Frank Stronachs Welt des Kapitals

Wien (OTS) - Bei der ORF-Pressestunde am 17.10.1999 konnte Frank Stronach neuerlich (zum wiederholten Mal) seine "Welt des
Kapitals" (Globalisierung, Kampfansage an die Arbeitnehmervertretungen, etc.) darlegen.

Wenn in Österreich - lt. Stronach - alles schlecht ist, warum ist im viel reicheren Amerika die Armut viel größer als bei uns?!

Von der Warte des öffentlichen Dienstes ist festzustellen, daß Frank Stronach neuerlich geradezu abenteuerliche Unwahrheiten verbreitet hat. Seine Behauptungen
- in Österreich gäbe es 800.000 Staatsangestellte,
- die Mitgliedschaft bei den Arbeiterkammern etc. sei wie im Ostblock,
- der Staat zahle 170 Milliarden S "Zuschuß" zu den Beamtenpensionen
entbehren jeder sachlichen Grundlage und verfolgen nur das Ziel, Stimmung gegen die Gewerkschaften im allgemeinen und den öffentlichen Dienst im besonderen zu machen.

Zum Märchen vom "Zuschuß" zu den Beamtenpensionen:
Frank Stronach weiß offenbar nicht, daß es für Beamte keine Pensionsversicherung gibt und daß der Dienstgeber die Ruhebezüge für die Beamten selbst bezahlt. Die Beamten selbst leisten für ihre Pensionen mehr als andere Gruppen, nämlich einen Pensionsbeitrag (ohne Höchstbeitragsgrenze!) von 11,75 % (gegenüber 10,25 % in anderen Systemen).

Frank Stronach, der ständig das Wort WAHRHEIT im Mund führt, selbst aber ständig Unwahrheiten verbreitet, sieht offenbar den öffentlichen Dienst als stärkste Behinderung für ungestörte Kapitaltransaktionen und unternehmerische Freiheiten. Der indiskutable Vorwurf, der öffentliche Dienst wäre das "Krebsgeschwür Österreichs" muß nicht näher kommentiert werden.

Grundsätzlich ist festzustellen: Der öffentliche Dienst ist nicht Selbstzweck, sondern zur Umsetzung der von der Gesellschaft gewünschten und vom Gesetzgeber geschaffenen Normen vorgesehen. Unser Ziel ist es, diese Aufgaben möglichst effizient und bürgerfreundlich zu erledigen. Was die Qualität unseres öffentlichen Dienstes betrifft, wird immer wieder der
international führende Standard bestätigt.

Wenn Frank Stronach seine amerikanischen Vorstellungen nach Österreich übertragen will, so müßte er auch dazusagen, daß er die bei uns bestehenden Standards hinsichtlich Rechtsstaat,
Sicherheit, Bildung, soziale Sicherheit und Gesundheit, Ökologie etc. abschaffen will.

Soll die "Erfolgsstory Österreich" durch die Amerikanisierung unseres Landes ersetzt werden?

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Paul Sturm

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