Metaller-Abschluss: Mindestlöhne- und Gehälter steigen um 2,4%

IST-Löhne- und Gehälter werden um 1,9% erhöht - "Tragfähiger Kompromiss und kräftiges Lebenszeichen der Sozialpartner"

PWK - Überraschend haben sich die Verhandlungspartner in der Metaller-Lohnrunde in der Nacht zum Samstag auf eine Erhöhung der Mindestlöhne- und Gehälter um 2,4 Prozent geeinigt. Die IST-Löhne-und Gehälter steigen um 1,9 Prozent, die Zulagen und Lehrlingsentschädigungen werden um 2,3% angehoben. So wie im Vorjahr wurde auch heuer wieder eine Verteilungsoption vereinbart: bis zu 0,5 Prozent der Lohnsumme kann individuell im Betrieb verteilt werden, wenn die Löhne und Gehälter um mindestens 1,7 Prozent erhöht werden. Eine bereits 1997 getroffene Vereinbarung über flexible Arbeitszeiten wird unbefristet verlängert und für Arbeiter wird im Laufe des nächsten Jahres der Monatslohn eingeführt. In zwei Arbeitsgruppen sollen konkrete Vorschläge für neue, zeitgemäße Entlohnungsformen und die Aufwertung der Aus- und Weiterbildung in den Betrieben erarbeitet werden. Der neue Kollektiv-Vertrag gilt ab 1. November 1999. ****

Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter bezeichneten den Abschluss unisono als "tragfähigen Kompromiss und kräftiges Lebenszeichen der Sozialpartnerschaft". Trotz einer für beide Seiten schwierigen Ausgangsposition konnten viele Probleme in relativ kurzer Zeit bewältigt werden. "Ich bin überzeugt, dass die österreichische Wirtschaft mit diesem Abschluss einen entscheidenden Schritt für die Zukunftsbewältigung getan hat. Die Sozialpartner haben trotz aller Kritik wieder einmal Kompetenz bewiesen", sagte Hermann Haslauer, Chefverhandler der Kollektivvertrags-Gemeinschaft Eisen/Metall, bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Wien.

Dieter Kneissl, zweiter Verhandlungsführer der Arbeitgeber, wies darauf hin, dass neben den Themen Arbeitszeit-Flexibilisierung, Verteiloption und zeitgemäße Entlohnungsformen auch die Einzahlung von Beiträgen in betriebliche Pensionskassen diskutierte wurde. Hier seien zwar noch zahlreiche steuerrechtliche Hürden zu nehmen, Kneissl zeigte sich jedoch überzeugt, dass eine Finalisierung bis zur nächsten KV-Runde möglich sei.

Für Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie, trägt der heuer gefunde Kompromiss den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung und sichert den Lebensstandard der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in der Metall-und Elektroindustrie. Nürnberger unterstrich, dass man sich in der Frage der zeitgemäßen Entlohnungsformen noch nicht festgelegt habe, sondern verschiedene, praxisorientierte Ansätze in den nächsten Monaten erarbeiten wolle. Ziel sei es, Entlohnungsformen zu finden, "die noch in 10 bis 15 Jahren bestehen können".

Auch Walter Laichmann, leitender Sekretär der Sektion Industrie und Gewerbe der Gewerkschaft der Privatangestellten, ist mit dem Ergebnis zufrieden. Die KV-Partner hätten bewiesen, dass sie mit intelligenten Lösungen den Wirtschafts-und Beschäftigungsstandort sichern wollen. Konkret wurden bei den Angestellten die Verwendungsgruppen adaptiert und neue Berufsbilder in den Kollektivvertrag aufgenommen. Weiteres einigte man sich darauf, die Angestelltendienstzeit bei Unternehmungen im Ausland auf bestehende Dienstverhältnisse anzurechnen.
(Schluß) MH

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