14. FCG-Bundestag - 3

Leitanträge des Bundesvorstandes Der Bundesvorstand der Fraktion Christlicher Gewerkschafter erarbeitete im Vorfeld zum 14. Bundestag sechs Leitanträge, die als grundsätzliche politische Ziele in den nächsten vier Jahren zu verfolgen sind.

1. Wir wollen den Wert der Sonn- und Feiertage erhalten und erneuern!

Die FCG steht für die Sicherung der Sonntagskultur, die die Gemeinschaft der Menschen in Kirche und Gesellschaft stärker zum Ausdruck bringt. Wir fordern die Verankerung des Rechts auf freie Sonn- und Feiertage im Grundrechtsskatalog der österreichischen Verfassung sowie Aufrechterhaltung und Durchsetzung des Schutzes der Arbeitnehmer vor Sonn- und Feiertagsarbeit aus reinem Profitdenken einiger weniger.

2. Mit Europas Gewerkschaften wollen wir eine bürgernahe Sozialunion nach dem Subsidaritätsprinzip

Die FCG fordert ein klares Bekenntnis der EU-Arbeitgeberseite zur partnerschaftlichen Übernahme von sozialer Verantwortung, die nachhaltige Verbesserung der EU-Richtlinien zur Errichtung europäischer Betriebsräte sowie eine Intensivierung des sozialen Dialoges auf betrieblicher, sektoraler und politischer Ebene.

3. Die Familie und ihre gesellschaftspolitische Bedeutung hat Vorrang!

Die FCG fordert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und sinnvolle Arbeitszeitmodelle für Väter und Mütter, die in den Kollektivverträgen verankert sein müssen. Die FCG fordert zwei Jahre bezahlten Karenzurlaub für Väter und Mütter und eine Neuregelung des Karenzurlaubsgeldes, wie vor dem Strukturanpassungsgesetz von 1996. Darüberhinaus muß das Karenzurlaubsgeld valorisiert werden. Ein Recht auf Familienpolitik ist nicht nur ein Anrecht der Eltern gegenüber der Gesellschaft, sondern vor allem der Kinder. Eine kindergerechte Politik muß die wichtigste Aufgabe des Staates sein.

4. Arbeit ist mehr als Beschäftigung!

Unsere Vision ist, daß gerade Österreich in der Formulierung und Durchsetzung des europäischen Modells der sozialen Marktwirtschaft eine gestaltende Rolle in Europa und den supranationalen Institutionen spielen soll.

Die FCG fordert unter anderem die Förderung sozialer Innovationen auf Unternehmens-, gesamtwirtschaftlicher- und gesellschaftlicher Ebene und Vorsicht beim Rückzug des Staates aus öffentlichen Aufgaben. Die FCG strebt einen Mindestlohn von 1000 EUR0 in allen Branchen per Kollektivvertrag an. Die FCG fordert die Ausweitung von hauptberuflichen Arbeitsmöglichkeiten, insbesondere in den Bereichen der Produktion sozialer, kultureller und ökologischer Dienstleistungen, sei es durch kirchliche oder sonstige karitative Organisationen, durch Selbsthilfegruppen oder "non govermental organisations".

Die FCG fordert den Schutz der Menschenwürde am Arbeitsplatz sowie den Ausbau von Vermögensbildungsmodellen und echter Mitbestimmung. Die FCG fordert die steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit und die Umwandlung von Arbeitgeberabgaben in eine Wertschöpfungsabgabe.

5. Stärkung und Sicherung des österreichischen Sozialversicherungsmodells. Die FCG fordert, daß die gesetzliche Unfall-, Kranken- und Pensionsversicherung im Umlageverfahren erhalten und gesichert bleiben muß.

Die FCG stellt sich gegen eine willkürliche Zusammenlegung von Sozialversicherungsträgern, wenn damit vom Ziel der Versichertennähe abgegangen wird und eine Entfremdung des Trägers von der betroffenen Berufsgruppe zum Schaden der Versicherten und Leistungsempfänger stattfindet.

6. Zukunft der FCG in einer erneuerten Gewerkschaftsbewegung

Der ÖGB muß auch weiterhin eine unabhängige Gewerkschaftsbewegung sein, die für alle Arbeitnehmer offen ist. Eine parteipolitische Vereinnahmung lehnt die FCG entschieden ab. Durch Konzentration und Kooperation der gewerkschaftlichen Kräfte in wenigen Bereichen, muß der ÖGB für alle Mitglieder gleichwertige Leistungen, eine optimale Betreuung und die Verbesserung der Durchsetzungsfähigkeit und Aktionsfähigkeit des ÖGB und der Gewerkschaften schaffen.

Die Fraktionen im ÖGB haben die Aufgabe, den ÖGB nach Kräften zu fördern, sollen und können aber je nach Stärke ein Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrecht, bzw. geeignete finanzielle und personelle Mittel erwarten. Die Anwendung und Weiterentwicklung der Christlichen Soziallehren in der gewerkschaftlichen Praxis ist verstärkt fortzusetzen. (Fortsetzung folgt)

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