Braunbären: Vor Winterschlaf vermehrte Suche nach Nahrung

Länderübergreifende Koordinierungsstelle gab Ratschläge heraus

St.Pölten (NLK) - In den letzten Wochen vor dem Winterschlaf sind die Braunbären noch eifrig unterwegs und verstärkt auf Nahrungssuche. Grund genug, nochmals an die Fütterung der Braunbären zu erinnern. Die Bären finden bekanntlich an den Stellen, wo Rehe und Rotwild versorgt werden, ein attraktives Angebot an Nahrung. Besonderes Kraftfutter, Mais und Äpfel haben aber positive Auswirkungen auf die kleine Bärenpopulation im steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet. Die künstlich aufgebesserte Situation der Ernährung macht eine frühe Geschlechtsreife der Weibchen möglich. Auch sind die Würfe mit mindestens drei Jungen größer.

Die Bindung an künstliche Futterquellen ist jedoch auch langfristig für die Bären problematisch. Das Futterangebot und die Gewöhnung an den Menschen führen dazu, daß sich gerade hier viele Begegnungen mit Bären abspielen. Auch befinden sich Rehfütterungen meist in der Nähe von Forststraßen. Sie bieten den Bären reichlich Gelegenheit, vorbeikommende Menschen und Autos als harmlos anzusehen. Die zunehmende Toleranz kann aber zu sogenannten Problembären führen.

Deshalb sei nochmals auf die Arbeit der 1997 - im Anschluß an das EU-Life-Projekt "Braunbär" gegründeten - Koordinierungsstelle zu erinnern. Sie hat österreichweit die Schutzmaßnahmen für Braunbären gestaltet. In dieser Koordinierungsstelle wirken Vertreter des Umweltministeriums, der Naturschutz- und Jagdrechtsabteilungen der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten, der Zentralstelle der Landesjagdverbände und sowie des WWF Österreich zusammen.
Und so sehen die Maßnahmen für Braunbären aus:
Mais und Getreide sind die von Bären am meisten geschätzten Futtermittel. Luzerne, Rübenschnitzel und Silage interessieren Bären weitaus weniger.
Eingelagerte Futtermittel - etwa am Dachboden - können dazu führen, daß Bären auch im Sommer dort vorbeischauen.
Über einen kurzen Zeitraum lassen sich Fütterungen auch mit einem Elektrozaun schützen. Der Bärenanwalt informiert gerne über die richtige Aufstellung.
Der Bär ist ein Wildtier und soll ein Wildtier bleiben. Nützen Sie die Möglichkeit, Bären bei Fütterungen zu beobachten, nicht aus. Sonst werden beide Seiten mutiger, und die Spirale der Gewöhnung dreht sich weiter. Das muß aber unter allen Umständen vermieden werden.
Informieren Sie den Bärenanwalt davon, wenn Sie das oder die Tiere an Fütterungen treffen oder zumindest das an Spuren merken. Bärenschäden werden über die Haftpflichtversicherung der Landesjagdverbände ersetzt, sollten aber grundsätzlich vermieden werden. Lassen Sie also keine Motorsägen oder Ölkanister über Nacht im Wald. Wenn das unvermeidbar ist, verwahren Sie diese "bärensicher": Aufhängen in zumindest drei Metern Höhe auf einem Ast oder zwischen zwei Bäumen. Wirksam ist auch ein Elektrozaun oder eine Metallkiste. Bei der Annäherung an Kanister und Sägen könnte sich dort übrigens noch ein Bär herumtreiben.

Die Bärenanwälte erreicht man unter:
Dr. Jörg Rauer, 0663/9122518, Fax 02252/71475, e-mail:
georg.rauer@baer.wwf.at (Niederösterreich und Steiermark),

Mag. Bernhard Gutleb, 0663/9204490, e-mail: b.gutleb@eunet.com (Kärnten),
Norbert Gerstl, WWF Österreich, 01/48817-219, Fax 01/48817-277, e-mail: norbert.gerstl@wwf.at

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