Edlinger: "Wenn Haider kein Nazi ist, ist er ein Depp"

Finanzminister Edlinger ist für eine "Regierung der gescheiten Köpfe"

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT attackiert Finanzminister Rudolf Edlinger FPÖ-Chef Jörg Haider ungewohnt heftig.

Edlinger zu FORMAT: "Haider hat von "Straflagern" gesprochen, wo Millionen Menschen umgebracht worden sind. Er hat davon gesprochen, daß die SS ein klasser Verein ist. Er hat von der ordentlichen Beschäftigungspolitik im Dritten Reich gesprochen. Das sind faschistoide Terminologien. Wenn er jetzt sagt, er ist kein Nazi und trotzdem distanziert er sich nicht davon, ist er von mir aus kein Nazi. Aber dann ist er ein Depp." Daran ändere auch die Tatsache nichts, "daß er jetzt in der Gegend herumfährt um zu dokumentieren, daß er ist kein Nazi ist". Er, Edlinger, habe "ein Problem mit Menschen, die unsere Geschichte so interpretieren, wie Haider das tut." Aus diesem Grund könne es auch keine Koalition zwischen SPÖ und FPÖ geben, sagte Edlinger.

Der Finanzminister äußerte sich auch zum schlechten Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Wahl am 3. Oktober und den Möglichkeiten seiner Partei, eine Regierung zu bilden. Edlinger plädiert für eine Regierung, "die aus respektablen Persönlichkeiten besteht, die Wertschätzung der Mehrheit des Parlaments genießen". Das könnten "sowohl Politiker sein als auch Leute von außerhalb". Eine reine SPÖ-Minderheitsregierung, die von der ÖVP geduldet wird, hält der Finanzminister für "unwahrscheinlich". Edlinger äußerte sich auch zu den Gründen für die Wahlniederlage der SPÖ: "Es gibt sicher eine Summe von Ursachen. Aber vielleicht hat die SPÖ selbst die Gesprächskanäle zu den Menschen verschüttet. Sie hat sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt." Das gelte im übrigen auch für die Gewerkschaften: "Daß die Kommunikationskanäle verstopft sind, gilt auch zwischen Arbeitnehmern und Gewerkschaften." Es sei "fatal", daß in Betrieben Urabstimmungen gegen Betriebsräte ausgingen. Er persönlich halte nichts von der Debatte, ob "mehr Jospin und weniger Schröder" gut für die Partei seien: "Ich will eine sozialdemokratische Politik, die auf österreichischen Traditionen aufbaut."

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