Fachtagung " 10 Jahre NETZWERK"

Wien, (OTS) Vor zehn Jahren begannen sich die auf die Arbeit mit sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen
spezialisierten Wiener Einrichtungen zusammenzuschließen. Ursprünglich als Möglichkeit gedacht, ein Forum für fachlichen Austausch und breite Zusammenarbeit zu schaffen, entwickelte sich das heutige Wiener Netzwerk zu einer multiprofessionellen
Plattform mit VertreterInnen von über zwanzig Einrichtungen sowohl öffentlicher Träger (Jugendwohlfahrt, Schule, Polizei), als auch privater Vereine und Initiativen.

Das Wiener Netzwerk versteht sich als Multiplikator für ProfessionistInnen verschiedenster Berufsgruppen, Gesprächsforum und ExpertInnenpool für Diskussionen, Kongresse und Fortbildungen sowie als gesellschafts-politische Plattform für Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying. Aus den Kontakten im NETZWERK sind im Laufe der Jahre eine Reihe von Aktivitäten und Initiativen entstanden:

Broschüre NETZWERK, in der sich die einzelnen Einrichtungen vorstellen, mittlerweile in der 4. Auflage erschienen Projekt "LIMES" - Arbeit mit jugendlichen Sexualstraftätern Projekt "Prozessbegleitung" - Betreuung von Opfern rund um
Gerichtsverfahren Initiative "SofHi" - kostenfreie Vertretung von Opfern durch RechtsanwältInnen sowie Übernahme von Kosten für Psychotherapie. Begleitet war die Arbeit der im NETZWERK
vertretenen Einrichtungen in diesen zehn Jahren auch von
bedeutsamen Gesetzesänderungen, an denen Vertreterinnen des NETZWERKS mitgewirkt haben, wie etwa die Einführung der schonenden Befragung der Opfer vor Gericht und die Verlängerung der Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch.

Durch die zunehmend starke Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit kam es in diesen zehn Jahren auch zu einem massiven Anstieg der veröffentlichten Opferzahlen (1992: Anzeigen 498, Verurteilungen 193, 1998: Anzeigen 745, Verurteilungen 215, lt. Polizeilicher Kriminalstatistik). Das bedingte auch einen entsprechenden Anstieg der Anfragen in den einzelnen Einrichtungen (z.B. KJA - 1994/95: 240, 1997/98:369). Um diesem Andrang gerecht werden zu können, ist vernetztes Arbeiten wichtiger denn je. Nur die intensive Kooperation der verschiedenen Einrichtungen ermöglicht effiziente Arbeit in allen Bereichen der Prävention, des Opferschutzes, der Familienhilfe und der Tätertherapie. Damit werden notwendige Rahmenbedingungen im Umgang mit sexuellem Missbrauch geschaffen und hohe Qualitätsstandards der Unterstützungsangebote für Betroffene und deren Familien gesichert. (Schluss) us

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