Für-Einander-Da-Sein" verloren gehen.

61 Prozent meinen, Familienarbeit sollte staatlich entlohnt werden

Dem hohen Stellenwert entsprechend sind 61% der Befragten der Ansicht, daß Hausarbeit, Kinder- und Altenbetreuung vom Staat entlohnt werden sollten. Die Argumente: "Ist eine Arbeit wie jede andere", "Die Person, die jene Arbeit leistet, hätte ein eigenes Einkommen".

Gegen eine Entlohnung dieser Tätigkeiten sprechen sich lediglich 28% aus ("Familie ist Privatsache", "das wäre nicht zu finanzieren").

Sample: n=500; Zielpersonen: Personen ab 18 Jahren; Befragungszeitraum: 1.-9. Juli 1999; ganz Österreich; Methode:
telefonische Interviews anhand eines strukturierten Fragebogens

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